Cellitinnenkloster Zederwald
Beginenkonvent im Kölner Altstadt-Nord, der von 1302 bis 1802 bestand und sich der Krankenpflege widmete.
Der Konvent entstand aus einer Gemeinschaft armer Beginen und wurde erst nach fast zwei Jahrhunderten in eine an der Augustinusregel ausgerichtete Ordensgemeinschaft überführt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliges Kloster (nicht mehr vorhanden)
- Lage
- Köln, Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Bestehen
- 1302 bis 1802
- Orden
- Cellitinnen
- Größe
- Räumlichkeiten für 20 Frauen; anders als viele Beginenkonvente ohne festgelegte Höchstzahl
- Besonderheit
- eigene Kapelle mit öffentlichem Charakter (geweiht 1502)
Als der Konvent 1496 klösterliche Regeln annahm, weigerten sich zwei der 16 Beginen und durften ihren alten Status bis zu ihrem Tod behalten.
Gründung und Namen
Am 2. April 1302 gründete Lufredus vom Holzmarkte den Konvent für arme Beginen. Er lag an der damals Schmierstraße genannten Komödienstraße. Die Gemeinschaft trug auch den Beinamen „zum Lisloch“, da sie gegenüber einem Durchbruch durch die Römermauer lag. Zur Sicherung des Einkommens wurde ihr zusätzlich das Nachbarhaus geschenkt.
Frühes Wachstum
In den ersten Jahren vergrößerte sich der Konvent durch mehrere Zuwendungen. 1303 schenkte die Witwe Elisabeth Overstolz ein Nachbargrundstück, 1304 überließ Hermann Bonzstorp ein weiteres Nachbarhaus, und 1314 stattete der Priester Johannes vom Burggrafenhofe die Gemeinschaft aus seinem Privatvermögen aus. Am 30. Juli 1328 wählte die Gemeinschaft den Kanoniker Siegfried von Renneberg zum Rektor und den Patrizier Konstantin von Lyskirchen zum Provisor, jeweils auf Lebenszeit.
Aufgaben der Gemeinschaft
Die Frauen kümmerten sich vor allem um die Pflege Kranker und um kirchliche Handarbeit, etwa das Fertigen und Ausbessern von Paramenten für die ehemalige Pfarrkirche St. Brigiden. Ein Revisionsprotokoll von 1452 hielt für die damals elf Beginen zahlreiche Krankenbesuche fest. Im Unterschied zu vielen anderen Beginenkonventen war diesem Haus keine Höchstzahl an Mitgliedern vorgeschrieben; bis 1487 wuchs die Zahl auf 16.
Vom Beginenkonvent zum Kloster
Erst 1496 nahmen die Beginen die Regel des heiligen Augustinus an. Zwei Schwestern verweigerten dies und behielten bis zu ihrem Tod ihren alten Status. Obwohl der Stadtmagistrat die Errichtung einer Kapelle untersagte, wurde bald mit dem Bau begonnen. Das Gotteshaus wurde 1502 durch Weihbischof Johannes Spender eingeweiht, trug öffentlichen Charakter und war dem heiligen Augustinus geweiht. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Vermögen durch Schenkungen und die Handarbeit, besonders das Fertigen und Ausbessern von Paramenten, günstig.
Auflösung
Die Französische Revolution beendete die Gemeinschaft, die 1800 noch neun Mitglieder zählte. Da es keinen Ordensnachwuchs mehr gab und vier Schwestern den Konvent verlassen hatten, blieben nur zwei Schwestern übrig. 1802 wurde das Kloster aufgehoben; den beiden verbliebenen Schwestern wurde die Vereinigung mit den Cellitinnen „Zur Zelle“ freigestellt, wohin sie übersiedelten. Eine Vermögensaufstellung aus diesem Jahr nennt zwei weitere Häuser im Wert von 6.600 Francs sowie Kapital- und Rentenforderungen von 17.605 Francs, denen 3.948 Francs Schulden gegenüberstanden, insgesamt 20.257 Francs. Nach dem Abriss der Klosterkirche wurden die übrigen Räume 1804 für 100 Francs verpachtet und 1806 für 5.045 Francs verkauft. Das Vermögen ging an das Kloster „Zur Zelle“ über.
Zeitstrahl
- 1302Gründung des Klosters am 2. April durch Lufredus vom Holzmarkte als Beginenkonvent
- 1303Schenkung eines Nachbargrundstücks durch Elisabeth Overstolz am 11. Juli
- 1304Schenkung eines weiteren Nachbarhauses durch Hermann Bonzstorp am 4. Juni
- 1314Ausstattung der Gemeinschaft mit Vermögen durch Priester Johannes vom Burggrafenhofe
- 1328Wahl von Siegfried von Renneberg und Konstantin von Lyskirchen zu Provisoren am 30. Juli
- 1496Annahme der Augustinusregel durch die Beginen
- 1502Einweihung der Klosterkapelle durch Weihbischof Johannes Spender
- 1802Aufhebung des Klosters infolge der Französischen Revolution
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