St. Gereon
Romanische Kirche in Köln mit einem zehneckigen Kuppelbau aus der Stauferzeit — dem größten erhaltenen frei überwölbten Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen.
seit 1201
St. Gereon zählt zu den zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und steht im Stadtteil Altstadt-Nord. Im Kern verbirgt sich ein spätantiker Zentralbau aus dem 4. Jahrhundert, über dem sich heute ein zehneckiger Kuppelbau aus der Stauferzeit erhebt.
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Basilika, eine der zwölf romanischen Kirchen Kölns
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Kern
- Ovaler Zentralbau mit neun Konchen, zweite Hälfte 4. Jahrhundert
- Umbau
- Um 1220 zum Zehneck (Dekagon) erhöht und überkuppelt
- Baustil
- Romanik und Gotik
- Benannt nach
- Gereon von Köln
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Das mittelalterliche Dekagon von St. Gereon, um 1220 fertiggestellt, ist der größte erhaltene frei überwölbte Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen – und sein Kern geht auf einen römischen Ovalbau aus dem 4. Jahrhundert zurück, dessen Kuppel mit eingemauerten leeren Tonamphoren erleichtert wurde, um das Gewicht des Betons zu reduzieren.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Antiker Ursprung
Nordwestlich vor der Mauer der römischen Colonia entstand im 4. Jahrhundert auf dem ältesten Gräberfeld der Stadt ein großer spätantiker Zentralbau. Seine ursprüngliche Funktion ließ sich bis heute nicht eindeutig klären — denkbar sind Mausoleum, Memorialbau, Tempel oder Kirche. Erstmals erwähnt wird er in einem Gedicht des Venantius Fortunatus, das zwischen 565 und 573 entstand. Der erhaltene untere Teil zählt zu den ältesten noch bestehenden Sakralbauten Deutschlands, neben dem Trierer Dom und der Trierer Konstantinbasilika.
Bauform und Technik
Das Oval des Ursprungsbaus war aus einzelnen Kreisabschnitten konstruiert, die von vier kreuzförmig um die Raummitte verteilten Mittelpunkten ausgingen — eine Form zwischen Längs- und Zentralbau. Der überkuppelte Ovalraum war von je vier durchfensterten Konchen umgeben und besaß im Osten eine Apsis; die Kuppel maß 23,70 zu 19,80 Meter. Um ihr Gewicht zu mindern, baute man leere Tonamphoren ein, eine bei römischen Kuppelbauten des 4. Jahrhunderts geläufige Technik. Die Wände waren mit Marmorplatten und Mosaiken mit Goldgrund verkleidet, der Fußboden war mit Mosaiken ausgelegt.
Der stauferzeitliche Bau
Um 1220 wurde der frühchristliche Ovalbau zu einem Zehneck umgestaltet, erhöht und mit einer Kuppel überwölbt. Dieser Bau gilt als der größte erhaltene frei überwölbte Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen. Die markante zehnseitige Kuppel prägt bis heute das Erscheinungsbild der Kirche.
Forschung
Den spätantiken Ursprung des Bauwerks wiesen Gertie Gretz und Otto Koch bereits 1939 nach. Nach den Kriegszerstörungen vertieften Untersuchungen von Armin von Gerkan, Otmar Schwab sowie Johannes G. Deckers und Ute Verstegen diese Erkenntnisse. Im Grundriss ist der Bau mit dem sogenannten Tempel der Minerva Medica in Rom vergleichbar, einem um 320 errichteten überkuppelten Zentralbau.
Zeitstrahl
- 2. Hälfte 4. Jh.Bau des spätantiken ovalen Zentralbaus mit neun Konchen
- 565–573Ersterwähnung in einem Gedicht des Venantius Fortunatus
- um 590Zweite Erwähnung bei Gregor von Tours (Librum miraculorum)
- 1201Fertigstellung/Eröffnung (laut Wikidata)
- um 1220Umbau des Ovalbaus zum Zehneck (Dekagon), erhöht und mit Kuppel überwölbt
Galerie
Karte
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Adresse
Gereonskloster 2
50670 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–18:00
Di: 10:00–18:00
Mi: 10:00–18:00
Do: 10:00–18:00
Fr: 10:00–18:00
Sa: 10:00–18:00
So: 10:00–18:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 267028610)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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