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© Superbass · CC BY-SA 3.0

Bastei

Expressionistisches Aussichtsrestaurant von 1924 auf einer preußischen Kaponniere – der Überbau kragt acht Meter über die Grundfläche; seit 2019 stillgelegt.

seit 1924

Aussicht

Direkt am Rheinufer, am nördlichen Ende der Kölner Ringe, erhebt sich die Bastei auf einer früheren preußischen Befestigung.

Auf einen Blick

Art
Bauwerk, ehemaliges Aussichtsrestaurant
Lage
Köln-Neustadt-Nord, nördliches Ende der Kölner Ringe am Rheinufer
Architekt
Wilhelm Riphahn
Eröffnung
22. Oktober 1924
Stil
Expressionismus
Größe
300 m² Nutzfläche, Kapazität bis zu 200 Personen
Status
Baudenkmal; Betrieb seit 2019 eingestellt
Wusstest du?

Joachim Ringelnatz widmete der Bastei 1932 ein eigenes Gedicht, in dem er sich wünscht, das Bauwerk möge sich „karussellartig drehen" – ein Zeugnis dafür, wie sehr das ungewöhnliche Aussichtsrestaurant die Fantasie auch bekannter Dichter beflügelte.

Das kannst du hier erleben

  • Den expressionistischen Bau am Rheinufer bestaunen
  • Die markante Architektur mit dem auskragenden Überbau fotografieren
  • Am nördlichen Ende der Kölner Ringe entlangschlendern
  • Den Blick über den Rhein und die Brücken schweifen lassen
  • Den beleuchteten Dreizack auf der Dachspitze entdecken

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Ursprung und Bau

Bis in die 1880er Jahre lag hier die Einfahrt des Kölner Sicherheitshafens, der ab 1813 bestand und um 1880 aufgegeben wurde. An der Zufahrt entstand 1891 eine 7,50 Meter hohe Kaponniere, deren Kellergeschosse bis elf Meter in die Tiefe reichten; ein Namenswettbewerb gab ihr den Namen Bastei. Diesen preußischen Unterbau vergrößerte Riphahn zur Straße hin und setzte darauf ein Obergeschoss aus leichtem Stahlbau.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Architektur

Der Überbau kragt acht Meter über die Grundfläche hinaus. Über dem gezackten Dach sitzt mittig eine innen offene Spitzhaube; die nach dem Krieg wiederhergestellte Bastei trägt auf der Dachspitze einen beleuchteten Dreizack. Mit dem Bau gelang Riphahn stilistisch wie beruflich der Durchbruch. Anfangs war die Architektur bei den Kölnern umstritten, weil man Nachteile für die Stadtsilhouette befürchtete; nach der Fertigstellung schlug die Stimmung in breite Zustimmung um.

© Superbass · CC BY-SA 3.0

Wirkung und Literatur

Der Architekturkritiker Heinrich de Fries schrieb 1926, das Bauwerk verbinde sich mit Landschaft, Strom und Brücken und wirke fast losgelöst von seinem Sockel. Joachim Ringelnatz, der sich öfter in Köln aufhielt, widmete ihr 1932 das Gedicht „Köln von der Bastei gesehen“, in dem er den Wunsch äußert, die Bastei möge sich karussellartig drehen.

Krieg und Wiederaufbau

1943 erlitt der Bau schwere Kriegsschäden. Riphahn stellte ihn 1958 nach dem Zustand von 1927 wieder her, Oberbürgermeister Theo Burauen eröffnete ihn erneut. Am 4. Dezember 1958 eröffnete Hans Herbert Blatzheim hier ein Restaurant, das einen Michelinstern erhielt. Eine Sanierung für rund 1,5 Millionen Mark folgte 1985 und erwies sich wegen der Denkmalauflagen schon damals als aufwendig.

Stilllegung

Der reguläre Restaurantbetrieb endete 1997; danach ließ sich die Bastei nur noch für Veranstaltungen mieten und blieb der Öffentlichkeit verschlossen. Baumängel – unter anderem bei Brandschutz, Asbest und Rost – führten im März 2019 zur Schließung; die Sanierungskosten werden auf über zehn Millionen Euro geschätzt. Seit Anfang 2022 wird das Gebäude von außen abgestützt. Eine Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig in den Jahren 2022/2023 ergab erhebliche Verformungen, Schwächungen und Korrosionen am Tragwerk oberhalb des preußischen Unterbaus, die einen Rückbau der Tragkonstruktion erforderlich machen sollen.

Zeitstrahl

  1. 1813
    Kölner Sicherheitshafen wird angelegt
  2. um 1880
    Sicherheitshafen wird aufgegeben
  3. 1891
    Kaponniere (7,50 m hoch) auf der Hafeneinfahrt errichtet, als Bastei benannt
  4. 1924
    Eröffnung als Aussichtsrestaurant (22. Oktober), Architekt Wilhelm Riphahn
  5. 1927
    Bauwerk durch Riphahn verändert
  6. 1943
    Schwere Kriegsschäden
  7. 1958
    Wiederherstellung durch Riphahn und Wiedereröffnung; Restaurant mit Michelin-Stern
  8. 1985
    Grundlegende Sanierung für rund 1,5 Millionen Mark
  9. 1997
    Regulärer Restaurantbetrieb eingestellt, nur noch Vermietung für Veranstaltungen
  10. 2019
    Betrieb wegen baulicher Mängel endgültig eingestellt (März)

Karte

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Adresse

Konrad-Adenauer-Ufer
50668 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25

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