Trinitatiskirche
Älteste neu erbaute evangelische Kirche im linksrheinischen Köln – klassizistische Basilika nach norditalienischem Vorbild.
seit 1860
Die Trinitatiskirche gilt als die älteste evangelische Kirche, die im linksrheinischen Köln neu errichtet wurde. Sie steht am Filzengraben in der südlichen Altstadt, zwischen Heumarkt und Rheinauhafen.
Auf einen Blick
- Art
- Evangelische Kirche, klassizistische Basilika mit Emporen in den Seitenschiffen
- Lage
- Filzengraben, Altstadt-Süd (Stadtbezirk Innenstadt)
- Architekt
- Friedrich August Stüler
- Bauzeit
- Grundsteinlegung 1857, Einweihung 1860
- Plätze
- rund 1000 bei der Einweihung
- Orgel
- Klais-Orgel, drei Manuale, 44 Register, 3000 Pfeifen
- Schutz
- seit 1982 unter Denkmalschutz
Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. persönlich legte die Gestaltungsrichtung fest: In einer Stadt mit so vielen romanischen und gotischen Kirchen wie Köln müsse sich ein evangelischer Kirchenbau durch den Stil einer altkirchlichen Basilika deutlich abheben – woraufhin kein einziger der eingereichten Wettbewerbsentwürfe die Zustimmung fand und der Berliner Stararchitekt Friedrich August Stüler eigens einen neuen Entwurf vorlegen musste.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Nach der französischen Besetzung 1794 durften die evangelischen Christen in Köln ihren Glauben frei ausüben und nutzten zunächst die ehemalige Antoniterkirche. In preußischer Zeit ab 1815 wuchs die Gemeinde, sodass dieser Bau mit seinen etwa 800 Plätzen zu klein wurde. 1850 erwarb die Gemeinde mit Unterstützung König Friedrich Wilhelms IV. ein Grundstück auf dem Gelände des früheren Servitinnenklosters St. Lucia. 1943 zerstörte ein Luftangriff die Kirche fast vollständig; der Wiederaufbau zog sich von 1952 bis 1965 hin.
Architektur
Der König gab vor, dass sich der evangelische Bau von den romanischen und gotischen Kirchen Kölns abheben solle, weshalb die Form einer altkirchlichen Basilika gewählt wurde. Stüler hatte zuvor bereits in und um Berlin Kirchen in diesem Stil errichtet. Da die Kirche in die Häuserzeile eingebunden war, baute er sie in die Höhe, um über die Fenster mehr Licht zu gewinnen, und setzte vor den straßenseitigen Eingang einen über die gesamte Front reichenden Portikus. Der auf quadratischem Grundriss errichtete, rund 41 Meter hohe Turm steht im Hintergrund neben dem Chor und hebt sich durch seine dunklere Ausmauerung von der hellen Tuffsteinfassade ab, was an die Campanile italienischer Basiliken anlehnt.
Ausstattung
Aus der Erbauungszeit sind die Wände mit ihrem figürlichen Schmuck, das Taufbecken aus Marmor und drei der fünf Glocken erhalten. Altar, Kanzel und Kreuz schuf 1962 der Kölner Künstler Kurt-Wolf von Borries, der auch die Kassettendecke entwarf; im selben Jahr fertigte Wolfhard Röhrig die künstlerische Verglasung. Die Klais-Orgel wurde 1987 ursprünglich für die Aachener Dreifaltigkeitskirche gebaut und nach Aus-, Um- und Einbau 2010 hier in Dienst gestellt.
Heute
Wegen der zurückgegangenen Einwohnerzahl der Innenstadt finden hier keine regelmäßigen Gemeindegottesdienste mehr statt. Stattdessen dient die Kirche zentralen Veranstaltungen des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Konzerten, Vorträgen und Kunstausstellungen sowie als Gottesdienstort der evangelischen Gehörlosengemeinde. Kulturpartner ist der WDR Rundfunkchor.
Zeitstrahl
- 1794Französische Besetzung Kölns; evangelische Religionsausübung gestattet
- 1850Evangelische Gemeinde erwirbt Grundstück am Filzengraben für Kirchenbau
- 1855Architekt Friedrich August Stüler legt eigenen Entwurf vor
- 1857Grundsteinlegung am 28. Oktober
- 1860Einweihung der Kirche mit ca. 1000 Plätzen am 3. Juni
- 1899Erste Renovierung der Kirche
- 1943Luftangriff zerstört die Kirche fast vollständig
- 1952–1965Wiederaufbau der Kirche
- 1982Trinitatiskirche wird unter Denkmalschutz gestellt
- 2010Neue Klais-Orgel eingeweiht am 24. Januar
Karte
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Adresse
Filzengraben 4
50676 Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 255343991)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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