Neu St. Alban
Nachkriegskirche im Stadtgarten, aus Trümmerziegeln der zerstörten Kölner Oper errichtet – mit fünfeckigem Grundriss nach Le-Corbusier-Vorbild.
seit 1958
Neu St. Alban ist eine katholische Pfarrkirche am nördlichen Rand des Stadtgartens in der Kölner Neustadt-Nord. Sie entstand 1958/1959 nach Plänen von Hans Schilling aus Trümmerziegeln und übernahm Ausstattung und Patrozinium der als Ruine erhaltenen Kirche Alt St. Alban neben dem Gürzenich.
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Pfarrkirche, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Lage
- Gilbachstraße 25, am nördlichen Rand des Stadtgartens, Neustadt-Nord
- Baujahr
- 1958/1959, geweiht 1959
- Architekt
- Hans Schilling
- Baustil
- Moderne
- Grundriss
- Fünfeckiger Gemeinderaum mit hervorgehobenem Altarraum
- Benannt nach
- Alban von Mainz
Die Kirche wurde aus rund 400.000 Trümmerziegeln errichtet – ein Großteil davon stammte aus der Ruine der alten Kölner Oper. Noch bemerkenswerter: Ihr fünfeckiger Grundriss mit gemeindezugewandtem Altar nahm die liturgische Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils um fünf Jahre vorweg und erforderte dafür eine eigens erteilte Ausnahmegenehmigung von Kardinal Frings.
Das kannst du hier erleben
- Die ungewöhnliche Nachkriegsarchitektur aus Trümmerziegeln bestaunen
- Das farbige Licht der schmalen Glasfenster auf sich wirken lassen
- Den fünfeckigen Innenraum und den hohen Altarraum in Ruhe betrachten
- Die historischen Figuren entdecken – Apostel, Pietà und Kreuzigungsgruppe
- Die markante Außenform mit dem turmartigen Altarraum fotografieren
- Anschließend im angrenzenden Stadtgarten spazieren gehen
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien ein Wiederaufbau der zerstörten romanischen Kirche St. Alban nicht sinnvoll. Stattdessen wurde die Ruine als Gedenkstätte eingerichtet, und durch einen Grundstückstausch entstand am Stadtgarten eine neue Gemeinde, gebildet aus Teilen von St. Gereon und Neustadt-Nord. Treibende Kraft war der Priester Hugo Poth, der erster Pfarrer wurde. Für den Bau verwendete man Trümmerziegel, weil sie deutlich preiswerter als neue Ziegel waren; ein großer Teil stammte aus der Ruine der alten Oper am Rudolfplatz.
Architektur
Der Gemeinderaum hat einen fünfeckigen Grundriss und ist allseitig geschlossen; Licht fällt nur durch schmale, unregelmäßig gesetzte Glasfenster in roten, grünen und grauen Tönen von Franz Pauli. Vorbild für diese Formgebung war die Wallfahrtskirche Notre Dame du Haut von Le Corbusier in Ronchamp. An den Raum schließt ein parabelförmiger, 18 Meter hoher Altarraum an, der nach außen die Gestalt eines Turms hat. Auf einen Glockenturm wurde verzichtet; eine Glocke hängt an der Außenwand.
Liturgische Besonderheit
Der erhöhte Altar wurde mit einer Ausnahmegenehmigung des Kardinals von der Apsiswand abgerückt und auf eine Zelebration zur Gemeinde hin ausgerichtet – so, wie es erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblich wurde. Eine angebaute Sakramentskapelle erhielt eine von Elmar Hillebrand gestaltete Eingangstür. Unter der Kirche dient eine Krypta als Taufkapelle.
Ausstattung
Mehrere Stücke wurden aus der alten Kirche übernommen: eine Kreuzigungsgruppe aus dem 16. und 17. Jahrhundert, zwölf Apostelfiguren vom früheren Hochaltar sowie eine Pietà, die aus 407 Einzelteilen wieder zusammengesetzt wurde. An der Westwand hängt das Triptychon, das einst der Kölner Bürgermeister Konrad von Schürenfels stiftete. Zur Erstausstattung gehört das Gemmenkreuz über dem Altar von Lioba Munz.
Heute
Die Kirche öffnet sich zum Stadtgarten; gelegentlich werden Messen im Park vor dem Gebäude gehalten.
Zeitstrahl
- 1642Taufbecken für Alt St. Alban angefertigt (heute in Neu St. Alban)
- 1957Erster Spatenstich am 21. Juni (Festtag des hl. Alban)
- 1957Grundsteinlegung am 17. November
- 1958Richtfest am 21. April
- 1958Abbruch der alten Oper; Trümmerziegel für den Kirchenbau geborgen
- 1958Fertigstellung: Orgelweihe 13. Dez., erste Messe 14. Dez.
- 1959Feierliche Konsekration durch Kardinal Frings am 16./17. Juni
Galerie
Karte
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Adresse
Gilbachstraße 25
50672 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 250760503)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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