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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Benediktinerinnenkloster zu den heiligen Makkabäern

Mittelalterliches Frauenkloster am Eigelstein, dessen Name auf nach Köln gebrachte Makkabäer-Reliquien zurückgeht — heute verschwunden.

Der Boden des Klosters birgt Spuren aus römischer Zeit: An dieser Stelle verlief ein Gräberfeld, und bei Grabungen kamen Fundamente sowie älteres Mauerwerk zutage.

Auf einen Blick

Art
ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen
Lage
Kölner Vorstadt Niederich, auf Höhe der Straße Eigelstein, an der heutigen Machabäerstraße
Stadtteil
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Gegründet
1178
Aufgelöst
infolge der 1802 verfügten Säkularisation
Namensgebung
Reliquien der Makkabäer
Heute
Gebäude wenige Jahre nach der Auflösung abgetragen
Wusstest du?

Unter der Klosterkirche fanden Archäologen bei Grabungen 1995/96 Fundamente eines viel älteren spätrömischen Apsidenbaus mit Ziegelkuppel und tiefer Krypta – das Kloster stand also auf den Resten eines römischen Bauwerks.

Geschichte

Die Gemeinschaft von Frauen, die nach der Regel des heiligen Benedikt lebte, gründete ihren Konvent 1178 in der nördlichen Kölner Vorstadt neben einer alten Kapelle. Es zählte zu den ersten von Ordensfrauen geführten Kölner Klöstern. Schon um 1180 verfügte die Gemeinschaft laut Schreinseintragungen über Grundbesitz. Mit der Säkularisation von 1802 wurde das Kloster aufgelöst; die Gebäude verschwanden kurz darauf.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Der Name der Makkabäer

Einer Legende zufolge gelangten Reliquien der sieben makkabäischen Brüder und ihrer Mutter Salome über Konstantinopel und Mailand nach Köln, überführt durch Rainald von Dassel. Um die Aufbewahrung sollen die Benediktinerinnen in der Blutgasse und die Stiftsdamen von St. Ursula gestritten haben. Der Erzbischof entschied sich für die Benediktinerinnen; das Kloster erhielt daraufhin den Namen Makkabäerkloster, die Blutgasse den Namen platea Machabeorum.

© Horsch, Willy · CC BY 3.0

Römische Spuren

Das Gelände lag am Rand des als „ager ursulanus“ bezeichneten römisch-fränkischen Gräberfeldes an der nach Neuss führenden Heerstraße. Der Historiker Joseph Klinkenberg verzeichnete Funde aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Bei Grabungen 1995 und 1996 wurden die Fundamente der früheren Makkabäerkirche freigelegt sowie Mauerwerk eines spätrömischen Apsidenbaus mit Ziegelkuppel und tief in den Boden reichender Krypta.

© Mercator · Public domain

Die Magdalenenkapelle

Auf dem Greesberg soll bereits zur Zeit Erzbischof Annos, um 1070, eine der heiligen Magdalena geweihte Kapelle gestanden haben, vermutlich eine Friedhofskapelle. Urkundlich bezeugt ist sie erstmals am 18. Juli 1134 durch eine Schenkung des Grafen von Saffenberg.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. um 1070
    Magdalenenkapelle soll auf dem Greesberg errichtet worden sein
  2. 1134
    Erste urkundliche Erwähnung der Kapelle in einer Schenkung des Grafen von Saffenberg
  3. 1164
    Erzbischof Rainald soll laut Legende Makkabäer-Reliquien nach Köln gebracht haben
  4. 1178
    Gründung des Benediktinerinnenklosters zu den heiligen Makkabäern
  5. um 1180
    Gemeinschaft besaß bereits eigenen Grundbesitz laut Schreinseintragungen
  6. 1802
    Auflösung des Klosters durch die Säkularisation
  7. 1995–1996
    Ausgrabungen legen Fundamente der Makkabäerkirche und spätrömische Reste frei

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07

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