Synagoge Zündorf
Die 1882 eingeweihte Synagoge im Kölner Stadtteil Zündorf besteht heute als Wohnhaus fort; eine Gedenkplakette erinnert an ihre Geschichte.
Die Synagoge Zündorf war ein jüdisches Gotteshaus im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Zündorf. Das 1882 eingeweihte Gebäude an der Hauptstraße 159 besteht heute – zum Wohnhaus umgebaut – weiterhin; eine Gedenkplakette erinnert an seine ursprüngliche Bestimmung.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Kölner Stadtteil Zündorf (rechtsrheinisch), Hauptstraße 159
- Betsaal seit
- 1713, in einer Stube im Wohnhaus des Andreas Salomon
- Neubau eingeweiht
- 18. August 1882
- Gemeinde
- Spezial-Synagogengemeinde Zündorf (ab 1853), zuständig für Heumar, Wahn und Rösrath
- Ende als Synagoge
- am 9. Februar 1938 verkauft und zum Wohnhaus umgebaut
- Bauweise
- zweigeschossiger Ziegelbau mit Satteldach, rund 59,6 m² Geschossfläche
- Heutiger Zustand
- Wohnhaus, 2020/2021 saniert; Gedenkplakette seit 2011
Geschichte der jüdischen Gemeinde
Jüdisches Leben in Zündorf ist bereits vor 1700 belegt; als erster Nachweis gilt die Bestattung des Juden Ischar am 2. Juli 1708 auf dem Deutzer Friedhof, der bis zur Anlage eines eigenen Bestattungsplatzes 1923 auch die Zündorfer Juden aufnahm. Der jüdische Friedhof nördlich des Ortes weist noch acht Grablegen mit sechs Grabsteinen auf. Als Handelsplatz zog Zündorf jüdische Vieh- und Pferdehändler ebenso an wie Metzger, Geldverleiher, kleine Handwerker und Güterhändler; an das jüdische Leben erinnert auch die einstige Judengasse, die heutige Gütergasse.
Bereits seit 1713 bestand ein Betsaal in einer hergerichteten Stube im Wohnhaus des Andreas Salomon. Die Zündorfer Spezial-Synagogengemeinde ging 1853 aus der Mülheimer Synagogengemeinde hervor. Mit dem Wachsen der Gemeinde wurde ein Neubau beschlossen: Der 1880 begonnene Bau wurde am 18. August 1882 eingeweiht und befand sich seit dem 5. November 1883 im Eigentum der Gemeinde, zu der die Juden der Bürgermeistereien Heumar, Wahn und Rösrath gehörten.
Verfolgung und Ende der Gemeinde
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 ging die schon zuvor rückläufige Mitgliederzahl durch Emigration, Vertreibung, Deportation und Ermordung noch rascher zurück, bis das Gemeindeleben – auch infolge fehlender Einnahmen – zum Erliegen kam. Am 29. November 1937 bot die Gemeinde an, die Synagoge für 800 Mark zu verkaufen, unter anderem unter der Bedingung, dass die zum Garten eines jüdischen Nachbarn gelegenen Fenster zugemauert würden. Am 9. Februar 1938 wurde die Synagoge veräußert und in der Folge zu einem Wohnhaus umgebaut, wobei die architektonischen Details verschwanden, die auf die frühere Nutzung schließen ließen. Die Zündorfer jüdische Gemeinde löste sich zwischen 1938 und 1942 infolge Umzügen und Deportationen auf.
Architektur
Der zweigeschossige, in Ziegelstein ausgeführte und mit einem Satteldach versehene Bau maß 6,7 Meter in der Breite und 8,9 Meter in der Tiefe und verfügte damit über eine Geschossfläche von nur 59,6 m². Von der Hauptstraße war er über einen drei Meter breiten Stichweg zu erreichen, der an einem vorgelagerten Altbau vorbei auf das hinterliegende Grundstück führte. Eine Baubeschreibung vom 15. Februar 1938 nennt im Westen drei große Fenster (1,50 × 2,50 m) und zwei Kreisbogenfenster; ein hohes Fenster an der nordwestlichen Hausecke wurde vereinbarungsgemäß zugemauert. Ob es sich bei einem Raum im Hof um ein Ritualbad handelte, war bereits 1970 nicht mehr zu klären.
Erinnerung heute
Zum 9. November 2011 wurde am Gebäude eine bronzene Gedenkplakette angebracht, deren Inschrift an die Jahre 1882–1938 erinnert: „1882 wurde die Zündorfer Synagoge errichtet. Das Gebäude wurde 1938 verkauft." Nach einem Besitzerwechsel wurde das als Wohnhaus genutzte frühere Gotteshaus von 2020 bis Ende 2021 umfassend saniert und behutsam umgestaltet, sodass die Architektur der vormaligen Synagoge erkennbar blieb oder wieder aufgezeigt werden konnte – so wurde die ursprüngliche Fenstergliederung wiederhergestellt und zuvor vermauerte Rundbogenfenster im Obergeschoss freigelegt. Vermutet wird, dass sich im Inneren einst eine Frauenempore befand; die ursprüngliche Lage des Thoraschreines ist mangels Spuren unklar. Für ein rituelles Tauchbad (Mikwe) liegen weiterhin keine sicheren Hinweise vor.
Karte
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Adresse
Hauptstraße 159
51143 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-13
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