Bützchen
Bützchen – das rheinische Küsschen mit geschlossenen Lippen. Im Kölner Karneval ist es ein Ritual der Sympathie, das alle geben und empfangen können.
Das Bützchen – auch Bützje oder Bützche genannt, als Verbform bützen – ist ein mit geschlossenen Lippen gegebenes Küsschen und ein fester Begriff im rheinischen Wortschatz.
Auf einen Blick
- Art
- Diminutiv für einen Kuss mit geschlossenen Lippen
- Verbreitung
- Rheinland, besonders im Kölschen Dialekt
- Lexikalische Aufnahme
- Im Duden seit 1973, als „rheinisch" eingestuft
- Wortursprung
- Spätmittelhochdeutsch butzen = stoßen, zurückgehend auf mittelhochdeutsch bōʒen
- Karnevalsbezug
- Verstärkt während der Karnevalssession gebräuchlich, insbesondere an der Weiberfastnacht und bei Umzügen
- Dialektales Äquivalent
- Im Bairischen (Österreich und Süddeutschland) entsprechen Bussi, Busserl u. ä. demselben Begriff
Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-25
Karneval und Bedeutung
Im Kölner Karneval wird das Bützchen zu zahlreichen Anlässen ausgeteilt – etwa von den Wagen der Karnevalsumzüge herab oder bei der Weiberfastnacht. Es wird mit gespitzten Lippen auf die Wange gegeben. Der WDR zählte das Bützen in seinem „lustigen Alphabet des Karnevals" zu den beliebtesten Ritualen der Session. Im Karnevalskontext drückt das Bützje Sympathie aus, nicht sexuelles Interesse, und verpflichtet zu nichts.
Sprachgeschichte
Karl Friedrich Wilhelm Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon führte das Wort bereits 1880 auf und belegte es mit dem kölnischen Sprichwort „Heute bützen und lecken, morgen mit Knüppeln und Stöcken". Wander erklärte bützen damals mit „Küssen" und verwies neben dem mittelhochdeutschen Ursprung auch auf das spanische buz für „der Kuss". Im Albanischen trägt puthje ebenfalls die Bedeutung „Kuss".
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25





