St. Andreas
Eine der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns – mit dem Grab des Albertus Magnus in der Krypta und Fensterkunst von Markus Lüpertz.
seit 974
Nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt liegt im Stadtteil Altstadt-Nord die katholische Kirche St. Andreas. Sie gehört zum Kreis der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und wird heute als Filialkirche von der Gemeinde St. Aposteln betreut.
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Kirche
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, nahe dem Dom
- Bauform
- Dreischiffige Pfeilerbasilika mit romanischen und gotischen Elementen
- Weihe
- 974
- Besonderheit
- Romanischer Vierungsturm mit Faltdach
- Ausstattung
- Mittelalterliche Skulpturen und Wandmalereien, spätgotischer Apostelschrein
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Am 25. November 1954 wurden die Gebeine von Albertus Magnus – dem bedeutenden mittelalterlichen Universalgelehrten – in einem römischen Sarkophag in der Krypta von St. Andreas beigesetzt, und Papst Johannes Paul II. besuchte dieses Grab persönlich an seinem 700. Todestag im Jahr 1980.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Vermutlich stand am heutigen Ort einst eine frühchristliche Kapelle mit dem Namen St. Matthaeus in fossa. Im späteren 10. Jahrhundert wurde hier ein Chorherrenstift unter dem Patrozinium des hl. Andreas eingerichtet; den von Erzbischof Bruno angestoßenen frühromanischen Bau weihte Erzbischof Gero 974. Mit der Säkularisation des Stifts 1802 änderte sich vieles: Bevor man die nahe Dominikanerkirche niederlegte, brachte man die Gebeine des Albertus Magnus und den Schrein mit den Makkabäer-Reliquien hierher, woraufhin St. Andreas Pfarrkirche wurde.
Architektur
Im westlichen Teil haben sich bedeutende Partien des spätromanischen, staufischen Baus aus dem 12. und 13. Jahrhundert bewahrt. Das 14. Jahrhundert ergänzte die Seitenschiffe um gotische Kapellen; später mussten romanischer Ostchor und Krypta einer gotischen Chorhalle weichen, die dem Aachener Vorbild folgt. Über der Vierung erhebt sich der romanische Turm mit Faltdach; aus dem älteren salischen Bau stammen noch die beiden Treppentürme, deren Außenfassaden im Lauf der mittelalterlichen Umbauten nach innen gerückt sind. Bemerkenswert ist, dass die mittelalterlichen Wandmalereien in den Kapellen die Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs überdauerten.
Ausstattung
Aus dem Mittelalter haben sich neben Wandmalereien die Skulpturen des hl. Christophorus und des Erzengels Michael von Meister Tilman erhalten, die vor der Westempore stehen. Auf dem Hochaltar befindet sich der spätgotische Apostelschrein, der aus der Johanniskirche in Niederlahnstein stammt und die Form einer gotischen Kapelle hat.
Dominikaner und Albertus Magnus
1947 übertrug Erzbischof Joseph Frings die Seelsorge an St. Andreas den Dominikanern, ab 1957 diente die Kirche ihnen als Klosterkirche. Damit kehrte der Dominikaner Albertus Magnus gewissermaßen zu seinem Orden zurück. Zwischen 1953 und 1955 öffnete Karl Band die Krypta des 11. Jahrhunderts unter dem Ostchor teilweise und fügte ihr eine Grabkapelle für den Theologen und Naturforscher hinzu. Dort liegen seit dem 25. November 1954 dessen Gebeine in einem römischen Sarkophag. Zu seinem 700. Todestag kam 1980 Papst Johannes Paul II. ans Grab.
Heute
Seit 1933 dient die Kirche der deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem als Ordenskirche. In den Jahren 2005 bis 2010 gestaltete Markus Lüpertz für die gotischen Fenster des Nord- und Südquerarms einen farbigen, zwölfteiligen Glasmalereizyklus, der die Notverglasungen der Nachkriegszeit ablösen soll. Im Chor blieben die historischen Fenster von 1899 sowie 1917/18 vom Krieg verschont.
Zeitstrahl
- 974Weihe durch Erzbischof Gero auf St. Andreas als Schutzpatron
- 12./13. JahrhundertSpätromanischer, staufischer Neubau des Langhauses
- 14. JahrhundertGotische Kapellen an die Seitenschiffe angefügt
- 1492Südlicher Querarm vollständig in Spätgotik neu errichtet
- 1802Säkularisation; Gebeine Albertus Magnus und Makkabäer-Schrein überführt
- 1947Kriegsschäden weitgehend behoben; Dominikaner übernehmen Seelsorge
- 1953–1955Krypta freigelegt; Grabkapelle für Albertus Magnus eingerichtet
- 1992–1997Umfassende Innen- und Außenrestaurierung
Galerie
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Komödienstraße 6-8
50667 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 07:30–18:00
Di: 07:30–18:00
Mi: 07:30–18:00
Do: 07:30–18:00
Fr: 07:30–18:00
Sa: 08:30–18:00
So: 08:30–18:00
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 265498678)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





