Antoniterkirche
Gotische evangelische Kirche mitten auf der Schildergasse – nach dem Dom die meistbesuchte Kirche Kölns, bekannt für Barlachs „Schwebenden“.
seit 1350
Die Antoniterkirche ist eine gotische evangelische Kirche mitten in der Einkaufsstraße Schildergasse. Ihre zentrale Lage macht sie nach dem Dom zur meistbesuchten Kirche Kölns – ein Ort der Ruhe inmitten des Trubels.
Auf einen Blick
- Erbaut
- 1350–1378 als Klosterkirche des Antoniter-Ordens
- Konfession
- evangelisch (seit 1802/1805)
- Lage
- Schildergasse, zentrale Einkaufsstraße
- Bauform
- dreischiffige gotische Basilika mit Dachreiter statt Turm
- Berühmt für
- Ernst Barlachs „Der Schwebende“
- Besonderheit
- seit 2016 Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry
- Eintritt
- frei
Die Antoniterkirche war ursprünglich eine katholische Klosterkirche, bis die französischen Besatzer sie 1802 den Kölner Protestanten überließen – denn bis dahin mussten evangelische Gottesdienste geheim stattfinden oder in benachbarte Orte wie Mülheim und Frechen ausweichen.
Das kannst du hier erleben
- Aus dem Trubel der Schildergasse in die stille Kirche eintauchen
- Ernst Barlachs „Schwebenden" bestaunen
- Die gotische Architektur des dreischiffigen Baus auf sich wirken lassen
- Einen Moment der Ruhe und Andacht finden
- Den Innenraum und das Mahnmal fotografieren
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Vom Kloster zur Stadtkirche
Ursprünglich gehörte die Basilika zum Kloster des Antoniter-Ordens und war dem heiligen Antonius dem Großen geweiht. Während der französischen Besetzung wurden die Klöster 1794 aufgelöst und den Kölner Protestanten öffentliche Gottesdienste erlaubt – zuvor mussten diese heimlich oder in Nachbarorten wie Mülheim und Frechen stattfinden. 1802 überließen die Franzosen der evangelischen Gemeinde die Antoniterkirche, die 1802–1805 unter Ferdinand Franz Wallraf für den evangelischen Gottesdienst umgebaut wurde. Nach schwerer Zerstörung durch einen Luftangriff 1942 folgte bis 1952 der Wiederaufbau unter Georg Eberlein; zur Wiedereinweihung kam Bundespräsident Theodor Heuss.
Architektur
Die dreischiffige, gewölbte Basilika entstand im Stil einer Bettelordenskirche und besitzt einen polygonalen Chor; das nördliche Seitenschiff hat einen eigenen Schlusschor. Statt eines Turms trägt die Kirche einen Dachreiter, der nach der Kriegszerstörung 1954 neu errichtet wurde. 1979/1980 erhielt der Innenraum wieder seine mittelalterlich anmutende Farbfassung.
Barlachs „Der Schwebende“
Bekanntestes Kunstwerk ist die in der nördlichen Seitenkapelle aufgehängte Bronzeplastik „Der Schwebende“ von Ernst Barlach, für viele sein Hauptwerk. Es handelt sich um einen Zweitguss der 1927 geschaffenen Figur, deren Original im Dom zu Güstrow von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ eingeschmolzen wurde. Die schwebende Gestalt trägt die Gesichtszüge der Künstlerin Käthe Kollwitz und hängt über einer Steinplatte mit den Jahreszahlen des Ersten Weltkriegs und der NS-Herrschaft 1933–1945. 2011 kamen mit dem „Kruzifix II“ und dem „Lehrenden Christus“ zwei weitere Werke Barlachs hinzu.
Weitere Ausstattung
Im südlichen Seitenschiff steht ein romanischer Taufstein aus Namurer Blaustein des 12. Jahrhunderts, den das Museum Schnütgen der Gemeinde überließ. Die Orgel baute 1969 die Firma Willi Peter; sie besitzt 45 Register auf drei Manualen und Pedal und wurde 2013 restauriert und erweitert. Überregional bekannt wurde die Kirche zudem als Ort des „Politischen Nachtgebets“; sie ist außerdem die Taufkirche der Widerstandskämpferin Freya von Moltke.
Zeitstrahl
- 1350–1378Antoniter-Orden errichtet gotisches Kloster mit Kirche
- 1794Französische Besetzung: Klöster aufgelöst, Religionsfreiheit gewährt
- 6. Aug. 1802Übergabe der Kirche an die Kölner Protestanten
- 1802–1805Umbau für evangelischen Gottesdienst unter Ferdinand Franz Wallraf
- 1805Wiedereröffnung als evangelisches Gotteshaus (Rogatesonntag), ca. 800 Plätze
- 31. Mai 1942Luftangriff zerstört die Kirche weitgehend
- 1946–1952Wiederaufbau unter Architekt Georg Eberlein
- 18. Mai 1952Wiedereinweihung mit Bundespräsident Theodor Heuss
Galerie
Karte
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Adresse
Schildergasse 57
50667 Köln
Öffnungszeiten
Di: 11:00–18:00
Mi: 11:00–18:00
Do: 11:00–18:00
Fr: 11:00–18:00
Sa: 12:00–17:00
So: 12:00–17:30
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 268009535)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-02
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