Motte Kurtekotten
Reste einer mittelalterlichen Turmhügelburg in Köln-Flittard: Burghügel und breiter Wassergraben liegen versteckt zwischen Sportanlagen und Baggersee und stehen als Naturdenkmal unter Schutz.
Die Motte Kurtekotten ist eine hochmittelalterliche Turmhügelburg (Motte) im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Flittard. Von der Anlage sind heute der Burghügel und der ihn umgebende breite Wassergraben erhalten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Hochmittelalterliche Turmhügelburg (Motte)
- Lage
- Flittard, rechtsrheinisch; rund 45 m westlich des Mutzbaches, etwa 170 m südlich der Stadtgrenze zu Leverkusen
- Ausdehnung
- 90 m (Nord–Süd) × 70 m (West–Ost), Grundfläche 4085 m² inklusive Böschungen
- Burghügel
- nahezu mittig, ca. 240 m², annähernd quadratisch, ragt ca. 3–4 m über den Wasserspiegel (45,5 m ü. NN)
- Wassergraben
- im Norden/Westen ca. 16 m breit, im Süden/Osten ca. 21–24 m
- Erhaltungszustand
- Burghügel und Wassergraben erhalten; keine archäologische Untersuchung erfolgt
- Schutzstatus
- Naturdenkmal Nr. 909.01 nach dem Landschaftsschutzgesetz NW
Lage und Erscheinungsbild
Die Ruine der Motte liegt rund 45 Meter westlich des heutigen Verlaufs des Mutzbaches und etwa 170 Meter südlich der Stadtgrenze zu Leverkusen. In größter Nord-Süd-Ausdehnung misst die Anlage 90 Meter, in West-Ost-Richtung 70 Meter. Einschließlich der zum Wasser abfallenden Böschungen beträgt die Grundfläche 4085 m², die des reinen Burghügels ca. 240 m². Der nahezu mittig gelegene, annähernd quadratische Hügel ragt etwa 3 bis 4 Meter über den bei 45,5 m ü. NN liegenden Wasserspiegel.
Der Wassergraben ist im Norden und Westen etwa 16 Meter breit, im Süden und Osten ca. 21 bis 24 Meter. Noch zum Ende des 19. Jahrhunderts war er über Zu- und Abfluss direkt mit dem Mutzbach verbunden. Eine archäologische Untersuchung der Anlage unterblieb bislang. Heute wird die Motte nach Westen vom Areal des RTHC Bayer Leverkusen am Knochenbergsweg mit Tennishallen und -plätzen und nach Osten von einem Baggersee umschlossen.
Geschichte und Hof Kurtekotten
Zur Entstehung der Motte und zu ihren Besitzern sind keine Quellen überliefert. Vermutlich entstand das südwestlich gelegene Hofgut erst nach der Aufgabe der Motte; der Hof bestand bis in das 20. Jahrhundert. Nach Bendel schenkte 1277 ein Johann von Thurn den Hof zu Kurtekotten dem Prämonstratenserinnenkloster in Dünnwald. Einer anderen Quelle zufolge übertrug 1277 Graf Adolf von Berg die wohl schon ungenutzte Motte an Johann vom Turm, auch von Kalmünten genannt. Da der Vertrag ein Rückkaufsrecht enthielt, konnte Adolf VI. den Besitz 1333 erneut veräußern, diesmal an das Kloster in Dünnwald.
Im Besitz des Klosters blieb der Hof bis zu dessen Aufhebung im Rahmen der Säkularisation 1803. Während vorangegangener Truppendurchzüge wurde der Hof am 23. Oktober 1795 von französischen Soldaten geplündert und niedergebrannt, 1817 fiel er erneut den Flammen zum Opfer. Als französische Domäne wurde Kurtekotten der Grafschaft Morsbroich zugeschlagen und gelangte an den französischen Finanzminister Jean Antoine Michel Agar, 1817/18 an Abraham Schaaffhausen bzw. nach dessen Tod (1824) an das familieneigene Bankhaus und 1848 an den A. Schaaffhausen'schen Bankverein. 1857 kaufte die Familie von Diergardt den Hof, die ihn 1859 in den Familienfideikommiss Morsbroich und Dünnwald einbrachte.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Bayer AG Eigentümerin und errichtete auf dem Areal Sporteinrichtungen. Zwischen 1970 und 1974 wurde das Hofgut niedergelegt; es lag zeitweise am in den 1950er Jahren angelegten Sonderlandeplatz Kurtekotten (auch Leverkusen), in dessen Nachbarschaft Hangar und Abstellflächen für Kleinflugzeuge entstanden waren. 1976 wurde der Knochenbergsweg verlegt und westlich um die frühere Hoffläche herumgeführt; anschließend entstand an der Stelle des Hofes eine große Tennishalle.
Naturdenkmal
Als Naturdenkmal ist das Gelände der Motte unter Nr. 909.01 nach dem Landschaftsschutzgesetz NW unter Schutz gestellt. Der Hügel ist insbesondere von Eichen bestanden. Gemeinsam mit dem Mutzbach in seinem Verlauf von der A 3 bis zur Leverkusener Stadtgrenze bildet die Motte den Geschützten Landschaftsbestandteil „Mutzbach und ‚Motte' am Kurtekottenweg" (LB 9.26).
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Quellen & Links
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