Benediktinerinnenkloster zu den heiligen Makkabäern
Mittelalterliches Frauenkloster am Eigelstein, dessen Name auf nach Köln gebrachte Makkabäer-Reliquien zurückgeht — heute verschwunden.
Der Boden des Klosters birgt Spuren aus römischer Zeit: An dieser Stelle verlief ein Gräberfeld, und bei Grabungen kamen Fundamente sowie älteres Mauerwerk zutage.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen
- Lage
- Kölner Vorstadt Niederich, auf Höhe der Straße Eigelstein, an der heutigen Machabäerstraße
- Stadtteil
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Gegründet
- 1178
- Aufgelöst
- infolge der 1802 verfügten Säkularisation
- Namensgebung
- Reliquien der Makkabäer
- Heute
- Gebäude wenige Jahre nach der Auflösung abgetragen
Unter der Klosterkirche fanden Archäologen bei Grabungen 1995/96 Fundamente eines viel älteren spätrömischen Apsidenbaus mit Ziegelkuppel und tiefer Krypta – das Kloster stand also auf den Resten eines römischen Bauwerks.
Geschichte
Die Gemeinschaft von Frauen, die nach der Regel des heiligen Benedikt lebte, gründete ihren Konvent 1178 in der nördlichen Kölner Vorstadt neben einer alten Kapelle. Es zählte zu den ersten von Ordensfrauen geführten Kölner Klöstern. Schon um 1180 verfügte die Gemeinschaft laut Schreinseintragungen über Grundbesitz. Mit der Säkularisation von 1802 wurde das Kloster aufgelöst; die Gebäude verschwanden kurz darauf.
Der Name der Makkabäer
Einer Legende zufolge gelangten Reliquien der sieben makkabäischen Brüder und ihrer Mutter Salome über Konstantinopel und Mailand nach Köln, überführt durch Rainald von Dassel. Um die Aufbewahrung sollen die Benediktinerinnen in der Blutgasse und die Stiftsdamen von St. Ursula gestritten haben. Der Erzbischof entschied sich für die Benediktinerinnen; das Kloster erhielt daraufhin den Namen Makkabäerkloster, die Blutgasse den Namen platea Machabeorum.
Römische Spuren
Das Gelände lag am Rand des als „ager ursulanus“ bezeichneten römisch-fränkischen Gräberfeldes an der nach Neuss führenden Heerstraße. Der Historiker Joseph Klinkenberg verzeichnete Funde aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Bei Grabungen 1995 und 1996 wurden die Fundamente der früheren Makkabäerkirche freigelegt sowie Mauerwerk eines spätrömischen Apsidenbaus mit Ziegelkuppel und tief in den Boden reichender Krypta.
Die Magdalenenkapelle
Auf dem Greesberg soll bereits zur Zeit Erzbischof Annos, um 1070, eine der heiligen Magdalena geweihte Kapelle gestanden haben, vermutlich eine Friedhofskapelle. Urkundlich bezeugt ist sie erstmals am 18. Juli 1134 durch eine Schenkung des Grafen von Saffenberg.
Zeitstrahl
- um 1070Magdalenenkapelle soll auf dem Greesberg errichtet worden sein
- 1134Erste urkundliche Erwähnung der Kapelle in einer Schenkung des Grafen von Saffenberg
- 1164Erzbischof Rainald soll laut Legende Makkabäer-Reliquien nach Köln gebracht haben
- 1178Gründung des Benediktinerinnenklosters zu den heiligen Makkabäern
- um 1180Gemeinschaft besaß bereits eigenen Grundbesitz laut Schreinseintragungen
- 1802Auflösung des Klosters durch die Säkularisation
- 1995–1996Ausgrabungen legen Fundamente der Makkabäerkirche und spätrömische Reste frei
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