Alt St. Paul
Romanische Pfarrkirche im mittelalterlichen Köln, 1803 aufgegeben und 1807 abgetragen — Reste ihrer Ausstattung finden sich heute in St. Andreas.
Alt St. Paul bezeichnet eine romanische Pfarrkirche samt zugehöriger Pfarrei im mittelalterlichen Köln; kirchenrechtlich gehörte sie zur Stiftskirche St. Andreas. Während der Franzosenzeit hob man sie 1803 auf und trug sie 1807 ab.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige romanische Pfarrkirche
- Lage
- Östlich vor St. Andreas, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Ursprung
- Zunächst einschiffiger Saalbau, nach Gelenius um 980
- Grundmaß (Saalbau)
- Rund 7 × 14 m
- Spätere Form
- Dreischiffig auf trapezförmigem Grundriss
- Benannt nach
- Paulus von Tarsus
- Ende
- 1803 aufgehoben, 1807 abgetragen
Die kleine Kirche wurde laut dem mittelalterlichen Gelehrten Gelenius bereits um 980 auf Geheiß von Erzbischof Warin gegründet – und wuchs über Jahrhunderte von einem winzigen Saalbau von nur 7 × 14 Metern zu einem dreischiffigen Ensemble heran, bevor sie in der Franzosenzeit 1807 einfach abgerissen wurde.
Geschichte
Denkbar ist, dass ein Pfarrbezirk St. Paulus bereits vor der Stadterweiterung von 1106 zu St. Andreas zählte. Gelenius zufolge geht die kleine Kirche auf das Jahr um 980 und eine Anordnung von Erzbischof Warin zurück. Urkundlich fassbar wird sie 1151/65 als „S. Pauli Hermanus“. Mit der Pfarrei verband sich eine Michaelsvikarie des Andreasstifts.
Bau und Erweiterungen
Der anfängliche Saalbau schloss mit seinem Ostgiebel bündig an die Straßenflucht an. 1369 ergänzte man ihn um ein Seitenschiff im Süden, 1472 vergrößerte man das Hauptschiff; in der Folge wich das Südschiff einem Neubau, und auch im Norden entstand ein Seitenschiff. Den so entstandenen dreischiffigen Bau weihte 1476 der päpstliche Legat Alexander. 1491 erhielt das Gebäude ein Gewölbe sowie nördlich eine Sakristei, über der eine dem heiligen Erasmus geweihte Kapelle Platz fand. Ein Plan von 1702 zeigt drei parallele Satteldächer; westlich am Hauptschiff erhob sich ein gedrungener Turm mit geschweiftem Helm.
Umfeld
Im Süden öffnete sich ein zweibogiges Immunitätstor des Stifts, das bronzene Knabenfiguren rahmten. Zugang und Kirchhof befanden sich westlich des Gässchens Andreaskloster. Das Pfarrhaus lag erst an der Komödienstraße, ab 1479 dann an der Marzellenstraße.
Nachfolge und Spuren
Den Namen trägt seit 1908 die neugotische Pfarrkirche St. Paul in der Kölner Innenstadt weiter, auf die das Patrozinium überging. Bei Grabungen von 1936 zeigte sich an der Westseite des verschwundenen Baus eine einst halbrunde Apsis. Erhaltene Stücke der einstigen Ausstattung verwahrt heute die Kirche St. Andreas.
Zeitstrahl
- um 980Errichtung auf Geheiß Erzbischof Warins (nach Gelenius)
- 1151/65Erste urkundliche Erwähnung als „S. Pauli Hermanus"
- 1369Anbau eines südlichen Seitenschiffs
- 1472Erweiterung des Hauptschiffs
- 1476Weihe der nun dreischiffigen Kirche durch päpstlichen Legaten Alexander
- 1491Ausgewölbt; Sakristeianbau mit Erasmuskapelle an der Nordseite
- 1803Schließung der Kirche in der Franzosenzeit
- 1807Niederlegung (Abriss) der Kirche
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





