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© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Bayenturm

Mittelalterlicher Eckturm der Kölner Stadtmauer am Rhein, um 1220 errichtet — heute Sitz der Stiftung „FrauenMediaTurm".

seit 1220

Outdoor Fotospot

Der Bayenturm ist ein mittelalterlicher Wehrturm in der Kölner Innenstadt und zählt zu den wenigen erhaltenen Teilen der Befestigung, die Köln rund 700 Jahre umschloss. Heute hat hier die Stiftung „FrauenMediaTurm" ihren Sitz.

Auf einen Blick

Art
Mittelalterlicher Wehrturm, südlicher Eckturm der Stadtbefestigung
Lage
Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt, am Rhein
Entstehung
um 1220, als Teil der acht Kilometer langen Stadtmauer
Höhe
ca. 35 Meter (Erdgeschoss und vier Obergeschosse mit Zinnen)
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Heutige Nutzung
Sitz der gemeinnützigen Stiftung „FrauenMediaTurm"
Wusstest du?

Am 8. Juni 1262 eroberte die Kölner Bürgerschaft den Bayenturm und brach damit endgültig die Vorherrschaft des Erzbischofs – eine Kölner Weisheit hält fest: „Wer den Turm hat, hatte die Macht."

Das kannst du hier erleben

  • Mittelalterlichen Wehrturm am Rhein bestaunen
  • Zinnen und achteckige Obergeschosse von außen fotografieren
  • Am Rheinufer entlangschlendern und den Blick aufs Wasser genießen
  • Den erhaltenen Rest der alten Stadtmauer entdecken
  • Auf Spurensuche zur Kölner Stadtgeschichte gehen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Architektur

Der quadratische Unterbau umfasst drei Geschosse mit 2,50 Meter dicken Wänden. Darauf wurden um 1325 zwei achteckige Obergeschosse errichtet, die über einem Rundbogenfries mit Kleeblattbögen mit vorkragenden Zinnen abschließen. Nach Süden und Westen setzte sich die Kölner Stadtmauer fort. Dem Turm südlich vorgelagert war eine Schleuse, mit der sich der Graben vor der landseitigen Stadtmauer fluten ließ.

© Arnold Mercator · Public domain

Verlorene Befestigung am Rhein

Zur östlichen Rheinseite hin führte einst ein Wehrgang über einen Bogen bis zu einem im Fluss verankerten Pfeiler. Von dort ließ sich auch der Treidelbetrieb auf dem Leinpfad überwachen, das Ziehen von Kähnen stromaufwärts durch Pferde. Diese bereits verfallene Verbindung wurde 1585 abgerissen; nur der Bogenansatz blieb stehen, nachdem die im Fluss liegenden Teile 1784 durch Eisgang zerstört worden waren.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Geschichte

Am 8. Juni 1262 eroberte die Kölner Bürgerschaft den Turm, womit die Vorherrschaft des Erzbischofs gebrochen war. Eine Kölner Weisheit lautet: Wer den Turm hat, hatte die Macht. Wegen seiner Rolle im Streit um bürgerliche Freiheiten gegen Erzbischof Engelbert II. wurde der Bayenturm mit dem Stadtwappen geschmückt. Im Dreißigjährigen Krieg verstärkte man ihn 1620. Als Preußen das Gelände 1881 umgestaltete und den Großteil der Mauer schleifte, blieb der Turm erhalten und wurde an die Stadt Köln verkauft.

Vom Museum zum Wiederaufbau

Schwere Schäden eines Brandes von 1697 beseitigte Stadtbaumeister Josef Stübben zwischen 1895 und 1898 durch Wiederaufbau. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Turm zum Kölner Museum für Vor- und Frühgeschichte hergerichtet, das 1907 unter seinem ersten Direktor Carl Rademacher eröffnete. Bei Luftangriffen im Juli 1943 wurden Ausstellungen und Bestände großteils zerstört; gerettete Reste flossen später in den Grundstock des Römisch-Germanischen Museums ein. Über Jahrzehnte stand der Turm als Ruine, bevor er 1987 nach Stübbens Plänen von 1895 wieder aufgebaut wurde.

Heute

Seit August 1994 ist der Bayenturm Sitz der 1984 gegründeten Stiftung „FrauenMediaTurm". Den Innenausbau leitete ab 1992 die Architektin Dörte Gatermann; bemerkenswert ist die Belichtung des Innenraums durch ein sogenanntes „Himmelsauge". Der heutige Rheinuferkai liegt etwa 50 Meter entfernt; zur Rheinuferstraße hin ist ein zehn Meter langes, dreigeschossiges Gebäudeteil der landeinwärts führenden Befestigung erhalten.

Zeitstrahl

  1. nach 1217
    Bau des Bayenturms als Teil der Kölner Stadtbefestigung
  2. 1250
    Erste urkundliche Erwähnung des Turms
  3. 8. Juni 1262
    Eroberung durch Kölner Bürgerschaft; Vorherrschaft des Erzbischofs gebrochen
  4. um 1325
    Zwei achteckige Obergeschosse mit Zinnen aufgesetzt
  5. 1895–1898
    Reparatur der Brandschäden von 1697 durch Stadtbaumeister Josef Stübben
  6. 1907
    Eröffnung als Museum für Vor- und Frühgeschichte unter Carl Rademacher
  7. Juli 1943
    Sammlungen bei Luftangriffen weitgehend zerstört
  8. 1987
    Wiederaufbau des im Krieg stark beschädigten Turms
  9. August 1994
    Turm wird Sitz der Stiftung FrauenMediaTurm

Karte

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Adresse

Bayenturm
50678 Köln

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Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25

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