Gereonstor
Mittelalterliches Doppelturmtor der Kölner Stadtmauer — über 400 Jahre zugemauert, lange als strengstes Stadtgefängnis genutzt, 1881 abgebrochen.
seit 1215
Das Gereonstor war ein Doppelturmtor in der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln. Es stand in der Altstadt-Nord an der heutigen Christophstraße/Von-Werth-Straße und wurde 1881 niedergelegt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Stadttor (Doppelturmtor) der linksrheinischen Stadtbefestigung
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Benannt nach
- der nahen Kirche St. Gereon
- Stadtbefestigung
- ab 1180, Halbkreis rund 7,5 km
- Gefängniszellen
- sechs
- Niedergelegt
- 1881
Das Gereonstor war über 400 Jahre lang zugemauert, weil es von Anfang an wohl nur als Dekoration gedacht war und keine Verkehrsanbindung bestand – eines seiner Gefängnisverlies war aus Sicherheitsgründen sogar ganz ohne Treppe und nur per Seil über die Küche des Aufsehers erreichbar.
Das kannst du hier erleben
- Auf den Spuren des verschwundenen Tors an Christophstraße und Von-Werth-Straße wandeln
- Die spannende Geschichte vom Zier-Tor zum strengsten Stadtgefängnis nachverfolgen
- Den Verlauf der über 7 km langen mittelalterlichen Stadtmauer erkunden
- Die nahe Kirche St. Gereon entdecken, nach der das Tor benannt war
- Im Kölner Stadtmuseum die Daumenschraube aus der Gefängniszeit ansehen
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Eines von sieben Doppelturmtoren
Die Anlage war eines von sieben Doppelturmtoren der Stadtbefestigung und hob sich von den übrigen Toren ab: Diese gehörten als Mittelturmtore mit Seitenterrassen zur Bauart von Friesentor und Severinstorburg. Das Gereonstor besaß drei Geschosse, runde Flankentürme sowie ein Außen- und ein Innentor mit dazwischenliegender Torhalle. Die mittelalterlichen Pechnasen am oberen Zinnenkranz lassen eine Bauzeit ab 1215 vermuten; der Bau der Kölner Stadttore gilt 1260 als abgeschlossen.
Name und frühe Erwähnungen
Erstmals bezeugt ist das Tor 1259, urkundlich erwähnt im Juni 1401 als „poerthen …off Sente Gereon“. Im mittelalterlichen Latein hieß es „Porta Sancti Gereonis“. Das stadtseitige Areal um das Tor blieb bis ins Spätmittelalter weitgehend unbesiedelt.
Zierde ohne Verkehr
Das Gereonstor zählt zu den ältesten Toren der Stadtmauer und war wohl von Beginn an als Zierde vorgesehen. Da keine unmittelbare Verkehrsanbindung bestand, blieb es über 400 Jahre lang zugemauert; in der Mauer ließ man nur eine schmale, niedrige Pforte, die meist verschlossen blieb. Der stadtseitige Verschluss entstand wohl schon im 14. Jahrhundert. Die Kölner Stadtansicht von 1570 des Arnold Mercator zeigt das Tor bereits vermauert und nennt es „S. Gereons loch“.
Das strengste Stadtgefängnis
Später diente das Tor — wie auch Hahnentor und Bayenturm — bis ins 18. Jahrhundert als Stadtgefängnis und galt als das strengste der Stadt. Mercators Name „S. Gereons loch“ verweist darauf, denn Gefängnisse hießen damals auch „Löcher“. Eine der sechs Zellen war aus Sicherheitsgründen nur über ein Seil in der Küche des Aufsehers erreichbar. Die Schwerverbrecher nannte man in Köln „Kettenmänner“, weil sie mit schweren Eisen am Bein angekettet waren. Zu den Praktiken gehörte das Foltern; eine Daumenschraube aus dieser Zeit ist im Kölner Stadtmuseum zu sehen. 1683 saß hier der Obrist Gerhard von Kiberin als politischer Gefangener der Gülich-Revolution ein, ehe das Gefängnis gestürmt und er befreit wurde.
Öffnung und Niederlegung
Erst 1830 wurde das Gereonstor als Passage wieder freigegeben. Am 22. September 1871 marschierten heimkehrende preußische Soldaten durch das Tor zum Neumarkt. Die Stadtbefestigung gehörte dem preußischen Militärfiskus; nachdem die Stadt Köln das Festungsgelände 1881 erworben hatte, wurde das Tor im selben Jahr abgebrochen.
Zeitstrahl
- ab 1180Bau der linksrheinischen Kölner Stadtbefestigung begonnen
- ab 1215Bau des Geereonstors (Pechnasen deuten auf Bauzeit ab 1215)
- 1259Erstmalige Bezeugung des Geereonstors
- Juni 1401Erste urkundliche Erwähnung als „poerthe(n) …off Sente Gereon"
- 2. Juni 1683Obrist Gerhard von Kiberin als politischer Gefangener eingesetzt
- 24.–27. Sep. 1683Stadtgefängnis gestürmt, Kiberin und Gefangene befreit
- 1830Gereonstor als Passage wieder freigegeben
- 1881Stadtrat beschließt Kauf; Tor wird niedergelegt
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