St. Kunibert
Jüngste der zwölf romanischen Kirchen Kölns – mit kriegsbedingt erhaltenen Originalfenstern um 1230 und prägender Silhouette nördlich des Doms.
seit 1215
St. Kunibert liegt nahe dem Rhein in der nördlichen Altstadt Kölns und zählt zu den zwölf romanischen Kirchen der Stadt. Benannt ist sie nach Kunibert von Köln, der hier der Legende nach eine Kirche stiftete und bestattet wurde.
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Stiftskirche, dreischiffige Basilika
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, nahe dem Rhein
- Stil
- Romanische Architektur
- Besonderheit
- Originalfenster aus dem frühen 13. Jahrhundert (um 1230)
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Benannt nach
- Kunibert von Köln
- Einordnung
- Jüngste unter den großen romanischen Kirchen Kölns
Unter dem Chor der Kirche befindet sich ein Brunnen aus vorchristlicher Zeit – der sogenannte Kunibertspütz –, dessen Wasser laut Überlieferung Kindersegen versprechen soll.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Der Neubau begann vor 1210 auf Betreiben des Propstes Theoderich von Wied, des späteren Erzbischofs von Trier. 1226 stand der Chor; 1247 wurde die Kirche – ein Jahr vor Baubeginn des gotischen Doms – als Stiftskirche geweiht. Der Westturm hatte eine wechselvolle Geschichte: Er brannte 1376, brach 1830 nach einem Orkan ein und wurde bis 1860 erneuert.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg sank St. Kunibert erneut in Trümmer: 1944 brannten die Dächer, eine Bombe traf den Westturm, der mit Teilen des Querhauses einstürzte. Unter Leitung von Karl Band wurden Chor und Langhaus bis 1955 wieder errichtet. Der Westbau folgte später – 1993 war der Neuaufbau nach Plänen von Otmar Schwab und Leo Hugot abgeschlossen. Die heutige Gestalt greift bewusst unterschiedliche Bauzustände der Geschichte auf, statt einen einzelnen Zustand zu rekonstruieren. Eigens als „Motivationshilfe" für den Wiederaufbau des Westbaus wurde der Förderverein Romanische Kirchen Köln gegründet, der seither alle romanischen Kirchen der Stadt unterstützt.
Bau und Ausstattung
Die Apsis erhebt sich filigran und zweigeschossig unter einer abschließenden Zwerggalerie. Im Inneren zeigt der östliche Teil einen lichten Hallenbau mit Apsis. In der Apsis verlaufen auf zwei Ebenen säulengetragene Laufgänge im doppelschaligen Mauerwerk – ein Merkmal, das St. Kunibert von den übrigen romanischen Kirchen Kölns abhebt.
Die Originalfenster
Während des Krieges eingelagert und so erhalten blieben die Fenster aus dem frühen 13. Jahrhundert. Im Mittelfenster der oberen Zone steht das Leben Christi im Mittelpunkt; die Darstellung beginnt zwar mit Jesse, zeigt aber nicht dessen Nachkommen, sondern den Lebensweg Christi – im eigentlichen Sinn also keine Wurzel Jesse. Rechts außen erscheint die Legende des Heiligen Kunibert, links die des Heiligen Clemens. In der unteren Zone sind die Heilige Ursula (rechts) und die Heilige Kordula (links) dargestellt. Das mittlere ornamentale Symbol-Fenster schuf der Kölner Künstler Will Thonett in den 1950er Jahren.
Wissenswertes
Unter dem Chor liegt eine von einer Zentralsäule gestützte Krypta mit dem Kunibertspütz, einem Brunnen wohl aus vorchristlicher Zeit, dessen Wasser Kindersegen versprechen soll. Im Langhaus steht eine 1439 gestiftete Verkündigungsgruppe aus farbig gefasstem Stein.
Zeitstrahl
- um 600Kunibert von Köln geboren; gründet der Legende nach eine Clemenskirche am heutigen Standort
- vor 1210Neubau der Stiftskirche auf Initiative von Propst Theoderich von Wied begonnen
- 1226Chor fertiggestellt
- 1247Weihe als Stiftskirche durch Auxiliarbischof Arnold von Semgallen
- 1376Erster Westturm fällt im Juni einem Brand zum Opfer; gotischer Neubau mit Knickhelm
- 1830Westturm bricht nach Orkan ein; bis 1860 neu errichtet
- 194429. Juni: Dächer in Flammen; Westturm durch Bombe getroffen und eingestürzt
- 1993Wiederaufbau des Westbaus (Querhaus und Turm) nach Plänen von Otmar Schwab und Leo Hugot abgeschlossen
Galerie
Karte
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Adresse
Kunibertsklostergasse 2
50668 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 10:00–18:00
Di: 10:00–18:00
Mi: 10:00–18:00
Do: 10:00–18:00
Fr: 10:00–18:00
Sa: 10:00–18:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 266308101)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
- offenedaten-koeln.de (abgerufen 2026-06-30)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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