Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Mini.fb · CC BY-SA 4.0

Kölsch

Helles, gefiltertes Obergäriges, das nur in Köln und im näheren Umland gebraut werden darf — geregelt durch die Kölsch-Konvention.

Kölsch ist ein helles, obergäriges Vollbier, das eng mit Köln verbunden ist und vor allem dort und im Umland getrunken wird.

Auf einen Blick

Art
helles, blankes (gefiltertes) und obergäriges Vollbier
Stammwürze
durchschnittlich 11,3 °P
Alkoholgehalt
durchschnittlich 4,8 %
Gärtemperatur
15 bis 20 °C
Herstellungsgebiet
Köln und nähere Umgebung
Regelwerk
Kölsch-Konvention vom März 1986 (16 Paragraphen)
Wusstest du?

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es 1946 nur noch zwei Brauereien in ganz Köln, und die erste reine obergärige Bierhefe musste heimlich aus Kopenhagen beschafft werden – durch persönliche Beziehungen zur Carlsberg-Brauerei.

Das kannst du hier erleben

  • Ein frisch gezapftes Kölsch in einer Kölner Brauhaus-Stange probieren
  • Dem „Köbes" beim Nachschenken zusehen und den Bierdeckel-Strichen folgen
  • Verschiedene Kölsch-Marken im Brauhaus vergleichen und verkosten
  • Mehr über die Kölsch-Konvention und die Braugeschichte der Stadt erfahren
  • Das obergärige Helle mit typisch kölscher Küche genießen

Vom Grutbier zum Hopfenbier

Seit 1250 vertritt das Kölner Brauamt die Brauer der Stadt; 1396 schlossen sie sich zur Brauer-Kooperation zusammen und unterzeichneten den Verbundbrief. Gewürzt wurde das Bier jener Zeit mit Grut statt Hopfen, und es vergärte spontan. Da dem Erzbischof von Köln das Monopol auf Grut zustand, untersagte er 1381, Hopfenbier herzustellen oder einzuführen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts setzte sich der Hopfen im Kölner Braugewerbe dann doch durch.

© Privatbrauerei Gaffel Becker & Co · CC BY-SA 3.0 de

Eine streng bewachte Zunft

Damit nicht zu viele Brauer in Köln Fuß fassten, wachte die Brauerzunft über deren Zahl, die so beinahe drei Jahrhunderte unverändert blieb; für 1500 sind 80 Brauer überliefert. Wer ohne Erlaubnis braute – als „Heckenzäpper“ bezeichnet –, konnte sein Bier nur außerhalb der Stadttore und auf schwimmenden Tabernen anbieten. Seit 1698 verlangte das Brauamt von jedem neuen Meister den Eid, kein „Dollbier“ zu brauen – ein untergäriges, mit Bilsenkraut und anderen berauschenden Kräutern versetztes Bier. Beliebt blieb es dennoch; die Kölner beschafften es sich unmittelbar vor den Toren auf kurkölnischem Boden. Als 1794 französische Revolutionstruppen einrückten, brachten sie die Gewerbefreiheit mit, womit das Zunftwesen endete.

© Mini.fb · CC BY-SA 4.0

Industrialisierung und Wieß

Bis weit ins 19. Jahrhundert bestanden in Köln etwa 100 Hausbrauereien, in denen überwiegend obergärige Sorten entstanden. Mit der Dampfmaschine und der 1873 erfundenen ersten Kühlmaschine wandelte sich das Brauverfahren, und die fortschreitende Industrialisierung ließ die alten Hausbrauereien zurückgehen. Gebraut wurde dort zu jener Zeit noch das trübe, ungefilterte Wieß, aus dem das heutige Kölsch hervorging.

© Image-Improver Bonn · CC BY-SA 4.0

Der Name Kölsch setzt sich durch

Die Brauerei Sünner stellt seit 1906 das erste Kölsch im heutigen Sinne her und nutzte 1918 erstmals den Begriff „Kölsch“ in der Werbung. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 1946 mit Dom und Sünner nur zwei Brauereien übrig; die erste reine obergärige Bierhefe musste über Beziehungen von Hans Sion aus der Carlsberg-Brauerei in Kopenhagen beschafft werden. Schon 1945 hatte Sion in Köln für die Marke Kölsch geworben. Später stieg die Zahl der Kölsch-Brauereien wieder auf 24, und 1960 wurden in Köln rund 500.000 Hektoliter Kölsch gebraut. 1963 stufte das Landgericht Köln Kölsch nicht allein als Biertyp, sondern auch als Herkunftsangabe ein; mit der Bestätigung durch das Oberlandesgericht Köln im Juli 1977 darf Kölsch nicht mehr außerhalb der Region hergestellt werden.

© Privatbrauerei Gaffel Becker & Co · CC BY-SA 3.0 de

Zeitstrahl

  1. 1396
    Kölner Brauer-Kooperation gegründet, unterzeichnet Verbundbrief
  2. 1906
    Brauerei Sünner braut erstes Kölsch im heutigen Sinne
  3. 1918
    Sünner wirbt erstmals mit dem Begriff „Kölsch" für helles obergäriges Bier
  4. 1946
    Nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch zwei Brauereien: Dom und Sünner
  5. 1960
    Rund 500.000 Hektoliter Kölsch in Köln gebraut
  6. 1963
    Landgericht Köln: Kölsch bezeichnet auch das Herkunftsgebiet
  7. 1977
    OLG Köln bestätigt: Kölsch darf nicht außerhalb der Region hergestellt werden
  8. 1986
    Kölsch-Konvention (16 §§) am 6. März unterzeichnet

Die Kölner Brauereien

Reissdorf

Eine der meistverkauften Kölsch-Marken der Stadt.

Wikipedia ↗
Gaffel

Braut neben Gaffel Kölsch auch die Marken Garde und Richmodis.

Wikipedia ↗
Früh

Steht für das große Brauhaus Früh am Dom.

Wikipedia ↗
Sünner

Kölns älteste noch produzierende Brauerei; hier entstand 1906 das erste moderne Kölsch.

Wikipedia ↗
Päffgen

Traditionsreiche Hausbrauerei, die ihr Kölsch frisch vom Fass ausschenkt.

Wikipedia ↗
Mühlen (Zur Malzmühle)

Hausbrauerei am Heumarkt mit dem Mühlen Kölsch.

Wikipedia ↗
Sion

Alteingesessene Kölsch-Marke mit eigenem Brauhaus in der Altstadt.

Wikipedia ↗
Peters

Bekannt durch das Peters Brauhaus in der Altstadt.

Wikipedia ↗
Gilden

Traditionsmarke, unter anderem im Brauhaus Gilden im Zims ausgeschenkt.

Wikipedia ↗
Zunft

Hausbrauerei-Kölsch, das in einem eigenen Glas serviert wird.

Wikipedia ↗
Dom

Bekannte Kölsch-Marke der Stadt.

Wikipedia ↗
Küppers

Eine der bekanntesten Kölsch-Marken.

Wikipedia ↗
Sester

Traditionsreiche Kölsch-Marke.

Bischoff

Kleinere Kölner Privatbrauerei.

Galerie

© Geolina163 · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Gordito1869 · CC BY 3.0 · Commons
© Horsch, Willy (HOWI) · CC BY 2.5 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

Kölsch (Sprache)

Die ripuarische Mundart Kölns – herzlich, humorvoll und bis heute lebendig in Musik, Karneval und Alltag.

Agrippina die Jüngere

Namensgeberin Kölns: Die in Köln geborene römische Kaiserfrau (Schwester Caligulas, Frau des Claudius, Mutter Neros) ließ ihren Geburtsort 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium erheben — aus diesem Namen entstand später „Köln“.

Bier-Esel – Kölns ältestes Muschelhaus in der Altstadt

4,5(2.695)· Google

Traditionsgaststätte in der Kölner Altstadt mit über 700-jähriger Wirtshaus-Geschichte, die sich als ältestes Muschelhaus der Stadt bezeichnet.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.