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© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

St. Paul

Neugotische Pfarrkirche von 1908 in der Kölner Neustadt-Süd, deren Bau der Schokoladenfabrikant Ludwig Stollwerck vorantrieb.

Indoor

St. Paul ist eine 1908 geweihte neugotische Pfarrkirche an der Vorgebirgstraße/Lothringer Straße auf Höhe des Sachsenrings. Der Name geht auf den Kölner Erzbischof Paulus Melchers zurück und führt das Patrozinium einer früheren romanischen Pfarrkirche St. Paul fort, die 1807 abgerissen wurde.

Auf einen Blick

Art
Katholische Pfarrkirche
Baustil
Neugotik
Weihe
1908
Architekt
Stephan Mattar (1875–1943)
Lage
Neustadt-Süd / Südstadt, Stadtbezirk Innenstadt
Schutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Besonderheit
Marienaltar mit Darstellungen des Kirchenvorstands; drei Glocken im Turm (e1, fis1, gis1)
Wusstest du?

Als Kirchenbauer-Dankeschön ließ Ludwig Stollwerck 1908 eine Schokoladenpackung anfertigen, die außen den Kölner Dom und innen die neue Kirche St. Paul zeigte – und überreichte sie persönlich dem Papst im Vatikan.

Entstehung und die Rolle Stollwercks

Mit der Stadterweiterung „Neustadt“ wurde eine eigene Pfarrei nötig, die 1901 aus dem Rektorat Maria Hilf zur Pfarrei St. Paul erhoben wurde. Der Schokoladenfabrikant Ludwig Stollwerck setzte sich seit 1901 für den Neubau ein, war Mitglied des Kirchenvorstands und beschaffte über den Bankier Louis Hagen einen Kredit über 500.000 Mark. Erzbischof Fischer stand dem Vorhaben ablehnend gegenüber, drückte die Bausumme auf 350.000 Mark und gab Baustil sowie Herkunft der Entwerfer vor. Stollwerck verhinderte das Scheitern und organisierte einen Architektenwettbewerb, den der Kölner Stephan Mattar mit dem neugotischen Entwurf „in cruce sola salus“ gewann.

© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

Bau und Ausstattung

Die Grundsteinlegung fand am 13. Mai 1906 durch den Bauunternehmer Ferdinand Schmitz statt, einen Schwager Stollwercks. Im oberen Teil der Chor-Südwand entstand eine erkerartige Loge, deren Nutzung der Familie Stollwerck als Stifter vorbehalten gewesen sein soll. Vom Marienaltar der Bildhauer August Schmidt und Alexander Iven ist heute die Mittelgruppe erhalten; sie zeigt neben dem Marienbild Mitglieder des Kirchenvorstands, darunter Ludwig Stollwerck mit seinem charakteristischen Mittelscheitel. Die Glasfenster schuf Otto Linnemann aus Frankfurt.

© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

Heutiger Zustand

Gemeinsam mit St. Agnes gilt St. Paul als das besterhaltene Beispiel des Kirchenbaus in der Kölner Neustadt. Die drei Turmhelme wurden nach den Kriegszerstörungen nicht wieder errichtet, sodass der Turm heute ein Flachdach trägt. Im Turm hängen drei Glocken.

Wissenswertes

1908 berichtete Ludwig Stollwerck dem Papst im Vatikan vom Neubau und ließ dazu eine Schachtel mit Stollwerck-Schokolade fertigen, die außen den Kölner Dom und innen die neue Kirche St. Paul zeigte. 1910 wurden er und weitere Mitglieder der Baukommission zu Rittern des Ordens vom Heiligen Grabe ernannt.

Zeitstrahl

  1. 1807
    Alt St. Paul (romanische Vorgängerkirche) wird abgerissen
  2. 1888
    Erzbistum Köln erwirbt das Grundstück an der heutigen Pauluskirche
  3. 1901
    Pfarrei St. Paul durch Erhebung des Rektorats Maria Hilf gegründet
  4. 1903
    Nach Tod von Erzbischof Simar: Bauplanung dem Kirchenvorstand übertragen
  5. 1906
    Grundsteinlegung am 13. Mai durch Bauunternehmer Ferdinand Schmitz
  6. 1907
    Tod des ersten Pfarrers Peter Haas (2. August); Innenausbau unter Enshoff weitergeführt
  7. 1908
    Weihe der neugotischen Pfarrkirche St. Paul
  8. 1910
    Ludwig Stollwerck und Baukommission zum Ritter des Ordens vom Heiligen Grabe ernannt

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