Severinstorburg
Eine von vier erhaltenen mittelalterlichen Stadttorburgen Kölns und Wahrzeichen des Severinsviertels — heute ein Veranstaltungsort am Chlodwigplatz.
seit 1230
Die Severinstorburg ist eine von vier erhalten gebliebenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer und gilt neben St. Severin als Wahrzeichen des Severinsviertels. Benannt ist sie nach der Pfarrei St. Severinus; auf Kölsch heißt sie „Vringspooz“.
Auf einen Blick
- Art
- mittelalterliche Stadttorburg, historische Sehenswürdigkeit
- Lage
- Severinsviertel, Stadtteil Altstadt-Süd, am Chlodwigplatz
- Errichtet
- erste Hälfte des 13. Jahrhunderts
- Bauweise
- Turmtorburg aus Tuffstein mit asymmetrischem, sechseckigem Turm
- Besonderheit
- eine von vier erhaltenen Torburgen der Kölner Stadtmauer (mit Eigelsteintor, Hahnentor und Ulrepforte)
- Heute
- Bürgerzentrum mit drei historischen Veranstaltungsräumen
Als Köln 1235 die englische Prinzessin Isabella, Gattin von Kaiser Friedrich II., empfing, geschah dies ausgerechnet am Severinstor – und 1327 eröffnete der spätere Kaiser Ludwig IV. dort mit seiner Gemahlin ein achttägiges Ritterturnier, das den Tor zur mittelalterlichen Bühne für europäische Hochadel machte.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Das Tor sicherte die Straße in den Süden des Reiches nach Bonn und schützte mehrere Klöster. Es zählte zu den Repräsentationstoren Kölns: Hochgestellte Gäste wurden hier mit Reitturnieren und Minnespielen empfangen. 1235 begrüßte Köln am Severinstor Isabella von England, Gattin Kaiser Friedrichs II.; 1327 eröffnete der spätere Kaiser Ludwig IV. der Bayer hier ein achttägiges Turnier. Um das 15. Jahrhundert kamen Geschützkammern hinzu. 1474 wurde vor dem Tor ein Bollwerk gegen einen drohenden Angriff Herzog Karls des Kühnen errichtet; seine Grundmauern kamen 2005 bei Arbeiten für die U-Bahn wieder zum Vorschein.
Aufbau
Über einem rechteckigen Sockel mit Tordurchgang erhebt sich ein vierstöckiger Turmaufbau mit zinnenbewehrter Dachplattform. Eine ursprüngliche Kampfplattform über dem Portal wurde später seitlich entfernt und feldseitig durch zwei kleine, zweistöckige Flankentürme (Eckwarten) ersetzt, die seit dem 17. Jahrhundert aufgesetzte Kegelhelme tragen.
Schmitz-Backes
Vor dem Tor lag das Backhaus Schmitz, an dem eine historisch nicht belegte Bestrafungspraxis geendet haben soll: Wer die Severinsstraße hinabgetrieben worden war, hatte hinter dem Schmitz-Backes die Strafe überstanden. Davon zeugt das kölsche Sprichwort „Du bes noch nit lans Schmitz-Backes“ — man ist noch nicht außer Gefahr. An der Stelle befindet sich bis heute eine Bäckerei dieses Namens.
Heute
Nach der Schleifung der Stadtmauern 1881 beherbergte das Tor zunächst ein Naturkunde-, später ein Hygienemuseum. 1979 wurde es zu einem Bürgerzentrum umgebaut, in dem sich Räume anmieten lassen. Zu Weiberfastnacht spielt das Reiter-Korps Jan von Werth alljährlich vor dem Tor die Sage des Jan von Werth nach.
Zeitstrahl
- 1. Hälfte 13. Jh.Bau der Severinstorburg als schwere Turmtorburg aus Tuffsteinen
- 1235Empfang von Prinzessin Isabella von England (Gattin Kaiser Friedrichs II.) am Severinstor
- 1327Kaiser Ludwig IV. eröffnet achttägiges Turnier am Severinstor
- um 1474Bollwerk vor dem Tor gegen Truppen Karls des Kühnen errichtet
- 17. Jh.Flankentürme erhalten aufgesetzte Kegelhelme statt Zinnen
- mind. 1797Backhaus Schmitz (Schmitz-Backes) an der Severinstraße 5 belegt
- 1881Nach Schleifung der Stadtmauern: Tor beherbergt Naturkunde- und später Hygienemuseum
- 1979Umbau zum Bürgerzentrum
- Juli 2005Grundmauern des Bollwerks bei U-Bahn-Erdarbeiten entdeckt
Galerie
Karte
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Adresse
Chlodwigpl. 19
50678 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizieller Instagram-Account (@severinstorburg)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 253202571)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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