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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Franz Anton Kreuter · Public domain

Cellitinnenkloster Klein-Nazareth

Ehemaliges Kölner Cellitinnenkloster, dessen Schwestern anders als in der übrigen Ordensfamilie nicht dauerhaft in der Krankenpflege arbeiteten.

Aus einem Beginenkonvent an der Straße Unter Sachsenhausen entwickelte sich eine Cellitinnengemeinschaft, deren Bestehen sich über rund fünf Jahrhunderte verfolgen lässt.

Auf einen Blick

Art
Ehemaliges Kloster (nicht mehr bestehend)
Lage
Köln, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Orden
Cellitinnen
Gründung
1307 als Beginenkonvent verfügt
Kapelle
Saal von etwa 8 × 12 m
Belegung
von sechs Schwestern (1477) bis zu 51 im 17. Jahrhundert
Aufhebung
2. September 1802
Wusstest du?

Als das Kloster 1486 eine Kapelle einrichtete, musste die Messe bei verschlossenen Türen und ohne Glockengeläut gelesen werden – ausgerechnet dieser unauffällige Kompromiss durchkreuzte den Plan des Stadtmagistrats, den Konvent mit einem anderen zusammenzulegen.

Gründung

Im Jahr 1307 verfügten Heymo dictus de Duren und seine Frau, dass ihr Haus bei der Würfelpforte an der Straße Unter Sachsenhausen nach ihrem Tod als Konvent für zwölf Beginen dienen sollte. Mit der Umsetzung wurden der Pleban von St. Paul und die Amtleute von Niederich betraut. 1314 vermachten die Stifter ihrer in den Konvent eingetretenen Tochter Bela einen Erbzins von einer Mark, der nach deren Tod unter die drei ältesten Beginen verteilt werden sollte. Verwaltet wurde die Gemeinschaft von einer Meisterin oder Rectrix; die geistliche Aufsicht lag zunächst beim Pfarrer von St. Paul und später bei den Kreuzbrüdern. Strukturdaten führen daneben 1335 als Jahr an, doch datiert die überlieferte Gründungsgeschichte die Stiftung auf 1307.

© Hermann Keussen (+ 1943) · Public domain

Entwicklung

1474 übernahm der Konvent die Regel des heiligen Augustinus mit den Konstitutionen der Celliten; 1477 zählte er nur sechs Schwestern. 1486 erhielt das Kloster die Erlaubnis, im Haus einen Betraum mit Altar einzurichten und dort die heilige Messe lesen zu lassen — bei verschlossenen Türen und ohne Glockengeläut. Die Einweihung dieser nichtöffentlichen Kapelle verhinderte die Absicht des Stadtmagistrats, den Konvent mit einem anderen zusammenzulegen.

© Historisches Archiv der Stadt Köln · Public domain

Krankenpflege und Wachstum

Den Lebensunterhalt bestritten die Schwestern vor allem durch Handarbeit, anfangs auch durch Krankenpflege. Auf dem Generalkapitel zu Haarlem im Jahr 1500 wurden sie von dieser Aufgabe entbunden. Im 17. Jahrhundert wuchs der Konvent auf bis zu 51 Schwestern an, weshalb 1639 eine erhebliche bauliche Erweiterung erfolgte.

© Franz Anton Kreuter · Public domain

Kapelle und Bauten

1501 erhielt das Kloster eine neue Kapelle; möglicherweise handelte es sich aber erst bei der 1551 geweihten Kapelle um einen eigenständigen Bau. Der seit dem 16. Jahrhundert Klein-Nazareth genannte Komplex lag mit der Nordseite der Kapelle unmittelbar an der Straße. Südlich schloss ein schmaler Klausurhof von rund 7 × 28 m an, westlich ein kleiner Vorhof mit der Klosterpforte, nach Süden ein größeres Gartengelände.

Aufhebung

Bei der Aufhebung des Klosters 1802 wurde der Gesamtkapitalwert der Gemeinschaft auf 32.696 Francs geschätzt, die an die Schwestern zu zahlenden Renten auf etwa 4300 Francs. Auf dem Areal entstand danach eine Baumwollspinnerei.

Zeitstrahl

  1. 1307
    Heymo de Duren bestimmt sein Haus als künftigen Beginenkonvent für 12 Beginen
  2. 1335
    Bau/Eröffnung des Klosters
  3. 1474
    Übernahme der Augustinusregel mit Cellitinnen-Konstitutionen
  4. 1477
    Konvent zählt nur noch sechs Schwestern
  5. 1486
    Erlaubnis für Betraum/Altar; Einweihung der nichtöffentlichen Kapelle
  6. 1500
    Entbindung von der Krankenpflegetätigkeit auf dem Generalkapitel zu Haarlem
  7. 1551
    Weihe einer neuen, eigenständigen Kapelle
  8. 1639
    Erhebliche bauliche Erweiterung des Gebäudes
  9. 1802
    Aufhebung des Klosters am 2. September

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07

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