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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Appellhofplatz

Kölner Platz, benannt nach dem Appellationsgerichtshof – auf dem Areal eines römischen Torturms und prägender Gerichtsprozesse.

Outdoor

Der Appellhofplatz im Stadtbezirk Innenstadt geht auf ein Justizgebäude zurück, das im Volksmund verkürzt „Appellhof“ genannt wurde. Spektakuläre Schwurgerichtsprozesse der Vor- und Nachkriegszeit prägten für die Kölner Bevölkerung das Bild von „ihrem Appellhof“.

Auf einen Blick

Art
Innerstädtischer Platz
Lage
Köln-Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Umschließende Straße
268 Meter lang, umringt den Platz – ausgenommen ein Teil der Straße Burgmauer
Erweiterung
1890 um das Gelände einer abgerissenen Kapelle vergrößert
Verkehr
Stadtbahn-Haltestelle (Linien 3, 4, 5, 16, 18)
Wusstest du?

An der Stelle des heutigen Appellhofplatzes stand einst ein römischer Torturm, der im Mittelalter als Klosterzelle diente – aus einer einzigen Beginen-Zelle im antiken Turm entstand 1334 ein ganzes Kloster. Bei den Bauarbeiten für das Justizgebäude 1824 wurden zudem römische Steindenkmäler entdeckt, darunter 1828 ein Dianenaltar aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.

Das kannst du hier erleben

  • Über den geschichtsträchtigen Platz schlendern
  • Die imposante Gerichtsbau-Fassade bestaunen
  • Auf den Spuren der römischen Stadtmauer wandeln
  • Architektur und Platz fotografieren
  • Eine kurze Pause auf dem Platz einlegen

Name und Gerichtsgeschichte

Der von Johann Peter Weyer errichtete „Rheinische Appellationsgerichtshof zu Cöln“ wurde am 6. November 1826 übergeben. Die Bauarbeiten hatten 1824 im Weingarten des vor 1820 säkularisierten Mariengartenklosters begonnen. Bald sprach man verkürzt vom „Appellhof“; der Name ging auf den südlich gelegenen Platz über und wurde schließlich offizielle Straßenbezeichnung.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Römische Spuren

An der Stelle des Gerichtshofs stand zuvor ein römischer Torturm, der als frühes Nebentor des Nordtores der römischen Stadtmauer gilt. Seine Durchfahrt war 4,40 Meter breit und verengte sich nach oben auf 3,78 Meter. Von hier führte eine römische Straße in nordwestlicher Richtung nach Longerich, Bocklemünd und Stommeln. Bei Ausschachtungen kamen römische Steindenkmäler zutage, 1828 ein zwischen 89 und 120 n. Chr. gewidmeter Dianenaltar.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Vom Turm zum Kloster

Das Bauwerk verlor schon zum Ende der Römerzeit seine Bedeutung als Tor und wurde 1292 als „Aldenwich(h)us“ bezeichnet. Heinrich vom Cusin bestimmte den Turm 1316 zur Aufnahme zweier Beginen; aus dieser Zelle entstand 1334 das Kloster zur Zelle, das vor 1824 für das Justizgebäude niedergelegt wurde.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Vergrößerung des Platzes

Seine heutige Ausdehnung erhielt der Platz erst durch eine Erweiterung. Die zum Brauweiler Hof gehörende, seit 1255 bezeugte Kapelle an der Burgmauer wurde im Zuge der Säkularisation geschlossen, 1890 abgerissen und ihr Gelände mit dem Appellhofplatz zusammengelegt.

Neubau und spätere Nutzung

Weil der Raumbedarf der Gerichte stark anstieg, entstand ab 1883 an gleicher Stelle ein konkav gebauter Neubau von Paul Thoemer und Rudolf Mönnich im Stil niederländischer Renaissance. Schon im Jahr seiner Übergabe 1893 war er erneut zu klein, sodass das Oberlandesgericht Köln 1911 an den Reichenspergerplatz zog. Im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen, wurde das Gebäude 1945 vereinfacht wiederaufgebaut. Bis 1981 waren hier Strafjustiz und Landgericht untergebracht; danach zogen das Verwaltungsgericht Köln und das Finanzgericht Köln ein.

Zeitstrahl

  1. 1824
    Baubeginn des Appellationsgerichtshofs im Weingarten des Mariengartenklosters
  2. 1826
    Appellationsgerichtshof am 6. November eröffnet (Architekt J. P. Weyer)
  3. 1855
    Gartenanlage vor dem Gerichtsgebäude durch Anton Strauß angelegt
  4. 1883
    Neubau des Gerichtsgebäudes (Thoemer/Mönnich) an gleicher Stelle begonnen
  5. 1893
    Neubau im niederländischen Renaissance-Stil im Juli übergeben
  6. 1911
    Oberlandesgericht zieht im Oktober ans Reichenspergerplatz
  7. 1945
    Gebäude durch Bomben getroffen und stark vereinfacht wiederaufgebaut
  8. 1981
    Strafjustiz und Landgericht ziehen aus; Verwaltungsgericht zieht ein (17. März)

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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