Ferdinand Franz Wallraf
Kölner Priester und Gelehrter, dessen Kunstsammlung die Stadt als Universalerbin erhielt und aus der das Wallraf-Richartz-Museum hervorging.
Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) war Kölner Priester, Gelehrter und Kunstsammler. Seine der Stadt vermachte Sammlung bildete den Grundstock für mehrere Kölner Museen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lebensdaten
- geboren am 20. Juli 1748 in Köln, gestorben am 18. März 1824 ebenda
- Herkunft
- Sohn eines Kölner Schneidermeisters
- Wirken
- Priester, Gelehrter (Botanik, Naturgeschichte, Ästhetik), Rektor der alten Kölner Universität (1793–1796)
- Nachlass
- Sammlung mit römischen Ausgrabungsstücken, mittelalterlichen Gemälden, Handschriften, Münzen, Fossilien und Waffen
- Grabstätte
- Friedhof Melaten in Köln
- Ehrung
- 1823 Eichenkranz als Bürgerkrone; später als „Erzbürger“ bezeichnet
Werdegang
Wallraf besuchte ab 1760 das Gymnasium Montanum und schloss 1767 als Magister artium ab. 1772 wurde er zum Priester geweiht, später studierte er Medizin. 1784 erhielt er an der Universität Köln eine Professur, verbunden mit einem Kanonikat an St. Maria im Kapitol. Nachdem die französische Besatzung 1798 die Universität aufgehoben hatte, lehrte er an deren Nachfolgerin, der Zentralschule.
Die Sammlung
Als Conservateur des monuments sicherte Wallraf Bodenfunde und Kunstwerke. In seinem dritten Testament vom 9. Mai 1818 setzte er die Stadt Köln als Universalerbin ein, mit der Bedingung, dass die Bestände dauerhaft in der Stadt bleiben; die Stadt nahm die Schenkung am 16. Mai 1818 an. Von 1827 bis 1860 waren die Sammlungen im „Wallrafianum“ in der Trankgasse ausgestellt. Der größte Teil befindet sich heute im Wallraf-Richartz-Museum, seine rund 14.000 Drucke umfassende Bibliothek in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.
Spuren in Köln
1809 wurde Wallraf mit der Gestaltung des Friedhofs Melaten beauftragt, wobei er sich am Pariser Père-Lachaise orientierte und die Anlage zugleich als öffentliche Grünanlage plante. 1812 erhielt er den Auftrag, neue französische Namen für die Kölner Straßen vorzuschlagen. Um 1809 gründete er die „Olympische Gesellschaft“, die sich der Kunst, Literatur sowie dem Kölner Humor und Dialekt widmete, und trug 1823 zur Reform des Kölner Karnevals bei.
Denkmäler
Vor dem Museum für Angewandte Kunst, dem früheren Standort des Wallraf-Richartz-Museums, steht ein 1900 enthülltes Bronze-Sitzbild von Wilhelm Albermann.
Galerie
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