Bayenturm
Mittelalterlicher Eckturm der Kölner Stadtmauer am Rhein, um 1220 errichtet — heute Sitz der Stiftung „FrauenMediaTurm".
Der Bayenturm ist ein mittelalterlicher Wehrturm in der Kölner Innenstadt und zählt zu den wenigen erhaltenen Teilen der Befestigung, die Köln rund 700 Jahre umschloss. Heute hat hier die Stiftung „FrauenMediaTurm" ihren Sitz.
Auf einen Blick
- Art
- Mittelalterlicher Wehrturm, südlicher Eckturm der Stadtbefestigung
- Lage
- Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt, am Rhein
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Heutige Nutzung
- Sitz der gemeinnützigen Stiftung „FrauenMediaTurm"
Am 8. Juni 1262 eroberte die Kölner Bürgerschaft den Bayenturm und brach damit endgültig die Vorherrschaft des Erzbischofs – eine Kölner Weisheit hält fest: „Wer den Turm hat, hatte die Macht."
Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-24
Architektur
Der quadratische Unterbau umfasst drei Geschosse mit 2,50 Meter dicken Wänden. Darauf wurden um 1325 zwei achteckige Obergeschosse errichtet, die über einem Rundbogenfries mit Kleeblattbögen mit vorkragenden Zinnen abschließen. Nach Süden und Westen setzte sich die Kölner Stadtmauer fort. Dem Turm südlich vorgelagert war eine Schleuse, mit der sich der Graben vor der landseitigen Stadtmauer fluten ließ.
Verlorene Befestigung am Rhein
Zur östlichen Rheinseite hin führte einst ein Wehrgang über einen Bogen bis zu einem im Fluss verankerten Pfeiler. Von dort ließ sich auch der Treidelbetrieb auf dem Leinpfad überwachen, das Ziehen von Kähnen stromaufwärts durch Pferde. Diese bereits verfallene Verbindung wurde 1585 abgerissen; nur der Bogenansatz blieb stehen, nachdem die im Fluss liegenden Teile 1784 durch Eisgang zerstört worden waren.
Geschichte
Am 8. Juni 1262 eroberte die Kölner Bürgerschaft den Turm, womit die Vorherrschaft des Erzbischofs gebrochen war. Eine Kölner Weisheit lautet: Wer den Turm hat, hatte die Macht. Wegen seiner Rolle im Streit um bürgerliche Freiheiten gegen Erzbischof Engelbert II. wurde der Bayenturm mit dem Stadtwappen geschmückt. Im Dreißigjährigen Krieg verstärkte man ihn 1620. Als Preußen das Gelände 1881 umgestaltete und den Großteil der Mauer schleifte, blieb der Turm erhalten und wurde an die Stadt Köln verkauft.
Vom Museum zum Wiederaufbau
Schwere Schäden eines Brandes von 1697 beseitigte Stadtbaumeister Josef Stübben zwischen 1895 und 1898 durch Wiederaufbau. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Turm zum Kölner Museum für Vor- und Frühgeschichte hergerichtet, das 1907 unter seinem ersten Direktor Carl Rademacher eröffnete. Bei Luftangriffen im Juli 1943 wurden Ausstellungen und Bestände großteils zerstört; gerettete Reste flossen später in den Grundstock des Römisch-Germanischen Museums ein. Über Jahrzehnte stand der Turm als Ruine, bevor er 1987 nach Stübbens Plänen von 1895 wieder aufgebaut wurde.
Heute
Seit August 1994 ist der Bayenturm Sitz der 1984 gegründeten Stiftung „FrauenMediaTurm". Den Innenausbau leitete ab 1992 die Architektin Dörte Gatermann; bemerkenswert ist die Belichtung des Innenraums durch ein sogenanntes „Himmelsauge". Der heutige Rheinuferkai liegt etwa 50 Meter entfernt; zur Rheinuferstraße hin ist ein zehn Meter langes, dreigeschossiges Gebäudeteil der landeinwärts führenden Befestigung erhalten.
Zeitstrahl
- nach 1217Bau des Bayenturms als Teil der Kölner Stadtbefestigung
- 1250Erste urkundliche Erwähnung des Turms
- 8. Juni 1262Eroberung durch Kölner Bürgerschaft; Vorherrschaft des Erzbischofs gebrochen
- um 1325Zwei achteckige Obergeschosse mit Zinnen aufgesetzt
- 1895–1898Reparatur der Brandschäden von 1697 durch Stadtbaumeister Josef Stübben
- 1907Eröffnung als Museum für Vor- und Frühgeschichte unter Carl Rademacher
- Juli 1943Sammlungen bei Luftangriffen weitgehend zerstört
- 1987Wiederaufbau des im Krieg stark beschädigten Turms
- August 1994Turm wird Sitz der Stiftung FrauenMediaTurm
Galerie
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Adresse
Bayenturm
50678 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25





