St. Georg
Romanische Stiftskirche aus dem 11. Jahrhundert über einer Säulenkrypta mit römischen Spolien — eine der zwölf großen romanischen Basiliken Kölns.
seit 1059
St. Georg ist eine ehemalige Stiftskirche in der Kölner Altstadt-Süd und zählt zu den zwölf großen romanischen Basiliken der Stadt. Der Bau begann 1059, die Weihe erfolgte vermutlich 1067.
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Säulenbasilika, ehemalige Stiftskirche, heute Pfarrkirche
- Lage
- Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
- Baubeginn
- 1059, Weihe vermutlich 1067
- Baustil
- Romanische Architektur, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- Hallenkrypta auf Säulen aus römischen Bauten; Ehrentitel „Ravenna am Rhein“
- Heute
- Diözesanzentrum für Hörbehinderte und integrative Gemeinde
Die Säulen in der Krypta von St. Georg stammen aus römischen Bauten – und auf einem der Kapitelle neben dem Hauptaltar hat ein mittelalterlicher Steinmetz seinen Namen hinterlassen: „herebrat me fecit" (Herebrat hat mich gemacht), eine ausgesprochen seltene persönliche Signatur aus dem 11. Jahrhundert.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Die Kirche steht an der Stelle einer römischen Benefiziarier-Wache, die vor den Stadtmauern den Verkehr zwischen Bonn und dem Südtor der Kolonie überwachte. Auf einem Teil der Fundamente entstand vermutlich zur Merowingerzeit das Cäsarius-Oratorium. Unter Erzbischof Anno II. wurde im 11. Jahrhundert eine dreischiffige Säulenbasilika mit Querbau und dreiteiligem Ostchor über einer Hallenkrypta errichtet. Am Tag der Weihe übergab Anno II. dem Stift eine Armreliquie des heiligen Georg aus St. Pantaleon.
Architektur
Die drei Kirchenschiffe münden hinter dem Querbau in drei Apsiden, die höher liegen als das Langhaus. Grund ist die fünfschiffige Säulenkrypta unter den Ostteilen, deren Säulen aus römischen Bauten stammen und mit Würfelkapitellen abschließen. Ein Kapitell neben dem Hauptaltar trägt die Inschrift „herebrat me fecit“ („Herebrat hat mich gemacht“), eine seltene mittelalterliche Bauinschrift. Der kubische Westbau aus staufischer Zeit wurde nie zu einem Turm vollendet; im Inneren erhebt sich über dem Sockelgeschoss eine hohe Hängekuppel.
Umbauten und Wiederaufbau
Die nördliche Vorhalle entstand 1551/52 und verband St. Georg mit der Pfarrkirche St. Jakob, die 1825 beim Bau der Georgstraße niedergelegt wurde; seither ist St. Georg Pfarrkirche. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen und wurde 1928 bis 1930 saniert, wobei Jan Thorn Prikker den Fensterzyklus schuf. Die südliche Renaissancevorhalle von 1536 und das barocke Dach des Westbaus gingen im Zweiten Weltkrieg verloren; die zerstörten Bauteile wurden bis 1964 erneuert.
Heute
Neben der romanischen Kirche steht der Name St. Georg in Köln für die Hörbehindertenseelsorge und eine integrative Gemeinde von Gehörlosen, Schwerhörigen und Hörenden. Gefeiert werden unter anderem Messen in Laut- und Gebärdensprache.
Zeitstrahl
- 5.–8. Jh.Cäsarius-Oratorium auf römischen Fundamenten errichtet (Merowingerzeit)
- 1059Baubeginn der dreischiffigen Säulenbasilika unter Erzbischof Anno II.
- 1067Kirchweihe; Anno II. überträgt Armreliquie des hl. Georg aus St. Pantaleon
- 1536Südliche Renaissancevorhalle errichtet (im Zweiten Weltkrieg zerstört)
- 1551/52Nördliche Vorhalle errichtet; verbindet St. Georg mit der Pfarrkirche St. Jakob
- 1825St. Jakob bei Anlage der Georgstraße abgerissen; St. Georg wird Pfarrkirche
- 1928–1930Grundlegende Sanierung nach drohender Einsturzgefahr
- bis 1964Wiederaufbau: Vierung, Querhauskonchen und Fenster rekonstruiert; neuer Vierungsaltar
Galerie
Karte
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Adresse
Georgspl. 17
50676 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 08:00–18:00
Di: 08:00–18:00
Mi: 08:00–18:00
Do: 08:00–18:00
Fr: 08:00–18:00
Sa: 08:00–18:00
So: 08:00–18:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 266961464)
- offenedaten-koeln.de (abgerufen 2026-06-30)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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