Schlosspark Stammheim
Landschaftspark am Rhein, 1828–1832 von Maximilian Weyhe als Englischer Garten angelegt – heute öffentliche Grünanlage und seit 2002 Ort moderner Kunst.
Der Schlosspark Stammheim ist eine öffentliche Grünanlage der Stadt Köln am rechten Rheinufer. Er geht auf ein mittelalterliches Rittergut zurück, das 1818 von Freiherr Theodor von Fürstenberg erworben wurde.
Auf einen Blick
- Art
- Öffentlicher Landschaftspark im Stil eines Englischen Gartens
- Lage
- Stadtteil Stammheim, Stadtbezirk Mülheim, am rechten Rheinufer
- Anlage
- 1828–1832 von Maximilian Friedrich Weyhe entworfen
- Fläche
- etwa 8 Hektar, 2009 nach Norden auf rund 12 Hektar erweitert
- Bepflanzung
- ursprünglich rund 600 Bäume und 500 Sträucher
- Status
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Nutzung
- Erholung sowie seit 2002 Ausstellung moderner Kunst
Die rund 1.100 Pflanzen für den Park (600 Bäume, 500 Sträucher) lieferte vor allem der Kölner Botanische Garten – geleitet von Jakob Greiß, der ausgerechnet ein Schüler des Parkarchitekten Weyhe war: Lehrer entwarf den Park, Schüler lieferte das Pflanzenmaterial.
Flächenvergleich
Fläche im Vergleich mit anderen Kölner Parks und Grünflächen.
Geschichte
Der Rittersitz Stammheim wechselte 1757 den Besitzer und ging 1818 an Reichsfreiherr Theodor von Fürstenberg zu Neheim, der ihn für seinen Sohn Egon erwarb. Die Familie beauftragte den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe, ab 1834 Königlicher Gartenbaudirektor, mit dem Entwurf eines Landschaftsparks, den dieser zwischen 1828 und 1832 anlegte. Während der mehrjährigen Bauzeit arbeiteten 50 Arbeitskräfte an der Anlage.
Das Schloss und sein Ende
Wo heute der Skulpturenpark grünt, stand einst ein Rokokoschloss. Um 1780 ließ es Friedrich Ferdinand von Scharffenstein errichten – seit 1746 Freiherr und „von Pfeil" genannt (1718–1795). Der Kunsthistoriker Hermann J. Mahlberg schreibt den Entwurf dem Baumeister Johann Georg Leydel zu. Das zweistöckige Herrenhaus zeigte sich in betont schlichten Rokokoformen: ein Hauptbau von neun zu vier Achsen mit hohem, gebrochenem Mansarddach, zur Rheinseite links und rechts flankiert von je einem kleineren Flügel. Nach Norden schloss sich die Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden und Stallungen an, im Mittelflügel lag die Bibliothek. Unter den Grafen von Fürstenberg beherbergte das Schloss zahlreiche Kunstgegenstände. Weil der Rheinbogen damals noch unbebaut war, reichte der Blick vom Anwesen bis zum rund 5,3 Kilometer südlich gelegenen Kölner Dom.
Mit dem Tod der letzten hier lebenden Gräfin Eugenie von Fürstenberg-Stammheim (gestorben 1925) endete die Adelszeit; 1928 kaufte die Stadt Köln das Schloss. In der NS-Zeit nutzte es der Reichsarbeitsdienst, ehe ein Fliegerangriff das Gebäude 1944 bis auf die Außenmauern ausbrennen ließ. Als zweigeschossige Kriegsruine überdauerte das Mauerwerk am rechten Rheinufer noch bis in die frühen 1950er Jahre; die dahinter liegenden Wirtschaftsgebäude waren bereits vorher abgetragen worden.
1952 übernahmen die Farbenfabriken Bayer in Leverkusen das Gelände samt gut 20 Morgen Park und errichteten – an der Stelle der einstigen Wirtschaftsbauten – ein Altenheim für frühere Mitarbeiter, benannt nach dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Ulrich Haberland. Der eigentliche Schlossbauplatz blieb dabei frei, die Stadt sicherte sich ein Rückkaufrecht. 1983 nahm Köln Park und Gebäude unentgeltlich wieder in Besitz. Nach einer Zwischennutzung als Studentenheim des Kölner Studierendenwerks steht das Ulrich-Haberland-Haus seit 2001 leer; ein 2018 gestarteter Ideen- und Investorenwettbewerb folgte auf mehrere gescheiterte Anläufe, einen Investor oder eine neue Nutzung zu finden. Vom Schloss selbst blieb nur eine profilierte Eingangsfassung mit einem Doppelwappen im Keilstein erhalten, die beim Bau des Haberland-Hauses wiederverwendet wurde.
Anlage und Bepflanzung
Es entstand ein verzweigtes Wegenetz, dessen Hauptwege als Alleen zum Schloss führten. Bis heute prägen mit Linden bestandene Alleen den Park, darunter eine an der Rheinseite und eine, die den Park mittig durchquert. Weyhes Anpflanzungen umfassten rund 600 Bäume und 500 Sträucher mit zahlreichen Gehölzgattungen, überwiegend heimische, aber auch exotische Arten wie Trompetenbäume, Tulpenbaum, japanische Magnolien und Amerikanische Weiß-Eiche. Das Pflanzenmaterial kam unter anderem aus dem nahe gelegenen Kölner Botanischen Garten.
Lage und Umgebung
Die Anlage liegt gegenüber dem linksrheinischen Stadtteil Köln-Niehl und schließt an den alten Ortskern Stammheims an. Der Haupteingang führt von der Stammheimer Hauptstraße neben der alten Kirche Sankt Mariä Geburt in die Lindenallee. Nach Norden geht der Park in die Flittarder Auenlandschaft über. Er bildet zugleich den vorläufigen Endpunkt einer geplanten, etwa elf Kilometer langen Rheinpromenade von der Südbrücke bis Stammheim, die bislang nur teilweise umgesetzt ist.
Wissenswertes
Graf Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim, dem die Stadt Köln 1856 das Ehrenbürgerrecht verlieh, baute die Gartenanlage bis zu seinem Tod 1859 weiter aus. Zu den Gestaltungselementen gehörten geschwungene „Brezelwege“, zwei Rondelle und ein erhöhter Aussichtspunkt am südlichen Rheinufer mit Blick auf den Rhein und den Kölner Dom.
Zeitstrahl
- 1757Rittersitz Stammheim von Freiherr von Wyhe an Freiherr von Pfeill übertragen
- 1818Theodor von Fürstenberg erwirbt den Rittersitz für seinen Sohn Egon
- 1828–1832Gartenarchitekt Weyhe legt den Park im Stil eines Englischen Gartens an
- 18. Dez. 1856Graf Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim erhält das Kölner Ehrenbürgerrecht
- 1859Tod von Graf Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim
- 2002Park wird auch zur Ausstellung moderner Kunst genutzt
- 2009Erweiterung des Parks nach Norden auf ca. 12 ha
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-17)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-26)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-26)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-25)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-25
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