Cellitinnenkloster Dreifaltigkeit
Ehemaliges Kölner Kloster der Cellitinnen, deren Schwestern Krankenpflege leisteten — mit Wurzeln in einem Beginenkonvent von 1365.
Eine kirchliche Vergünstigung erlaubte der Gemeinschaft, selbst in Zeiten eines Interdikts hinter verschlossener Tür Gottesdienst zu halten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliges Kloster der Cellitinnen
- Lage
- Köln, Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
- Kapelle
- rund 6 Meter breit, 15 Meter lang, mit Dachreiter
- Klostergebäude
- rund 13 Meter breit, 18 Meter tief, mit zugehörigem Zinshaus
- Fusion
- 1478 mit dem Tulenkonvent (gegründet 1307)
- Ende
- Aufhebung 1826
Selbst kirchliche Interdikte, während derer normalerweise keine Gottesdienste erlaubt waren, konnten die Schwestern seit 1502 umgehen: Ihre Kapelle durfte bei verschlossener Tür trotzdem Messen abhalten.
Von den Beginen zum Kloster
Den Anfang bildete ein aus dem Nachlass des Johann von Denandt gestifteter Konvent für acht Beginen, der in einem Haus an der Achternstraße unter der Aufsicht des Kustos und Thesaurars der Stiftskirche St. Severin lebte. Durch Schenkungen wuchs die Gemeinschaft rasch: 1452 zählte sie zehn Mitglieder und hätte Platz für bis zu sechzehn geboten. Kurz nach 1452 traten ein Kartäuser und ein Fraterherr als Superior und Visitator auf, womit die förmliche Umwandlung zum Kloster begann. 1470 nahm der Konvent die Regel des heiligen Augustinus an, die Erzbischof Ruprecht von der Pfalz am 12. Januar 1471 bestätigte. Den Schwestern wurde die freie Wahl eines Beichtvaters gewährt, der auch die dem Bischof vorbehaltenen Lossprechungen vornehmen durfte; als Visitator wurde der Prior des Kreuzherrenklosters berufen.
Fusion mit dem Tulenkonvent
Der Tulenkonvent war 1307 von einer Begine namens Tula für acht Beginen gegründet worden. 1452 lebten dort nur noch vier Beginen, die den Pfarrer von St. Severin als Superior hatten. Der Stadtrat beschloss die Zusammenlegung mit dem Denandtkonvent, doch zunächst wurde sie nicht umgesetzt. Erst auf Befehl der erzbischöflichen Behörde kam es 1478 zur tatsächlichen Vereinigung.
Kapelle und Kirche
1502 erhielt die Gemeinschaft die Erlaubnis, eine eigene Kapelle mit Altar und Glocke zu errichten, in der auch während eines Interdikts bei verschlossener Tür Messen gefeiert werden durften. Da die Mittel für einen feststehenden Altar zunächst fehlten, wurde ein beweglicher Altar gestattet. Nachdem sich die Lage gebessert hatte, weihte der Erzbischof 1504 einen festen Altar zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit, des heiligen Michael und weiterer Heiliger. 1555 folgte die Genehmigung für ein größeres Gotteshaus, das der Weihbischof Johannes 1557 mit drei Altären zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und der heiligen Anna weihte. 1760 wurde die vom Einsturz bedrohte Holzdecke wiederhergestellt; 1784 richtete der Eisgang beim Hochwasser am Klostergebäude erhebliche Schäden an.
Krankenpflege und Alltag
Die Schwestern versorgten Kranke in deren Häusern und nahmen sie gegen Vergütung auch im Kloster auf, wo sie ihnen bis zum Tod beistanden. Ab 1672 bestand in der Kapelle ein Offizium, dessen Offiziant an drei Wochentagen die Messe feierte.
Niedergang und Auflösung
Mit der Französischen Revolution nahte das Ende der Gemeinschaft, die 1800 noch acht, 1802 nur noch sechs Schwestern zählte. Ein Aufhebungsbeschluss von 1802 mit einer auf 3.300 Francs geschätzten Pension wurde vor seiner Vollstreckung zurückgezogen. Nach dem letzten Eintritt im Juni 1822 zählte der Konvent 1826 erneut acht Mitglieder unterschiedlichen Alters und verfügte über ein Einkommen von 734 Talern; im selben Jahr wurde das Kloster aufgehoben.
Zeitstrahl
- 1365Gründung eines Konvents für acht Beginen aus dem Nachlass des Johann von Denandt
- 1307Gründung des benachbarten Tulenkonvents durch die Begine Tula
- 1452Konvent zählt 10 Mitglieder, beginnende Umwandlung zum Kloster
- 1470/1471Annahme der Augustinusregel, Bestätigung durch Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (12. Januar 1471)
- 1478Vereinigung mit dem Tulenkonvent
- 1502/1504Erlaubnis zum Kapellenbau (16. April 1502), Altarweihe (9. Juni 1504)
- 1555/1557Genehmigung (17. Mai 1555) und Weihe (4. April 1557) eines größeren Gotteshauses
- 1784–1826Hochwasserschäden 1784, Auflösungsversuch 1802, endgültige Aufhebung 1826
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