St. Ursula
Romanische Basilika nahe dem Dom mit der „Goldenen Kammer" – dem größten Beinhaus nördlich der Alpen und Wurzeln im römischen Köln.
seit 401
Die römisch-katholische Basilika St. Ursula gehört zu den zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und liegt in der Altstadt-Nord unweit des Doms. Geweiht ist sie der heiligen Ursula, der Stadtpatronin Kölns, und ihren Gefährtinnen.
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Basilika (Basilica minor seit 1920)
- Lage
- Ursulaplatz, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Ursprung
- Römisches Gräberfeld vor den Stadtmauern; Kultbauten seit dem 4. Jahrhundert
- Patronin
- Ursula von Köln, Stadtpatronin
- Besonderheit
- „Goldene Kammer", größtes Beinhaus nördlich der Alpen
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Die Goldene Kammer an St. Ursula gilt als das größte Beinhaus nördlich der Alpen – und die mysteriöse Zahl der 11.000 Märtyrerinnen könnte schlicht auf einen mittelalterlichen Übersetzungsfehler antiker Texte zurückgehen, während ursprünglich nur 11 Gefährtinnen überliefert waren.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Goldene Kammer
Die begehbare Reliquienkammer wurde 1643 von einem Kaufmann gestiftet, um die zuvor im Kircheninneren verteilten Gebeine an einem Ort zusammenzuführen. Der Legende nach handelt es sich um die Überreste der 11.000 Gefährtinnen Ursulas. Zu sehen sind außerdem Reliquienbüsten – mit Gold und Silber verzierte Holzbüsten, in deren Inneren echte Schädel und Knochen liegen. Trotz der Zerstörungen in der Kölner Innenstadt im Zweiten Weltkrieg blieb der Raum weitgehend unversehrt und befindet sich nahezu im Originalzustand des 17. Jahrhunderts.
Geschichte
Auf dem römischen Gräberfeld lösten sich seit dem 4. Jahrhundert mehrere Kultbauten ab; den frühesten dreischiffigen Bau soll um 400 der römische Senator Clematius erweitert haben. Um 922 richtete Erzbischof Hermann I. hier ein adliges Damenstift mit Stiftsdamen aus Gerresheim ein, dem im Hochmittelalter bis zu 40 Kanonissen angehörten. Der heutige romanische Bau entstand im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts als dreischiffige Emporenbasilika; um 1247/1267 kam der große gotische Chor an der Ostseite hinzu, dessen elf Fenster ihn wie ein „gläserner Schrein" umgeben.
Clematius-Inschrift
In der Südwand des Langchors ist seit dem 13. Jahrhundert die Clematius-Inschrift eingemauert. Sie gilt als das früheste schriftliche Zeugnis des Christentums in Köln und verbietet unter Androhung ewiger Höllenqualen, in der Basilika andere als die heiligen Jungfrauen zu bestatten. In ihr wird der Kern für die Entstehung der Ursulalegende gesehen. Wie aus den ursprünglich überlieferten 11 Gefährtinnen schließlich 11.000 wurden, ist ungeklärt.
Heute
Die Basilika ist seit Jahrhunderten ein Pilgerziel und dient heute als Erinnerungsort an das Martyrium von Christinnen und Christen. Die Legende um Ursula findet sich auch im Kölner Stadtwappen wieder.
Zeitstrahl
- um 400Senator Clematius erweitert die Basilika (Clematiusinschrift)
- 866Ersterwähnung eines Kanonikerstifts durch Erzbischof Gunthar
- 881/882Normannenangriff beschädigt die Basilika
- 922Erzbischof Hermann I. gründet adliges Damenstift
- 1106Stadtbefestigung erweitert; großes Gräberfeld entdeckt
- um 1247/1267Gotischer Chor an der Ostseite der Basilika angebaut
- 1643Goldene Kammer von einem reichen Kaufmann gestiftet
- 1920Papst Benedikt XV. erhebt St. Ursula zur Basilica minor
Galerie
Karte
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Adresse
Ursulapl. 24
50668 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–12:00
Di: 15:00–17:00
Mi: 15:00–17:00
Do: 10:00–12:00
Fr: 10:00–12:00
Sa: 15:00–17:00
So: 15:00–17:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 266277477)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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