Agrippina die Jüngere
In Köln geborene römische Kaiserfrau: Schwester Caligulas, Frau des Claudius, Mutter Neros — auf ihr Betreiben wurde ihr Geburtsort 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhoben — aus diesem Namen entstand später „Köln“.
Iulia Agrippina, zur Unterscheidung von ihrer gleichnamigen Mutter oft Agrippina die Jüngere genannt, wurde im Jahr 15 oder 16 n. Chr. im Oppidum Ubiorum an der Stelle des späteren Köln geboren. Sie gehörte zur julisch-claudischen Dynastie und war Schwester Caligulas, Ehefrau des Kaisers Claudius und Mutter Neros.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Person
- Angehörige der julisch-claudischen Dynastie, Urenkelin des Augustus
- Geboren
- 15 oder 16 n. Chr. im Oppidum Ubiorum (späteres Köln)
- Gestorben
- 59 n. Chr. in Kampanien
- Vater
- Germanicus, damals Oberbefehlshaber der Legionen in Germanien
- Familie
- Schwester Caligulas, vierte Ehefrau des Claudius, Mutter Neros
- Köln-Bezug
- Namensgeberin der 50 n. Chr. gegründeten Colonia Claudia Ara Agrippinensium
Herkunft und frühe Jahre
Agrippina war das siebte von mindestens neun Kindern des Germanicus und der Vipsania Agrippina. Ihren Geburtsort prägte die Ansiedlung der Ubier. Kurz nach ihrer Geburt wurde Germanicus von der Rheingrenze in den Osten des Reiches versetzt, wo er unter unklaren Umständen starb. Ihre Jugend verbrachte sie vermutlich bei ihrer Großmutter Antonia in Rom und erhielt eine gute Bildung.
Ehen und Verbannung
Seit 28 n. Chr. war sie mit Gnaeus Domitius Ahenobarbus verheiratet; aus dieser Ehe stammte ihr einziger Sohn Lucius, der spätere Nero. Ihr Bruder Caligula verbannte sie 39 n. Chr. auf die Insel Pontia; erst nach seiner Ermordung 41 n. Chr. konnte sie zurückkehren. Es folgte eine zweite Ehe mit dem Senator Gaius Sallustius Crispus Passienus. 49 n. Chr. heiratete sie ihren Onkel Claudius, wofür ein Gesetz gegen die Heirat zwischen Onkel und Nichte geändert werden musste.
Politische Macht
Als Ehefrau des Claudius baute Agrippina ihre Stellung am Hof aus, ohne ein rechtliches Amt innezuhaben. Sie erwirkte 50 n. Chr. die Adoption ihres Sohnes, der nun in der Thronfolge vor dem leiblichen Claudius-Sohn Britannicus stand. Claudius verlieh ihr den Titel Augusta — als erster römischen Kaiserfrau zu Lebzeiten des Gatten — sowie volles Münzrecht, sodass sie auf reichsweiten Prägungen erschien. Zur Sicherung ihrer Macht holte sie den Philosophen Seneca als Lehrer Neros zurück und ernannte Afranius Burrus zum Prätorianerpräfekten.
Gründung der Colonia
50 n. Chr. wurde die Siedlung an ihrem Geburtsort zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhoben und damit nach ihr benannt. Aus dem Oppidum wurde eine Colonia civium Romanorum, deren zunächst überwiegend aus Veteranen bestehende Einwohner das römische Bürgerrecht besaßen.
Ende und Überlieferung
Nach dem Tod des Claudius — den Tacitus zufolge Agrippina vergiften ließ — übte sie zunächst starken Einfluss auf die Regierung ihres Sohnes aus, verlor ihn jedoch in den folgenden Jahren. 59 n. Chr. ließ Nero seine Mutter ermorden. Ihr Bild ist stark von den ihr feindlich gesinnten antiken Quellen, vor allem Tacitus und Sueton, geprägt; Tacitus zog für seine Annalen auch die von ihr verfassten Memoiren heran.
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