Alt St. Alban – Kirchenruine und Mahnmal am Quatermarkt
Erhaltene romanische Kirchenruine am Quatermarkt; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg seit 1959 Gedenkort für die Kriegstoten.
seit 1200
Am Kölner Quatermarkt steht mit Alt St. Alban die Ruine einer einstigen Pfarrkirche, die zu den frühesten romanischen Sakralbauten der Stadt gerechnet wird. Heute erinnert in ihrem Inneren ein Mahnmal an die Opfer der beiden Weltkriege.
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Pfarrkirchenruine mit Gedenkstätte
- Lage
- Quatermarkt, Stadtteil Altstadt-Nord (Innenstadt)
- Erste Erwähnung
- urkundlich 1172
- Turm
- aus dem Jahr 1494
- Status
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Zugang
- nicht öffentlich begehbar; Mahnmale durch die Gittertore einsehbar
- Besonderheit
- Nachbildung des „Trauernden Elternpaars“
Die Skulptur „Trauerndes Elternpaar" in der Gedenkstätte wurde von Ewald Mataré als Auftragsarbeit begonnen, den er dann an seine beiden Meisterschüler Joseph Beuys und Erwin Heerich weitergab – wobei Beuys den trauernden Vater und Heerich die trauernde Mutter schuf.
Das kannst du hier erleben
- Die romanische Kirchenruine von außen bestaunen
- Den Mauerresten und dem Turm von 1494 nachspüren
- Das Mahnmal mit dem „Trauernden Elternpaar" durch die Gittertore betrachten
- Am Quatermarkt fotografieren
- Innehalten und der Kriegstoten gedenken
- Vom Stiftersaal des benachbarten Wallraf-Richartz-Museums auf die Kirche blicken
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Nach der ersten urkundlichen Nennung 1172 erfuhr St. Alban im Mittelalter mehrere Umbauten, ehe Arnold Gülich sie 1668–72 zur Hallenkirche umformte. Während der Turm auf 1494 zurückgeht, entstand die Fassade erst 1896. Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg ließen bis auf den Turm kaum etwas stehen; man beließ das Gebäude anschließend gesichert, verzichtete aber auf einen Wiederaufbau. Geblieben sind die Pfeiler und Joche des Hallenschiffs sowie die Apsiden samt Fensteröffnungen, während Verglasung und Dächer fehlen.
Die Gedenkstätte
Mit der von Kardinal Frings 1954 erteilten Genehmigung zur Profanierung ließ sich in den Mauerresten ein Gedenkort für die Kriegstoten anlegen. Die Einweihung fand am 21. Mai 1959 statt, unter anderem in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss. Im Zentrum steht eine Nachbildung der Plastik „Trauerndes Elternpaar“: Den ursprünglichen Auftrag erhielt Ewald Mataré, gab ihn jedoch an seine Meisterschüler Joseph Beuys und Erwin Heerich weiter — Heerich schuf die Mutter, Beuys den Vater. Das Original geht auf Käthe Kollwitz zurück und befindet sich heute auf dem deutschen Soldatenfriedhof Vladslo in Westflandern. Ergänzend findet sich ein Kriegsgefangenen-Mahnmal.
Lage und Umgebung
Zugang gewährt der Eingang im Westen an der Straße Quatermarkt. In der Nachkriegszeit kamen südlich und östlich das Treppenhaus sowie das Foyer des Gürzenich hinzu. Nördlich schließt seit 2001 das Wallraf-Richartz-Museum an, dessen Panoramafenster im Stiftersaal den Blick auf die Kirche freigibt. Im Turmerdgeschoss liegt die 1964 geweihte Sankt-Bruder-Konrad-Kapelle, in der die Mondsichelmadonna aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts seit 2007 wieder ihren Platz hat.
Heutiger Zustand
Laut Stadt Köln ist die Bausubstanz so marode, dass sich kleinere Teile lösen und herabfallen können. Auch die in den 1950er Jahren über Hohlräumen und mittelalterlichen Grüften verlegten Bodenplatten gelten als nicht mehr tragfähig. Folglich lässt sich die Gedenkstätte selbst für Veranstaltungen nicht länger nutzen; nötig wäre eine umfassende Sanierung, zu der bislang jedoch Pläne fehlen.
Zeitstrahl
- 1172Erste urkundliche Erwähnung von St. Alban
- 1494Turm der Kirche erbaut
- 1507Bronzeglocke von Johann von Andernach gegossen
- 1668–1672Umbau zur Hallenkirche durch Baumeister Arnold Gülich
- 1896Neue Kirchenfassade errichtet
- 1943Kirchenglocken beschlagnahmt (bis auf die Albanglocke)
- 1954Kardinal Frings genehmigt Profanierung zur Gedenkstätte (23. Dez.)
- 1959Einweihung der Gedenkstätte am 21. Mai durch Bundespräsident Heuss
Galerie
Karte
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Adresse
Quatermarkt 4
50667 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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