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© Lotse · CC BY-SA 3.0

Heinzelmännchen – Kölner Hausgeister und ihr Brunnen

Sage, Skulptur und Stadtgeschichte vereint: Der Heinzelmännchenbrunnen nahe dem Kölner Dom erzählt von fleißigen Nachtgeistern, die einmal zu viel beobachtet wurden.

Laut einer Kölner Sage verrichteten die Heinzelmännchen – kleine, zipfelmützentragende Hausgeister – nachts unbemerkt die Arbeit der schlafenden Bürger, bis sie beim Tun beobachtet wurden und seither verschwunden sind. Ihr Brunnen in der Straße Am Hof erinnert bis heute an diese Überlieferung.

Auf einen Blick

Art
Stadtbrunnen mit Reliefs und Skulpturen
Lage
Straße Am Hof, nahe dem Kölner Dom, gegenüber dem Brauhaus Früh
Baujahr
1899–1900
Gestalter
Architekt Heinrich Renard (1868–1928) und Bildhauer Edmund Renard der Ältere (1830–1905)
Stifter
Kölner Verschönerungsverein, anlässlich des 100. Geburtstags von August Kopisch (1799–1853)
Besonderheit
Die Original-Skulptur der Schneidersfrau befindet sich im Kölnischen Stadtmuseum im Zeughaus Köln; am Brunnen steht eine witterungsbeständigere Kopie

Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-25

Herkunft der Sage

Die Kölner Sage taucht 1826 erstmals schriftlich im Werk des Kölner Schriftstellers Ernst Weyden (1805–1869) auf, mit dem Herkunftsvermerk „Mündlich". Breite Bekanntheit erlangte sie durch die Gedichtfassung von 1836 des Malers und Dichters August Kopisch (1799–1853), der eine ursprünglich rheinländische Sage aus dem Siebengebirge nach Köln verlegte. Als mögliche Vorlage gilt eine Sage, die 1816 erstmals mündlich überliefert und in der Sagensammlung der Brüder Grimm festgehalten wurde.

© Unbekannt · Public domain

Aufbau des Brunnens

Das Grundelement des Brunnens ist ein Kreissegment, dessen Mittelpunkt eine dreipassförmige Brunnenschale aus Granit bildet. Darüber führt eine Doppeltreppe, auf der die Schneidersfrau mit einer Laterne steht und auf die zu beiden Seiten heruntergestürzten Heinzelmännchen leuchtet. Am Mittelpfeiler darunter ist der Kernsatz aus Kopischs Gedicht zu lesen: „Neugierig war des Schneiders Weib". Eine Brüstungsmauer aus Sandstein schließt sich in beide Richtungen an und trägt acht Reliefs: Sechs zeigen die nächtlichen Tätigkeiten von Zimmermann, Schreiner, Bäcker, Metzger, Schenk und Schneider, zwei weitere enthalten Gedichtauszüge in Frakturschrift. An der Rückseite des Brunnens sitzt eine Eule auf einem Buch und hält eine Lupe in den Krallen; sie steht für Klugheit und Weisheit, während das Buch und die Lupe auf das literarische Werk von August Kopisch verweisen.

© Yoshi · CC BY-SA 3.0

Verwandte Figuren und Rezeption

Die Volkskundlerin Marianne Rumpf führte 1976 in der Fachzeitschrift Fabula zwei mögliche Erklärungen für den Namen her: Einerseits bezeichnete „Heinzelmännlein" die als Hausgeist verwendete Alraune, andererseits hießen Wasserabführ-Vorrichtungen im Bergbau „Heinz" oder „Heinzenkunst", weshalb deren Bediener als Heinzelmänner bekannt gewesen sein könnten. Ähnliche Figuren existieren in vielen Kulturen, darunter die Brownies im englischen Sprachraum, die Nisse in Norwegen und Dänemark sowie die Tomte in Schweden. Als kommerzielle Weiterentwicklung der Neuzeit gelten etwa die Mainzelmännchen als Maskottchen des ZDF.

© various · Public domain

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25