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Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© ]ohann Adam Delsenbach · CC BY-SA 4.0

Deutzer Gierponte

Historische Gierseilfähre, die von 1674 bis 1822 Köln-Deutz mit der Altstadt verband – heute nicht mehr erhalten.

seit 1674

Baden

Die Deutzer Gierponte, auch Schiffbrücke genannt, war eine Gierseilfähre, die von 1674 bis 1822 den Rhein zwischen Köln-Deutz und der Kölner Altstadt überquerte. Das schwimmende Bauwerk existiert heute nicht mehr.

Auf einen Blick

Art
Gierseilfähre (schwimmende Schiffbrücke)
Zeitraum
1674 bis 1822, also fast 150 Jahre in Betrieb
Lage
zwischen Köln-Deutz und der Kölner Altstadt
Bauweise
Katamaran-Form aus zwei tragenden Schiffsrümpfen
Vorbild
Nimwegener Modell nach Hendrick Heuck
Kapazität
bis zu 500 Personen und 100 Pferde je Überfahrt
Besonderheit
durch das Prinzip der Gierseilfähre allein von der Strömung angetrieben

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Geschichte

Der Ursprung der Fähre liegt im Holländischen Krieg. Nach der Belagerung von Bonn eroberten im November 1673 Truppen des Heiligen Römischen Reichs unter dem kaiserlichen Heerführer Raimondo Montecuccoli die mit den Franzosen verbündete, kurkölnische Stadt. Im Jahr darauf ließ der kaiserliche Generalfeldzeugmeister Markgraf Hermann von Baden die erbeutete Bonner Gierseilfähre nach Köln bringen, um dort den Rhein überqueren zu können.

Zunächst bot er die Fähre der freien Reichsstadt Köln an. Nach deren Ablehnung verkaufte er die Gierponte für 1.300 Thaler an die Deutzer Fährvasallen. Diese verpflichteten sich im Gegenzug, jederzeit kaiserliche Truppen überzusetzen. Der Kölner Rat bestand allerdings darauf, dass die Fähre über Nacht auf der linksrheinischen Seite zu liegen hatte.

Betrieb und Kapazität

Laut der Brückenordnung für Deutz aus dem Jahr 1690 musste die Gierponte mindestens zweimal pro Stunde fahren. Eine einzelne Überfahrt dauerte zwischen 15 und 20 Minuten und konnte bis zu 500 Personen und 100 Pferde befördern. Gesteuert wurde die Fähre von einem Brückenmeister und vier weiteren Personen.

Zwischen dem 3. März 1791 und dem 29. Juli 1793 lag der Betrieb an anderer Stelle: Ein Streit zwischen der Kölner und der Deutzer Bürgerschaft führte dazu, dass die Schiffbrücke in dieser Zeit zwischen dem rechtsrheinischen Poll und einem Anleger nahe dem Bayenturm auf Kölner Stadtgebiet verkehrte.

Bauweise

Die Deutzer Gierponte folgte dem Nimwegener Modell, das auf die von Hendrick Heuck entwickelte Gierponte zurückging und dort bereits ab 1657 die Rheinüberquerung ermöglichte. Zwei tragende Schiffsrümpfe von knapp 40 Metern Länge (im damaligen Maß 110 Fuß) und 4 Metern Breite gaben dem Bauwerk seine Katamaran-Form. Darauf ruhte eine belastbare Transportfläche von fast 320 Quadratmetern. Zur Versteifung dienten zwei gekreuzte hölzerne Streben.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Giergerüst technisch aufgerüstet: Es erhielt einen doppelten Querriegel, ein Sprengwerk und Seitenschwerter.

Das Ende

Nach fast 150 Jahren im Dienst war die Zeit der schwimmenden Fähre vorbei. Ende 1822 ließ die preußische Verwaltung mit der Deutzer Schiffbrücke eine feste, stehende Schiffsbrücke errichten, die die Gierponte ablöste. Erhalten ist die Deutzer Gierponte heute nicht mehr – sie lässt sich also nur noch historisch nachvollziehen.

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-10

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