St. Amandus (Köln-Rheinkassel)
Romanische Kirche am Rheinufer, deren zweitürmiger Chor eine verkleinerte Nachbildung von St. Gereon ist.
seit 1200
St. Amandus ist die römisch-katholische Kirche im Kölner Ortsteil Rheinkassel, unmittelbar am Rheinufer gelegen. Sie gehört zur Pfarrgemeinde St. Pankratius am Worringer Bruch und ist nach Amand von Maastricht benannt, der im 7. Jahrhundert als Missionar in Belgien wirkte.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Kirche
- Lage
- Stadtteil Merkenich, Stadtbezirk Chorweiler, am Rheinufer
- Baustil
- Romanisch
- Westturm
- um 1200
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- zweitürmiger Chor nach Vorbild von St. Gereon
- Glocken
- sechs (vier als Geläut, zwei historische einzeln)
Der Chor der kleinen Dorfkirche St. Amandus ist eine verkleinerte Kopie der Kölner Stiftskirche St. Gereon – ein für eine Landkirche völlig ungewöhnlicher Prachtanspruch, der um 1220 weit über das bei Kölner Landkirchen übliche Maß hinausging.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Die Entstehung der Kirche lässt sich aus den Quellen nur indirekt erschließen. Möglicherweise wurde sie vom Amanduskloster im heutigen Saint-Amand-les-Eaux gegründet, dem Karl der Einfältige 899 Besitzungen am Rhein bestätigte. Von 1156 bis zur Säkularisation 1803 unterstand die Kirche dem Kölner Stift St. Gereon, das die Pfarrer stellte. 1185 sprach Erzbischof Engelbert I. Rheinkassel dem Gereonsstift zu.
Bau und Architektur
Die kleine romanische Kirche geht auf eine Saalkirche des 11. Jahrhunderts zurück, deren Fundamente 1979 freigelegt wurden. Um 1200 erhielt der einfache Bau seinen Westturm, der im 17. Jahrhundert um ein Geschoss reduziert wurde. Ab etwa 1220 erweiterte das Gereonsstift die Kirche um zwei Seitenschiffe und einen aufwändig gegliederten Chor, dessen zwei Flankentürme dem Vorbild von St. Gereon folgen; damals wurde das Langhaus erstmals eingewölbt. Das heute bestehende, gotisierende Gewölbe stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Bauschmuck ging weit über das bei Kölner Landkirchen übliche Maß hinaus; Rundbogenfriese prägen den Außenbau. Die heutige Farbfassung in Weiß und Rosa rekonstruiert anhand gefundener Farbreste die mittelalterliche Farbigkeit.
Ausstattung
Die ältere Ausstattung kam erst im 19. und 20. Jahrhundert in die Kirche. Erhalten sind eine thronende Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert, eine Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert sowie Heiligenfiguren des 17. Jahrhunderts, darunter der heilige Amandus. Die 1997 erworbene St.-Jakobus-Plastik von Toni Zenz erinnert an die mittelalterliche Pilgerstation am Düsseldorfer St.-Jakobus-Weg. Die drei Chorfenster schuf Dieter Hartmann 1987. Die Orgel mit 11 Registern geht auf einen Bau von 1789 zurück; bei einem Umbau 1981 wurden Teile wiederverwendet, sodass einige Pfeifen über 200 Jahre alt sind.
Zeitstrahl
- 899Karl der Einfältige bestätigt Klosterbesitz am Rhein (erste Erwähnung)
- 11. JahrhundertErste Saalkirche erbaut (Fundamente 1979 freigelegt)
- 1156Vergleich um Besitzrechte zwischen Kloster Knechtsteden und Stift St. Gereon
- 1185Rheinkassel durch Erzbischof Engelbert I. endgültig dem Gereonsstift zugesprochen
- um 1200Westturm errichtet (im 17. Jh. um ein Geschoss reduziert)
- um 1220Erweiterung durch Gereonsstift: Seitenschiffe und Chor nach Vorbild St. Gereon
- 1789Orgel von Kölner Orgelbauer Johan Georg Arnold erbaut
- 1987Chorfenster (Dreifaltigkeit) von Dieter Hartmann eingesetzt
Karte
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Adresse
Amandusstraße 2
50769 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 08:00–19:00
Di: 08:00–19:00
Mi: 08:00–19:00
Do: 08:00–19:00
Fr: 08:00–19:00
Sa: 08:00–19:00
So: 08:00–19:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 263670621)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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