Minoritenkirche
Grabeskirche von Adolph Kolping und Johannes Duns Scotus – gotische Bettelordenskirche des 13. Jahrhunderts und Pilgerziel.
Die Minoritenkirche mit dem offiziellen Namen St. Mariä Empfängnis steht am Kolpingplatz in der Kölner Altstadt-Nord. Mit den Grabmälern des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping und des mittelalterlichen Theologen Johannes Duns Scotus ist sie ein Pilgerziel.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Kirche, ursprünglich Klosterkirche der Franziskaner
- Patrozinium
- Unbefleckte Empfängnis (St. Mariä Empfängnis)
- Lage
- Kolpingplatz, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Baustil
- Gotik (13.–14. Jahrhundert)
- Maße
- ursprünglich rund 58 m lang, 32 m breit und 21 m hoch
- Besonderheit
- neben der Dominikanerkirche die älteste Bettelordenskirche Kölns
- Ausstattung
- spätgotischer Flügelaltar (um 1480)
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Der Hochaltar der Minoritenkirche ist ein um 1480 in Niedersachsen gefertigter Flügelaltar, der ursprünglich aus der Nicolaikirche im niedersächsischen Alfeld (Leine) stammt und erst 1889 – nach seiner Entfernung aus der dortigen Kirche 1888 – als Geschenk zum sechzigjährigen Priesterjubiläum von Weihbischof Baudri nach Köln gelangte.
Das kannst du hier erleben
- Die gotische Bettelordenskirche aus dem 13. Jahrhundert bestaunen
- Die Grabmäler von Adolph Kolping und Johannes Duns Scotus besuchen
- Den spätgotischen Flügelaltar aus der Zeit um 1480 betrachten
- Das schwebende gläserne Kruzifix im Chor entdecken
- In der stillen Kirche innehalten und verweilen
- Die schlichte gotische Architektur fotografieren
Geschichte
Die Franziskaner ließen sich 1222 in Köln nieder; ab 1245 errichteten sie am heutigen Standort Kirche und Kloster. Der Kölner Konvent wurde zum Hauptkloster der Provinz und beherbergte ab etwa 1260 ein ordenseigenes Generalstudium, an dem ab 1307 Johannes Duns Scotus lehrte. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster aufgehoben – Wikipedia nennt 1802, die offizielle Website 1804. Das Klostergebäude übernahm die städtische Armenverwaltung und wurde 1855 abgerissen; die Kirche selbst ging 1846 als Annexkirche an das Domkapitel über. Auf dem Klostergelände steht heute das Museum für Angewandte Kunst, ursprünglich als Wallraf-Richartz-Museum errichtet; vom Kreuzgang ist das Maßwerk des Westflügels erhalten und in das Museum integriert.
Architektur
Die Kirche ist ein langgestreckter gotischer Bau ohne Querschiff. Von 1245 bis etwa 1260 entstand der frühgotische Chor, das dreischiffige Langhaus mit acht Jochen und Kreuzrippengewölbe folgte im 14. Jahrhundert; die Baudetails werden zum Langhaus hin sparsamer – laut Meinrad Sehi ein Ausdruck des franziskanischen Ideals der Einfachheit. Obwohl der Kölner Dom zur selben Zeit begonnen wurde, besteht laut Sehi weder konstruktiv noch dekorativ eine Abhängigkeit von ihm. Als Bettelordenskirche besitzt sie keinen Kirchturm, sondern seit 1438 einen Dachreiter, der 1713 erneuert wurde.
Ausstattung
Im Chor steht ein spätgotischer Flügelaltar, der 1889 den barocken Hochaltar ersetzte. Das um 1480 in Niedersachsen entstandene Werk stammt aus der Nicolaikirche in Alfeld (Leine).
Kolping und das Kolpingwerk
1862 wurde Adolph Kolping als Rektor an der Minoritenkirche eingesetzt und betrieb die Innenrenovierung mit Spendensammlungen. Bereits seit 1849 nutzte der von ihm gegründete Kölner Gesellenverein die Kirche. Heute wird sie vom internationalen Kolpingwerk genutzt, dessen Zentrale gegenüber der Kirche liegt.
Heute
Im Zweiten Weltkrieg zerstörte Feuer die Kirche; Gewölbe und Teile des Südschiffs gingen verloren. Den Wiederaufbau schloss das Kolpingwerk 1958 ab, 2009/10 folgte eine umfassende Restaurierung samt Dach und Dachreiter. Seither schwebt im Chor ein gläsernes Kruzifix des Düsseldorfer Künstlers Thomas Kesseler über dem Altar.
Zeitstrahl
- 1222Franziskaner lassen sich in Köln nieder
- 1245Baubeginn der Klosterkirche am heutigen Standort
- 1260Weihe des frühgotischen Chors durch Bischof Heinrich von Lützelburg
- 1438Errichtung eines Dachreiters (anstelle eines Kirchturms)
- 1802Kloster durch Säkularisation aufgehoben
- 1846Kirche geht als Annexkirche des Kölner Doms an das Domkapitel über
- 1958Wiederaufbau nach Kriegszerstörung im Zweiten Weltkrieg abgeschlossen
- 2009/10Umfassende Restaurierung inkl. Dach, Dachreiter und Innenausstattung
Galerie
Karte
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Adresse
Kolpingpl. 1
50667 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 268044704)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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