Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Sunappu-shashin · CC BY-SA 4.0

Agrippina die Jüngere

In Köln geborene römische Kaiserfrau: Schwester Caligulas, Frau des Claudius, Mutter Neros — auf ihr Betreiben wurde ihr Geburtsort 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhoben — aus diesem Namen entstand später „Köln“.

Iulia Agrippina, zur Unterscheidung von ihrer gleichnamigen Mutter oft Agrippina die Jüngere genannt, wurde im Jahr 15 oder 16 n. Chr. im Oppidum Ubiorum an der Stelle des späteren Köln geboren. Sie gehörte zur julisch-claudischen Dynastie und war Schwester Caligulas, Ehefrau des Kaisers Claudius und Mutter Neros.

Auf einen Blick

Person
Angehörige der julisch-claudischen Dynastie, Urenkelin des Augustus
Geboren
15 oder 16 n. Chr. im Oppidum Ubiorum (späteres Köln)
Gestorben
59 n. Chr. in Kampanien
Vater
Germanicus, damals Oberbefehlshaber der Legionen in Germanien
Familie
Schwester Caligulas, vierte Ehefrau des Claudius, Mutter Neros
Köln-Bezug
Namensgeberin der 50 n. Chr. gegründeten Colonia Claudia Ara Agrippinensium

Herkunft und frühe Jahre

Agrippina war das siebte von mindestens neun Kindern des Germanicus und der Vipsania Agrippina. Ihren Geburtsort prägte die Ansiedlung der Ubier. Kurz nach ihrer Geburt wurde Germanicus von der Rheingrenze in den Osten des Reiches versetzt, wo er unter unklaren Umständen starb. Ihre Jugend verbrachte sie vermutlich bei ihrer Großmutter Antonia in Rom und erhielt eine gute Bildung.

© Anonym ( Rom ) Unknown author · CC0

Ehen und Verbannung

Seit 28 n. Chr. war sie mit Gnaeus Domitius Ahenobarbus verheiratet; aus dieser Ehe stammte ihr einziger Sohn Lucius, der spätere Nero. Ihr Bruder Caligula verbannte sie 39 n. Chr. auf die Insel Pontia; erst nach seiner Ermordung 41 n. Chr. konnte sie zurückkehren. Es folgte eine zweite Ehe mit dem Senator Gaius Sallustius Crispus Passienus. 49 n. Chr. heiratete sie ihren Onkel Claudius, wofür ein Gesetz gegen die Heirat zwischen Onkel und Nichte geändert werden musste.

© Donat Nonnotte · Public domain

Politische Macht

Als Ehefrau des Claudius baute Agrippina ihre Stellung am Hof aus, ohne ein rechtliches Amt innezuhaben. Sie erwirkte 50 n. Chr. die Adoption ihres Sohnes, der nun in der Thronfolge vor dem leiblichen Claudius-Sohn Britannicus stand. Claudius verlieh ihr den Titel Augusta — als erster römischen Kaiserfrau zu Lebzeiten des Gatten — sowie volles Münzrecht, sodass sie auf reichsweiten Prägungen erschien. Zur Sicherung ihrer Macht holte sie den Philosophen Seneca als Lehrer Neros zurück und ernannte Afranius Burrus zum Prätorianerpräfekten.

© Agrippine la Jeune (0015-0059). Autorité émettrice de monnaie Téos (Ionie ; atelier monétaire). Atelier monétaire · Public domain

Gründung der Colonia

50 n. Chr. wurde die Siedlung an ihrem Geburtsort zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhoben und damit nach ihr benannt. Aus dem Oppidum wurde eine Colonia civium Romanorum, deren zunächst überwiegend aus Veteranen bestehende Einwohner das römische Bürgerrecht besaßen.

© User:Calidius · CC BY-SA 2.5

Ende und Überlieferung

Nach dem Tod des Claudius — den Tacitus zufolge Agrippina vergiften ließ — übte sie zunächst starken Einfluss auf die Regierung ihres Sohnes aus, verlor ihn jedoch in den folgenden Jahren. 59 n. Chr. ließ Nero seine Mutter ermorden. Ihr Bild ist stark von den ihr feindlich gesinnten antiken Quellen, vor allem Tacitus und Sueton, geprägt; Tacitus zog für seine Annalen auch die von ihr verfassten Memoiren heran.

© Agrippine la Jeune (0015-0059). Autorité émettrice de monnaie Téos (Ionie ; atelier monétaire). Atelier monétaire · Public domain

Galerie

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Wolfgang Sauber · CC BY-SA 3.0 · Commons
© RudolfSimon · CC BY-SA 3.0 · Commons
© Agrippine la Jeune (0015-0059). Autorité émettrice de monnaie Amisos (Pont ; atelier monétaire). Atelier monétaire · Public domain · Commons
© Agrippine la Jeune (0015-0059). Autorité émettrice de monnaie Amisos (Pont ; atelier monétaire). Atelier monétaire · Public domain · Commons
© Agrippine la Jeune (0015-0059). Autorité émettrice de monnaie Alexandrie (Égypte ; atelier monétaire). Atelier monétaire · Public domain · Commons

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

150 mBützchen© KI-generiert · Google Gemini

Bützchen

Rheinisches Wort für einen Kuss mit geschlossenen Lippen — im Kölner Karneval unverbindlich und reichlich verschenkt als Zeichen der Sympathie.

Nicht mehr vorhanden 1,1 kmDeutschordenskirche St. Katharina© Woensam · Public domain

Deutschordenskirche St. Katharina

Längst abgetragene Kirche einer Deutschordens-Kommende in der Altstadt-Süd; nur die Straße An Sankt Katharinen trägt den Namen weiter.

Nicht mehr vorhanden 550 mDeutzer Gierponte© ]ohann Adam Delsenbach · CC BY-SA 4.0

Deutzer Gierponte

seit 1674

Historische Gierseilfähre, die von 1674 bis 1822 Köln-Deutz mit der Altstadt verband – heute nicht mehr erhalten.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-02

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.