Naturschutzgebiet Am Hornpottweg
Ehemalige Kiesgrube am Kölner Nordostrand, seit 1983 Naturschutzgebiet – ein Feuchtbiotop mit über 200 Vogelarten, das vom rund 2 km langen Rundweg aus einsehbar ist.
seit 1983
Am nordöstlichen Rand von Köln, nahe der Stadtgrenze zwischen Dünnwald und Leverkusen-Schlebusch, liegt im Dünnwalder Wald das Naturschutzgebiet „Am Hornpottweg" – eine ehemalige Kiesgrube, die sich zu einem der wertvollsten Biotope im Kölner Stadtgebiet entwickelt hat. Wasser, Röhricht, Magerrasen und Mischwald bringen hier auf engem Raum eine bemerkenswerte Artenvielfalt zusammen.
Auf einen Blick
- Lage
- Nordöstlicher Rand von Köln, im Dünnwalder Wald an der Grenze zu Leverkusen-Schlebusch, rund 55 m über NN
- Schutzstatus
- Seit 1983 Naturschutzgebiet, Teil der Bergischen Heideterrasse
- Fläche
- Etwa 27,6 Hektar, davon 17,8 ha ehemalige Kiesgrube plus angrenzender Wald
- Zutritt
- Die eingezäunte Grube selbst darf nicht betreten werden – sie lässt sich aber vom rund 2 km langen Rundweg gut einsehen
- Tierwelt
- Über 200 nachgewiesene Vogelarten, dazu Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und Glanrinder als Landschaftspfleger
- Besonderheit
- Von mehreren Stellen am Rundweg lässt sich fast die ganze Grube überblicken – Tierbeobachtung wie kaum an einem anderen Biotop
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Vom Kiesabbau zum Feuchtbiotop
Nach der Stilllegung der Grube 1976 sollte die rund 445 Meter lange, 400 Meter breite und 10 Meter tiefe Ausschachtung eigentlich wieder verfüllt werden. Weil das Abpumpen des Grundwassers endete, bildeten sich jedoch größere Wassertümpel, in denen sich rasch eine vielfältige Vegetation ansiedelte – und mit ihr immer mehr rastende Zugvögel, darunter bereits damals gefährdete Arten. Naturschützer, vor allem der DBV (der spätere NABU Köln) und der BUND in Leverkusen, beantragten daraufhin 1980 beim Kölner Regierungspräsidenten die Unterschutzstellung. Nach einigen Jahren kam es zur Einigung: Das Land Nordrhein-Westfalen erwarb die Fläche und stellte sie 1983 als Feuchtbiotop unter Schutz. 1993 wurde zusätzlich der Hornpottweg für den Autoverkehr gesperrt, um Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche zu schützen.
Lage & Landschaft
Der Wasserstand in der Grube schwankt stark – abhängig vom Regen und vom Pegel des gut vier Kilometer entfernten Rheins. Bei Hochwasser verschmelzen die einzelnen Tümpel zu einer rund sechs Hektar großen Wasserfläche mit kleinen Inseln, ideal für Wasser- und Tauchvögel. Fällt der Wasserstand, entstehen schlammige Flächen, die Watvögeln Brutmöglichkeiten bieten. Rund um die Grube ziehen sich dichte Böschungen aus Weiden, Brombeeren und Sträuchern, dazu kommt ein Mischwald mit vielen Kiefern und Birken, wie er für die sandigen Böden des Dünnwalder Forsts typisch ist. Die Lebensräume reichen von Röhrichten über Grünland bis zu kleinflächigem Sand-Magerrasen; zu den selteneren Pflanzen zählen Sumpf-Schwertlilie und Wasser-Knöterich.
Tierwelt
Reiche Vegetation, gute Fischbestände sowie zahlreiche Libellen, Heupferde und Schmetterlinge machen das Gebiet zu einem Vogelparadies: Über 200 Arten wurden hier bereits gesichtet, rund 110 davon stehen auf der Roten Liste Nordrhein-Westfalens. Im Frühjahr und Herbst rastet der Fischadler auf seinem Zug, Graureiher und Kormorane gehen in den Gewässern auf Fischfang. Zu den Brutvögeln zählen etwa Flussregenpfeifer, Kiebitz und Dorngrasmücke, mit etwas Glück lassen sich Baumfalke, Habicht, Eisvogel oder Kornweihe beobachten. Auch abseits der Vögel ist das Gebiet belebt: Zauneidechse, Waldmaus und viele Fledermäuse leben hier, und immer wieder zeigen sich Rehe und Füchse.
Beweidung mit Glanrindern
Seit 1994 verbringen jedes Jahr vom Frühjahr bis Herbst Glanrinder aus der Wahner Heide ihre Zeit in der Hornpottgrube. Die einfarbig braunen Tiere gehören zur alten rheinischen Rasse des „Glanviehs" und ernähren sich ausschließlich von der Vegetation vor Ort; die Kälber wachsen im Herdenverband auf. Ihre Beweidung hält schwer zugängliche Randflächen offen und ersetzt aufwändige Pflege wie Mähen und Entbuschen, die sonst nötig wäre, um ein Zuwuchern und das Verdrängen einzelner Arten zu verhindern.
Herausforderungen
An der Nordseite grenzte lange die sogenannte „Bullenwiese" an, eine große Acker- und Wiesenfläche auf Leverkusener Gebiet, die Zugvögeln als Rastplatz diente und auf der Graureiher bei hohem Wasserstand nach Mäusen jagten. Seit 2004 wurde diese Fläche jedoch fast vollständig mit einem Gewerbegebiet überbaut. Naturschutzverbände kritisieren das scharf: Rücken Wohn- und Gewerbegebiete immer näher an die Hornpottgrube heran, drohen der Verlust von Lebensräumen und eine Verarmung der Tierwelt im Schutzgebiet.
Karte
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Adresse
Hornpottweg
51069 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-10)
- Wikipedia (abgerufen 2026-08-09, rev 267215419)
- Wikidata (abgerufen 2026-08-09)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-09
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