Groß St. Martin
Romanische Basilika in der Kölner Altstadt mit kleeblattförmigem Ostchor und markantem Vierungsturm – errichtet über römischen Fundamenten.
seit 1150
Groß St. Martin zählt zu den zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und prägt mit ihrem Vierungsturm die linksrheinische Silhouette der Stadt. Sie liegt in der Altstadt unweit des Rheins, eingefasst von Wohn- und Geschäftsbauten der 1970er und 1980er Jahre.
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Basilika, einst Benediktiner-Abteikirche
- Lage
- Altstadt-Nord, in Rheinnähe
- Bauzeit
- Baubeginn um 1150, fertig im 13. Jahrhundert
- Form
- dreischiffig, kleeblattförmiger Ostchor, quadratischer Vierungsturm mit vier Ecktürmchen
- Baustil
- romanische Architektur
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- römische Ausgrabungen in der Krypta
Unter der Kirche befand sich einst eine rätselhafte römische Platzanlage mit einem über 34 Meter langen Wasserbecken – ob es ein Schwimmbad, ein Fischteich der Rheinfischer oder Teil eines heiligen Bezirks war, ist bis heute ungeklärt, und nördlich der Alpen ist keine vergleichbare Anlage bekannt.
Das kannst du hier erleben
- Den markanten Vierungsturm mit seinen vier Ecktürmchen bestaunen
- Die romanische Basilika von innen erkunden und die Stille genießen
- Römische Ausgrabungen in der Krypta entdecken
- Die Kirche als Teil der Altstadt nahe dem Rhein fotografieren
- Bei einem Altstadt-Spaziergang die Kölner Silhouette bewundern
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Der Bau begann um 1150 über den Resten eines römischen Speichergebäudes und einer frühmittelalterlichen Vorgängerkirche und reichte bis ins 13. Jahrhundert. Als Kirche der gleichnamigen Benediktinerabtei diente das Gebäude bis zur Säkularisation im Jahr 1802. Nachdem man die Abteigebäude niedergelegt hatte, übernahm sie die Funktion einer Pfarrkirche.
Zerstörung und Wiederaufbau
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark beschädigt, besonders durch die Luftangriffe von 1942/43, denen weite Bereiche von Langhaus und Gewölben zum Opfer fielen. Den Turm stellte man bis 1965 wieder her, der vollständige Wiederaufbau dauerte bis 1985. Vier Jahrzehnte nach Kriegsende erfolgte die erneute Weihe.
Römische Vorgeschichte
Das Areal lag ursprünglich auf einer Rheininsel vor dem römischen Köln, östlich des Prätoriums, und trug bereits seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert Bebauung. Grabungen brachten unter anderem dreischiffige Hallen ans Licht, deren Lage am Rheinufer auf einen Gebrauch als Speicher für Handelswaren schließen lässt. In der neu angelegten Krypta sind Funde aus römischer Zeit zu sehen.
Heute
Seit 2009 kümmert sich die Gemeinschaft der Fraternité de Jérusalem um die Kirche, die seither wieder klösterlich genutzt wird und für Gläubige wie Besucher zugänglich ist. Der Namenszusatz „Groß“ grenzt die Basilika gegen die kleinere, ebenfalls dem heiligen Martin geweihte Marktkirche Klein St. Martin ab, von der allein der Turm fortbesteht.
Zeitstrahl
- 1. Jh. n. Chr.Erste Bebauung der Rheininsel mit römischer Platzanlage
- Mitte 2. Jh.Umbau zu römischen Lagerhallen (horreae) am Rheinufer
- ab ~1150Baubeginn der Basilika auf römischen Fundamenten
- 13. Jh.Abschluss der Kirche nach mehreren Bauphasen
- 1802Säkularisation: Ende der Benediktinerabtei, Umwidmung zur Pfarrkirche
- 1942/43Schwere Kriegsschäden durch Bombenangriffe (Langhaus, Gewölbe)
- 1965Turmrekonstruktion abgeschlossen
- 1985Wiederaufbau abgeschlossen, Kirche neu geweiht
- 2009Fraternité de Jérusalem übernimmt; Kirche wieder Klosterkirche
Galerie
Karte
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Adresse
An Groß St. Martin
50667 Köln
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 266952832)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
- offenedaten-koeln.de (abgerufen 2026-06-30)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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