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© Chris06 · Public domain

St. Amandus (Köln-Rheinkassel)

Romanische Kirche am Rheinufer, deren zweitürmiger Chor eine verkleinerte Nachbildung von St. Gereon ist.

seit 1200

Geheimtipp Eintritt frei Indoor

St. Amandus ist die römisch-katholische Kirche im Kölner Ortsteil Rheinkassel, unmittelbar am Rheinufer gelegen. Sie gehört zur Pfarrgemeinde St. Pankratius am Worringer Bruch und ist nach Amand von Maastricht benannt, der im 7. Jahrhundert als Missionar in Belgien wirkte.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Kirche
Lage
Stadtteil Merkenich, Stadtbezirk Chorweiler, am Rheinufer
Baustil
Romanisch
Westturm
um 1200
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Besonderheit
zweitürmiger Chor nach Vorbild von St. Gereon
Glocken
sechs (vier als Geläut, zwei historische einzeln)
Wusstest du?

Der Chor der kleinen Dorfkirche St. Amandus ist eine verkleinerte Kopie der Kölner Stiftskirche St. Gereon – ein für eine Landkirche völlig ungewöhnlicher Prachtanspruch, der um 1220 weit über das bei Kölner Landkirchen übliche Maß hinausging.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Die Entstehung der Kirche lässt sich aus den Quellen nur indirekt erschließen. Möglicherweise wurde sie vom Amanduskloster im heutigen Saint-Amand-les-Eaux gegründet, dem Karl der Einfältige 899 Besitzungen am Rhein bestätigte. Von 1156 bis zur Säkularisation 1803 unterstand die Kirche dem Kölner Stift St. Gereon, das die Pfarrer stellte. 1185 sprach Erzbischof Engelbert I. Rheinkassel dem Gereonsstift zu.

© Chris06 · Public domain

Bau und Architektur

Die kleine romanische Kirche geht auf eine Saalkirche des 11. Jahrhunderts zurück, deren Fundamente 1979 freigelegt wurden. Um 1200 erhielt der einfache Bau seinen Westturm, der im 17. Jahrhundert um ein Geschoss reduziert wurde. Ab etwa 1220 erweiterte das Gereonsstift die Kirche um zwei Seitenschiffe und einen aufwändig gegliederten Chor, dessen zwei Flankentürme dem Vorbild von St. Gereon folgen; damals wurde das Langhaus erstmals eingewölbt. Das heute bestehende, gotisierende Gewölbe stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Bauschmuck ging weit über das bei Kölner Landkirchen übliche Maß hinaus; Rundbogenfriese prägen den Außenbau. Die heutige Farbfassung in Weiß und Rosa rekonstruiert anhand gefundener Farbreste die mittelalterliche Farbigkeit.

© Triptychon · CC0

Ausstattung

Die ältere Ausstattung kam erst im 19. und 20. Jahrhundert in die Kirche. Erhalten sind eine thronende Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert, eine Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert sowie Heiligenfiguren des 17. Jahrhunderts, darunter der heilige Amandus. Die 1997 erworbene St.-Jakobus-Plastik von Toni Zenz erinnert an die mittelalterliche Pilgerstation am Düsseldorfer St.-Jakobus-Weg. Die drei Chorfenster schuf Dieter Hartmann 1987. Die Orgel mit 11 Registern geht auf einen Bau von 1789 zurück; bei einem Umbau 1981 wurden Teile wiederverwendet, sodass einige Pfeifen über 200 Jahre alt sind.

Zeitstrahl

  1. 899
    Karl der Einfältige bestätigt Klosterbesitz am Rhein (erste Erwähnung)
  2. 11. Jahrhundert
    Erste Saalkirche erbaut (Fundamente 1979 freigelegt)
  3. 1156
    Vergleich um Besitzrechte zwischen Kloster Knechtsteden und Stift St. Gereon
  4. 1185
    Rheinkassel durch Erzbischof Engelbert I. endgültig dem Gereonsstift zugesprochen
  5. um 1200
    Westturm errichtet (im 17. Jh. um ein Geschoss reduziert)
  6. um 1220
    Erweiterung durch Gereonsstift: Seitenschiffe und Chor nach Vorbild St. Gereon
  7. 1789
    Orgel von Kölner Orgelbauer Johan Georg Arnold erbaut
  8. 1987
    Chorfenster (Dreifaltigkeit) von Dieter Hartmann eingesetzt

Karte

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Adresse

Amandusstraße 2
50769 Köln

Öffnungszeiten

Mo: 08:00–19:00

Di: 08:00–19:00

Mi: 08:00–19:00

Do: 08:00–19:00

Fr: 08:00–19:00

Sa: 08:00–19:00

So: 08:00–19:00

Kontakt

0221 782322

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27

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