Heinrich Böll
In der Kölner Südstadt geborener Schriftsteller, einer der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit und Literaturnobelpreisträger 1972.
Heinrich Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Sein Weg als Schriftsteller begann in Köln, wo er 1917 in der Südstadt zur Welt kam.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Rolle
- Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber
- Geboren
- 21. Dezember 1917 in der Kölner Südstadt
- Gestorben
- 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich
- Auszeichnung
- Nobelpreis für Literatur 1972
- Zugeordnet
- Trümmer-, Kriegs- und Heimkehrerliteratur
- Durchbruch
- Preis der Gruppe 47 im Mai 1951
- Bekannte Werke
- „Ansichten eines Clowns“, „Billard um halb zehn“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
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Herkunft in Köln
Böll kam als achtes Kind des Schreiners Viktor Böll und dessen zweiter Frau Maria zur Welt. Die katholische Familie lehnte den Nationalsozialismus ab und zog 1922 in den damals halb ländlichen Stadtteil Raderberg. Nach dem Besuch der Volksschule in Raderthal wechselte Böll auf das staatliche Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in der Heinrichstraße. Der Bankrott des väterlichen Geschäfts infolge der Inflation erzwang 1930 den Umzug in eine Mietwohnung in der Maternusstraße; sein Lektor Dieter Wellershoff deutete dies als „Vertreibung aus seinem Kindheitsparadies“, die Böll zum Thema seines Schreibens machte. 1936 bezog die Familie eine Wohnung am Karolingerring.
Weg zum Schriftsteller
Nach dem Abitur 1937 brach Böll eine Buchhändlerlehre in Bonn ab und begann 1939 in Köln ein Studium der Germanistik und Klassischen Philologie. Von 1939 bis 1945 war er Soldat, überwiegend als Dolmetscher für die Besatzungsmacht, und geriet zuletzt in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg nahm er das literarische Schreiben wieder auf; den Familienunterhalt sicherte in dieser Zeit vor allem seine Frau Annemarie als Lehrerin.
Durchbruch bei der Gruppe 47
Den Durchbruch brachte Böll das Debüt bei der Gruppe 47 im Mai 1951, zu dem ihn Alfred Andersch vorgeschlagen hatte. Mit der Satire „Die schwarzen Schafe“ gewann er auf Anhieb den Preis der Gruppe 47 und erhielt in der Folge einen Autorenvertrag bei Kiepenheuer & Witsch. Die anschließenden Jahre zählten zu seinen schöpferischsten.
Werk
In seinen frühen Kurzgeschichten schilderte Böll die zerstörte Stadt, Hunger und Not der Überlebenden sowie die Desillusionierung der Heimkehrer. Der Sammelband „Wanderer, kommst du nach Spa…“ (1950) begründete seinen Ruf als Kurzgeschichtenautor. In Romanen setzte er sich kritisch mit der jungen Bundesrepublik auseinander; „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ gilt als Kritik am Sensationsjournalismus. Mit seiner Frau übersetzte er englischsprachige Werke ins Deutsche.
Irland
Seit 1954 verbrachte Böll die Sommer häufig auf der Insel Achill im Westen Irlands. Sein „Irisches Tagebuch“ von 1957 trug zum Irlandbild der deutschen Leserschaft bei.
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