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© Unbekannt · CC BY-SA 3.0

Ulrepforte

Kleinstes der mittelalterlichen Landtore Kölns aus dem 13. Jahrhundert — Schauplatz einer Patrizier-Fehde von 1268, heute Stammsitz der Roten Funken.

seit 1230

Geheimtipp Outdoor

Die Ulrepforte ist ein erhaltenes Stadttor der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer in der Altstadt-Süd. Mit etwa vier Metern Durchgangsbreite war sie das kleinste der landseitigen Stadttore — vermutlich ohne Bedeutung für den Verkehr, da sich feldseitig keine Landstraße anschloss.

Auf einen Blick

Art
Mittelalterliches Stadttor der Kölner Stadtmauer
Lage
Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt; an der Straße Sachsenring (Kölner Ringe)
Erbaut
Frühes 13. Jahrhundert; um 1230 als eines der ersten Tore fertiggestellt
Besonderheit
Mit etwa 4 Metern der schmalste Durchgang aller Kölner Stadttore
Schutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Heute
Stammsitz der Roten Funken
Verkehr
Straßenbahnhaltestelle der Linien 15 und 16
Wusstest du?

Die Ulrepforte war mit nur vier Metern Breite das kleinste aller kölnischen Stadttore – und das, obwohl sie keinerlei Verkehrsbedeutung hatte, da auf der Feldseite gar keine Landstraße anschloss. Um 1450 wurde das Tor zugemauert und kurzerhand zu einer Windmühle umgebaut, wobei ein 23,50 Meter hoher Mühlenturm auf den mittelalterlichen Halbturm aufgesetzt wurde.

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Name und Umgebung

Der Name geht auf die „Ulner" zurück — mittelalterliche Töpfer (auch Üler oder Euler genannt), die ihr Handwerk wegen der Brandgefahr in wenig bewohnten Gegenden ausüben mussten. Der umliegende Bereich wurde bis Anfang des 19. Jahrhunderts gärtnerisch und bäuerlich genutzt. Urkundlich erwähnt wird ein Stadttor an dieser Stelle erstmals 1245 im Schreinsbuch der Pfarrei St. Severin.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Bauform und Mühle

Die Ulrepforte war als Doppelturmtor mit mehrgeschossigem Mittelbau und Durchfahrt ausgeführt, flankiert von zwei halbkreisförmigen, stadtseitig offenen Halbtürmen. Diese stabilisierten die Mauer und dienten der Verteidigung, da sie Schüsse parallel zur Stadtmauer aus geschützter Position ermöglichten. Um 1450 wurde das Tor zugemauert und zur Kartäuser Windmühle umgebaut; ein hoher Mühlenturm wurde stadtseitig auf den nördlichen Halbturm gesetzt. Die Mühle trägt ihren Namen nach dem nahe gelegenen früheren Kartäuserkloster.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Schlacht an der Ulrepforte

Am 10. Januar 1268 entlud sich eine gewaltsame Fehde zwischen Kölner Patriziergeschlechtern. Während die Overstolzen im Parfusenhof zu Tisch saßen, wurden sie überraschend von den Weisen angegriffen, deren Familienmitglied Ludwig Weise das Bürgermeisteramt innehatte. Der eigentlich gemeinte Hausbesitzer Graf Wilhelm IV. entkam heimlich; die Overstolzen flüchteten in das Kloster Mechtern, während der Parfusenhof in Brand gesetzt wurde. Die Auseinandersetzung ging als Schlacht an der Ulrepforte in die Stadtgeschichte ein.

© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Vom Tor zum Vereinssitz

Der Unternehmer Franz Carl Guilleaume erwarb 1885 Ulrepforte und Kartäusermühle von der Stadt Köln und ließ sie restaurieren. Er richtete eine Weinwirtschaft ein: Die Caponniere im Graben diente als Weinkeller, der Turm erhielt einen Aussichtsraum mit umlaufender hölzerner Galerie, und das frühere Kegeldach wich einer gotisierenden Spitzhaube. 1907 ging das Gebäude als Schenkung an die Stadt über. Nach dem Zweiten Weltkrieg pachteten die „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e. V." die Anlage, ließen sie ab 1955 entschutten und machten sie 1956 zu ihrem Stammsitz, der seither umfassend instand gehalten wird.

© Unbekannt · CC BY-SA 3.0

Zeitstrahl

  1. um 1230
    Ulrepforte als eines der ersten Stadttore fertiggestellt
  2. 1245
    Erstmalige urkundliche Erwähnung im Schreinsbuch St. Severin
  3. 1268
    Schlacht an der Ulrepforte: Overstolzen vs. Weise, Parfusenhof in Brand
  4. 1271
    Erstmals namentlich als „Ulrepforte" bezeichnet
  5. um 1450
    Tor zugemauert; Umbau zur Kartäuser Windmühle (Mühlenturm 1446 erstmals erwähnt)
  6. 1886
    Restaurierung durch Vincenz Statz; Eröffnung als Weinwirtschaft am 11. Juni
  7. 1907
    Schenkung an die Stadt Köln durch Antoinette von Guilleaume
  8. 1956
    Einweihung am 30. September als Vereinssitz der Kölsche Funke rut-wieß

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27

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