Cellitinnenkloster Klein-Nazareth
Ehemaliges Kölner Cellitinnenkloster, dessen Schwestern anders als in der übrigen Ordensfamilie nicht dauerhaft in der Krankenpflege arbeiteten.
Aus einem Beginenkonvent an der Straße Unter Sachsenhausen entwickelte sich eine Cellitinnengemeinschaft, deren Bestehen sich über rund fünf Jahrhunderte verfolgen lässt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemaliges Kloster (nicht mehr bestehend)
- Lage
- Köln, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Orden
- Cellitinnen
- Gründung
- 1307 als Beginenkonvent verfügt
- Kapelle
- Saal von etwa 8 × 12 m
- Belegung
- von sechs Schwestern (1477) bis zu 51 im 17. Jahrhundert
- Aufhebung
- 2. September 1802
Als das Kloster 1486 eine Kapelle einrichtete, musste die Messe bei verschlossenen Türen und ohne Glockengeläut gelesen werden – ausgerechnet dieser unauffällige Kompromiss durchkreuzte den Plan des Stadtmagistrats, den Konvent mit einem anderen zusammenzulegen.
Gründung
Im Jahr 1307 verfügten Heymo dictus de Duren und seine Frau, dass ihr Haus bei der Würfelpforte an der Straße Unter Sachsenhausen nach ihrem Tod als Konvent für zwölf Beginen dienen sollte. Mit der Umsetzung wurden der Pleban von St. Paul und die Amtleute von Niederich betraut. 1314 vermachten die Stifter ihrer in den Konvent eingetretenen Tochter Bela einen Erbzins von einer Mark, der nach deren Tod unter die drei ältesten Beginen verteilt werden sollte. Verwaltet wurde die Gemeinschaft von einer Meisterin oder Rectrix; die geistliche Aufsicht lag zunächst beim Pfarrer von St. Paul und später bei den Kreuzbrüdern. Strukturdaten führen daneben 1335 als Jahr an, doch datiert die überlieferte Gründungsgeschichte die Stiftung auf 1307.
Entwicklung
1474 übernahm der Konvent die Regel des heiligen Augustinus mit den Konstitutionen der Celliten; 1477 zählte er nur sechs Schwestern. 1486 erhielt das Kloster die Erlaubnis, im Haus einen Betraum mit Altar einzurichten und dort die heilige Messe lesen zu lassen — bei verschlossenen Türen und ohne Glockengeläut. Die Einweihung dieser nichtöffentlichen Kapelle verhinderte die Absicht des Stadtmagistrats, den Konvent mit einem anderen zusammenzulegen.
Krankenpflege und Wachstum
Den Lebensunterhalt bestritten die Schwestern vor allem durch Handarbeit, anfangs auch durch Krankenpflege. Auf dem Generalkapitel zu Haarlem im Jahr 1500 wurden sie von dieser Aufgabe entbunden. Im 17. Jahrhundert wuchs der Konvent auf bis zu 51 Schwestern an, weshalb 1639 eine erhebliche bauliche Erweiterung erfolgte.
Kapelle und Bauten
1501 erhielt das Kloster eine neue Kapelle; möglicherweise handelte es sich aber erst bei der 1551 geweihten Kapelle um einen eigenständigen Bau. Der seit dem 16. Jahrhundert Klein-Nazareth genannte Komplex lag mit der Nordseite der Kapelle unmittelbar an der Straße. Südlich schloss ein schmaler Klausurhof von rund 7 × 28 m an, westlich ein kleiner Vorhof mit der Klosterpforte, nach Süden ein größeres Gartengelände.
Aufhebung
Bei der Aufhebung des Klosters 1802 wurde der Gesamtkapitalwert der Gemeinschaft auf 32.696 Francs geschätzt, die an die Schwestern zu zahlenden Renten auf etwa 4300 Francs. Auf dem Areal entstand danach eine Baumwollspinnerei.
Zeitstrahl
- 1307Heymo de Duren bestimmt sein Haus als künftigen Beginenkonvent für 12 Beginen
- 1335Bau/Eröffnung des Klosters
- 1474Übernahme der Augustinusregel mit Cellitinnen-Konstitutionen
- 1477Konvent zählt nur noch sechs Schwestern
- 1486Erlaubnis für Betraum/Altar; Einweihung der nichtöffentlichen Kapelle
- 1500Entbindung von der Krankenpflegetätigkeit auf dem Generalkapitel zu Haarlem
- 1551Weihe einer neuen, eigenständigen Kapelle
- 1639Erhebliche bauliche Erweiterung des Gebäudes
- 1802Aufhebung des Klosters am 2. September
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