stuff to do in.cologne
EN
© Unbekannt · Public domain

Kölner Dreigestirn

Prinz, Bauer und Jungfrau: Das Kölner Dreigestirn regiert jede Session über das närrische Volk – und steckt voller historischer Symbolik.

Jede Karnevalssession in Köln bekommt ein neues Dreigestirn: Prinz, Bauer und Jungfrau – zusammen auch „Trifolium" (lat. für Dreiblatt) genannt – repräsentieren als Einheit das offizielle Gesicht des Kölner Karnevals.

Auf einen Blick

Art
Repräsentatives Dreier-Gremium des Kölner Karnevals
Figuren
Prinz Karneval, Kölner Bauer, Kölner Jungfrau
Bestand als Einheit
seit 1870, offiziell „Dreigestirn" genannt seit 1938
Ernennung
jährlich durch das Festkomitee Kölner Karneval, in der Regel aus einer einzigen Karnevalsgesellschaft
Eröffnung
Weiberfastnacht um 11:11 Uhr, ursprünglich auf dem Alter Markt, heute auf dem Heumarkt in Köln
Kinderdreigestirn
existiert seit 1965, geht auf eine Idee von Hans Wallpott zurück

Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-25

Geschichte und Ursprung

Nach der Reform des Kölner Karnevals 1823 stand zunächst der „Held Carneval" an der Spitze des Rosenmontagszuges. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde daraus der Prinz Karneval. Bauer und Jungfrau setzten sich in den 1870er Jahren als feste Bestandteile des Zuges durch – zuvor erschienen sie nur, wenn das jeweilige Sessionsmotto es zuließ. Begleitet wird das Dreigestirn bei Aufzügen von der Prinzen-Garde Köln 1906 e. V. sowie von der EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e. V.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Die drei Figuren und ihre Symbole

„Seine Tollität", Prinz Karneval, erhält bei der Proklamation durch den Kölner Oberbürgermeister (immer Anfang Januar) die Pritsche als Symbol, die er über sein närrisches Volk schwingt, und fährt traditionell auf dem letzten – zugleich größten – Wagen des Rosenmontagszuges. Der Bauer, „Seine Deftigkeit", steht für die Wehrhaftigkeit Kölns und erinnert an die Befreiung der Stadt aus der Macht der Erzbischöfe in der Schlacht von Worringen. Er trägt die Stadtschlüssel am Gürtel, einen Dreschflegel in der linken Hand sowie 125 Pfauenfedern auf dem Hut, die die Unsterblichkeit der Stadt versinnbildlichen sollen. Die Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit", wird stets von einem Mann dargestellt – eine Tradition aus der Zeit, als der Kölner Karneval eine reine Männergesellschaft war. Lediglich 1938 und 1939 ordnete die NSDAP an, die Rolle mit einer Frau zu besetzen. Ihre Mauerkrone und ihre Jungfräulichkeit symbolisieren die Uneinnehmbarkeit der ummauerten Stadt; ihr römisches Gewand verweist auf Agrippina die Jüngere, die laut den Annalen des Tacitus als Gründerin Kölns gilt. Seit 1993 erhält die Jungfrau bei der Proklamation einen silbernen Spiegel – eine Idee von Oberbürgermeister Norbert Burger, damit sie neben Pritsche und Stadtschlüsseln ebenfalls ein eigenes Symbol bekommt.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 3.0

Galerie

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Jodocus Schlappal · Public domain · Commons
© unknown. Verlag: Hoursch & Bechstedt, Köln a. Rh. · Public domain · Commons

Das könnte dich auch interessieren

Heinzelmännchen – Kölner Hausgeister und ihr Brunnen

Sage, Skulptur und Stadtgeschichte vereint: Der Heinzelmännchenbrunnen nahe dem Kölner Dom erzählt von fleißigen Nachtgeistern, die einmal zu viel beobachtet wurden.

Kölner Brückengrün

Das markante Grün der Kölner Rheinbrücken geht auf Konrad Adenauer zurück – eine besonders wetterfeste Chromoxid-Farbe, erstmals 1929 an der Mülheimer Brücke.

Kölner Klüngel

Nepotismus, Netzwerk oder Korruption? Das kölsche Phänomen des Klüngels hat eine über 700 Jahre alte Geschichte – und mehr Bedeutungsebenen als man vermuten würde.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25