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© Kölscher Jung · CC BY-SA 3.0

DITIB-Zentralmoschee Köln-Chorweiler

Die 2008 eröffnete DITIB-Moschee im Gewerbegebiet Feldkassel ist das erste islamische Gotteshaus im Kölner Stadtbezirk Chorweiler und zugleich ein aktives Begegnungszentrum im Kölner Norden.

Die DITIB-Zentralmoschee Köln-Chorweiler (türkisch Chorweiler Merkez Camii) liegt im Gewerbegebiet Feldkassel im Kölner Stadtbezirk Chorweiler und wurde 2008 eröffnet. Getragen wird sie vom Moscheeverein DİTİB – Türkisch Islamische Gemeinde zu Chorweiler e.V., der zum bundesweiten Dachverband DİTİB gehört. Sie ist das erste islamische Gotteshaus im Stadtbezirk Chorweiler.

Auf einen Blick

Eröffnung
2008
Lage
Gewerbegebiet Feldkassel, Morsestraße (Stadtteil Merkenich), Stadtbezirk Chorweiler
Kapazität Gebetssaal
rund 400 Betende (inkl. Frauenempore)
Trägerverein
DİTİB – Türkisch Islamische Gemeinde zu Chorweiler e.V.
Moscheeverein gegründet
2003
Mitglieder
rund 450 (Stand 2023)
Besonderheit
erstes islamisches Gotteshaus im Stadtbezirk Chorweiler

Gebäude und Architektur

Die Moschee ist in einen früheren Gewerbebau eingezogen. Eine ehemalige Lagerhalle wurde zum Gebetssaal umgestaltet, der im klassisch-türkischen Stil gehalten ist und eine eingebaute Frauenempore besitzt; zusammen bieten beide Bereiche Platz für etwa 400 Betende. Aus der früheren Werkhalle entstand ein Veranstaltungssaal für unterschiedliche Nutzungen. Der Komplex beherbergt außerdem das Vorstandsbüro, Unterrichtsräume, eine Gastronomie- samt Haushaltsküche, ein Jugendzentrum mit Aufenthalts- und Sportraum, einen Friseur, eine Teestube, Waschräume sowie Arbeitszimmer und Dienstwohnung des Imams. In das Arbeitszimmer ist eine Präsenzbibliothek mit Ausleihmöglichkeit integriert. Der teilüberdachte Innenhof dient als Parkplatz und wird bei Bedarf auch für Veranstaltungen unter freiem Himmel genutzt.

© Kölscher Jung · CC BY-SA 3.0

Geschichte

Das Gebäude wurde 1998 in der Morsestraße errichtet und war zunächst Sitz eines Tiefbauunternehmens. 2005 erwarb der zwei Jahre zuvor gegründete Moscheeverein den Komplex und bezog ihn noch im selben Jahr provisorisch. Nach rund drei Jahren Planung, Nutzungsänderung und Umbau war das islamische Gemeindezentrum mit Moschee 2008 fertig. Damit erfüllte sich ein Wunsch, den die muslimische Bevölkerung des Stadtbezirks bereits seit den 1970er Jahren verfolgt hatte. In der Gemeinde sind vor allem Musliminnen und Muslime aus den nahen Stadtteilen Chorweiler und Seeberg organisiert.

Gemeindeleben und Engagement

Der Verein versteht sich nicht nur als Gebets-, sondern auch als Begegnungsstätte und ist im kulturellen, sozialen und kommunalen Leben des Stadtbezirks aktiv. Während des Fastenmonats Ramadan findet seit 2009 allabendlich das gemeinschaftliche Fastenbrechen statt, seit 2012 zusätzlich jährlich ein Interkulturelles Fastenbrechen mit Gästen aus Kirchen- und anderen Religionsgemeinschaften sowie aus Polizei, Lokalpolitik und Stadtgesellschaft. Seit 2011 ist die Gemeinde regelmäßig mit eigenem Stand beim Fest der Kulturen auf dem Pariser Platz vertreten. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des 2014 ins Leben gerufenen Runden Tisches Frieden und wirkt am Chorweiler Abendfrieden mit, bei dem seit 2014 die Chorweiler Friedensglocke geläutet wird; 2015 unterzeichnete sie die Allgemeine Chorweiler Friedenserklärung. Nach 2015 startete der Verein eine Spendenkampagne und half bei der Betreuung von Geflüchteten im Stadtbezirk. Er ist zudem Gründungsmitglied der Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden. Seit 2010 wird der Muezzinruf fünfmal täglich in begrenzter Lautstärke über einen Außenlautsprecher auf den Innenhof übertragen. 2012 gründeten Gemeindemitglieder den eigenständigen Fußballverein DITIB Chorweiler Sport e.V., der im Komplex ein Büro unterhält.

Vorfälle

Seit ihrer Eröffnung war die Moschee mehrfach Ziel nächtlicher antimuslimischer Straftaten unbekannter Täter. Im März 2012 wurden Hakenkreuze auf die Fahrbahn vor der Moschee und einem Nachbargebäude geschmiert und von der Stadt entfernt. Im Juli 2019 kam es zu einem Einbruch, bei dem das Vorstandsbüro verwüstet und Bargeld entwendet wurde. Im April 2020 wurde die Moschee in der Nacht vor ihrer Wiedereröffnung nach dem ersten Corona-Lockdown mit Steinen beworfen, wobei der Haupteingang beschädigt wurde; danach gab es Solidaritätsbekundungen, unter anderem einen Besuch von Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die Taten waren nach Stand 2023 nicht aufgeklärt. Im November 2023 trat Abdul Bari Omar, Leiter der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde des Islamischen Emirats Afghanistan, ohne Zustimmung des Moscheevereins und entgegen der vertraglichen Vereinbarung im Veranstaltungssaal auf; der Saal war zuvor Personen aus dem Vorstand des Kulturvereins der Kunar-Jugendlichen e.V. überlassen worden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser nannte den Auftritt „vollkommen inakzeptabel“. Nach Einschätzung des Generalbundesanwalts gelten die Taliban seit der Machtübernahme 2021 nicht mehr als terroristische Vereinigung im Sinne des Strafgesetzbuches. Der Moscheeverein verurteilte den Auftritt und erteilte dem Veranstalter Hausverbot.

Karte

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Adresse

Morsestraße 9a
50769 Köln

Öffnungszeiten

Mo: 09:00–20:00

Di: 09:00–20:00

Mi: 09:00–20:00

Do: 09:00–20:00

Fr: 09:00–20:00

Sa: 09:00–20:00

So: 09:00–20:00

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-23

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