St. Georg (Köln-Weiß)
1954 geweihte, denkmalgeschützte katholische Saalkirche im Kölner Stadtteil Weiß, deren Außenaltar direkt zum Rhein hin ausgerichtet ist.
Die katholische Kirche St. Georg steht im Kölner Stadtteil Weiß unmittelbar am Rhein und wurde 1954 nach Plänen des Architekten Joseph Bernard geweiht. Sie steht unter dem Patrozinium des Heiligen Georg und ist seit 2003 denkmalgeschützt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Bautyp
- Saalkirche mit über 300 Sitzplätzen
- Architekt
- Joseph Bernard
- Weihe
- 5. Dezember 1954
- Stadtteil
- Köln-Weiß
- Patrozinium
- Heiliger Georg
- Konfession
- römisch-katholisch
- Denkmalschutz
- seit dem 24. Juli 2003 (Denkmalliste-Nr. 8626)
- Material
- Backsteinfassade, verschiefertes Satteldach
Die Altarwand steht so dicht am Rhein, dass ein kleines Rundfenster mit einer als Schifferlaterne gestalteten Ewig-Licht-Ampel nachts vom Fluss aus zu sehen ist.
Das kannst du hier erleben
- Den überdachten Außenaltar („Schifferkapelle") direkt am Rheinufer betrachten
- Das um 1500 entstandene Altarkreuz und die mittelalterliche Madonna mit Kind in der Werktagskapelle ansehen
- Die abstrakten Bleiglasfenster von Paul Weigmann und Lucyna Mentis entdecken
- Den offenen Dachstuhl mit dunklen Balken und die gestufte Raumfolge von Taufort zu Altar erleben
- Abends vom Rhein aus die als Schifferlaterne gestaltete Ewig-Licht-Ampel im Rundfenster suchen
Geschichte
Die Pfarrei St. Georg entstand 1923 und feierte ihre Gottesdienste zunächst in der bereits seit dem Mittelalter belegten St.-Georgs-Kapelle, die ab den 1920er Jahren durch Anbauten zur Notkirche erweitert wurde. Erste Pläne für einen Neubau am heutigen Standort reichen bis 1927 zurück. Nachdem die Kapelle im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört worden war, beschloss man, sie in ihrer historischen Form wiederherzustellen und daneben eine neue Kirche zu errichten. Joseph Bernard, der vor dem Krieg mit dem Kirchenbauer Dominikus Böhm zusammengearbeitet hatte, übernahm 1953/1954 die Planung. Den 1953 gelegten Grundstein gestaltete Willy Meller, die Weihe folgte am 5. Dezember 1954. 2007 verlor die Kirche im Zuge eines Gemeindezusammenschlusses ihren Status als Pfarrkirche; diese Rolle übernahm St. Joseph in Rodenkirchen.
Architektur
Der Bau ist eine große Saalkirche mit verschiefertem Satteldach, das sich zur Nordseite weit hinunterzieht. Die Altarwand steht direkt an der Kante zur Mittelterrasse des Rheintals: Ein als schmale Dachverlängerung ausgeführtes Vordach reicht auf zwei langen Säulen fast bis zum Uferweg hinab und bildet einen überdachten Außenaltar zum Fluss, die sogenannte „Schifferkapelle". In der ansonsten geschlossenen Wand sitzt nur ein kleines Rundfenster, an dessen Innenseite eine Ewig-Licht-Ampel im Stil einer Schifferlaterne hängt und nachts vom Rhein aus sichtbar ist. Die zum Dorf gerichtete Eingangsmauer ist fensterlos und bildet eine schräge Achse zum quadratischen Glockenturm. Im Inneren setzt sich die „Scheunenatmosphäre" mit offenem Dachstuhl und dunklen Balken fort – gedeutet als Anspielung auf den Stall in Bethlehem, das Zelt Gottes oder einen umgedrehten Schiffsrumpf. Licht fällt vor allem durch die Obergadenfenster ein. Der Weg von der Taufe zur Eucharistie wird durch Höhenstufen sichtbar gemacht: Der Taufort liegt einige Stufen tiefer, der Altar deutlich erhöht.
Ausstattung
Den Altartisch aus Muschelkalk mit als Seesterne gedeuteten Füßen schuf Hein Gernot; das Tabernakel wurde unter Anleitung von Elmar Hillebrand vom Weißer Künstlerpaar Tong ausgeführt. Das dominierende Altarkreuz an der Ostwand trägt einen um 1500 entstandenen Korpus, der ursprünglich in einer Kirche in Esenhausen hing und als Dauerleihgabe hier steht. Clemens Hillebrand malte 2010 symbolhafte Medaillons entlang des Kirchenschiffs, die 2024 um ein Symbol für Maria Magdalena ergänzt wurden. Die abstrakten Fenster in Altarwand und Taufkapelle stammen von Paul Weigmann, jene der Werktagskapelle mit drei Engeln von Lucyna Mentis. Zu den historischen Stücken zählen ein flämisches Ölgemälde des 17. Jahrhunderts sowie eine Madonna mit Kind aus der Mitte des 14. Jahrhunderts aus der alten Georgskapelle. Die 1955 von Romanus Seifert gebaute Orgel wurde 1988 von Willi Peter renoviert und erweitert; das sechsstimmige Geläut goss 1959 Petit & Gebr. Edelbrock.
Zeitstrahl
- 1923Gründung der Pfarrei St. Georg
- 1927Erste Planungen für einen Kirchenneubau am heutigen Standort
- 1953Grundsteinlegung, gestaltet von Willy Meller
- 1954Weihe der neuen Kirche am 5. Dezember
- 1955Bau der Orgel durch Romanus Seifert
- 1959Guss des sechsstimmigen Geläuts durch Petit & Gebr. Edelbrock
- 2003Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln
- 2007Verlust des Pfarrkirchenstatus durch Gemeindezusammenschluss
Galerie
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