St. Pantaleon
Frühromanische Abteikirche mit ottonischem Westwerk; Grabstätte der byzantinischen Kaiserin Theophanu und Erzbischof Brunos.
seit 1002
Im südlichen Teil der Kölner Altstadt erhebt sich St. Pantaleon, das zu den zwölf großen romanischen Basiliken der Stadt gerechnet wird. Errichtet wurde die einstige Benediktiner-Abteikirche über den Mauern eines römischen Landguts (villa suburbana), von dem heute noch Überbleibsel in der Krypta unterhalb des Hochaltars sichtbar sind.
Auf einen Blick
- Art
- Frühromanische Kirche, einst Benediktiner-Abteikirche
- Lage
- Am Pantaleonsberg, Altstadt-Süd (Stadtbezirk Innenstadt)
- Geweiht
- dem heiligen Pantaleon sowie Kosmas und Damian
- Gründung des Klosters
- 955 durch Erzbischof Brun (Bruno)
- Baustil
- Romanik; Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- Ottonisches Westwerk mit monumentalem Skulpturenzyklus
In St. Pantaleon liegt die byzantinische Kaiserin Theophanu begraben – sie hatte sich diesen Wunsch selbst erfüllt – und ist damit die einzige oströmische Kaiserin, deren Grab sich in Deutschland befindet; Erzbischof Gero soll 971 bei seiner Gesandtschaft nach Byzanz, bei der er die Hochzeit Ottos II. mit Theophanu aushandelte, eigens den „Leib des heiligen Pantaleon" mitgebracht haben.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Für das Jahr 866 ist die Kirche an dieser Stelle erstmals urkundlich belegt. Eine Stiftung schuf 957 die Voraussetzung für den Bau von St. Pantaleon; das damals entstandene Mittelschiff, 13 Meter breit, hat sich bis heute bewahrt. Den Mönchen der Abtei diente die Kirche bis zur Säkularisation des Klosters gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Abteikirche.
Westwerk und Skulpturen
Das Westwerk entstand vermutlich zur Zeit der Kaiserin Theophanu oder kurz danach neu; nach der Weihe 980 schmückte man die Außenseite der Westfassade mit einem monumentalen Skulpturenzyklus. Die Vorhalle entstand im 19. Jahrhundert als Rekonstruktion nach dem älteren Bestand. Im Lapidarium auf der Westwerkempore lassen sich Stücke des romanischen Skulpturenschmucks (um 1000) betrachten.
Gräber und Reliquien
Ihrem eigenen Wunsch folgend fand Kaiserin Theophanu in der Kirche ihre letzte Ruhe. Sie war eine byzantinische Prinzessin, Nichte des oströmischen Kaisers Johannes Tzimiskes, und ihre Vermählung mit Otto II. begründete nach langem Streit eine friedliche Koexistenz der beiden mittelalterlichen Römischen Reiche. Aus Konstantinopel und Rom brachte sie unter anderem den Nikolauskult sowie weitere Reliquien nach Köln. In der Krypta ruht zudem der Klostergründer Bruno, Erzbischof von Köln und Erzkanzler des römisch-deutschen Reiches unter seinem Bruder Kaiser Otto dem Großen. St. Pantaleon ist die älteste Pantaleonskirche westlich von Byzanz: Erzbischof Gero soll den „Leib des heiligen Pantaleon“ 971 auf seiner Gesandtschaft nach Byzanz, bei der er die Hochzeit Otto II. mit Theophanu aushandelte, nach Köln gebracht haben.
Heute
Zum Bestand gehören der Maurinusschrein (1170), der Albinusschrein (1186) und ein spätgotischer Lettner; auf der Nordseite des Chores haben sich Reste eines Kreuzgangs erhalten. Seit 1987 liegt die seelsorgliche Betreuung bei Priestern der Personalprälatur Opus Dei. Teile der Ausstattung lassen sich nur bei Führungen ansehen.
Zeitstrahl
- 1. Jh.Römische Holzbauphase auf dem Hügel
- 2.–4. Jh.Römische Villa suburbana auf dem Gelände
- 6./7. Jh.Gräber der Merowingerzeit auf dem Gelände
- 866Erste urkundliche Erwähnung der Kirche
- 955Erzbischof Bruno gründet ein Benediktinerkloster
- 957Bruno stiftet den Bau von St. Pantaleon
- nach 980Westwerk neu errichtet, monumentaler Skulpturenzyklus hinzugefügt
- 985–990Kaiserin Theophanu hält sich jährlich in Köln auf; hier begraben
Schätze & Kunstwerke
Ein paar Höhepunkte aus der Sammlung.
Kunstvolle steinerne Chorschranke (um 1500) mit der barocken Orgel darüber – ein Meisterwerk der Spätgotik/Renaissance.
Um 980 errichtet – eines der ältesten erhaltenen Westwerke Deutschlands.
Sarkophag der byzantinischen Kaiserin Theophanu (†991), Stifterin und Förderin der Kirche.
Galerie
Karte
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Adresse
Am Pantaleonsberg 8
50676 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 266868818)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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