St. Agnes
Nach dem Dom das zweitgrößte Kirchengebäude Kölns: eine neugotische Hallenkirche, die dem Agnesviertel ihren Namen gab.
seit 1896
St. Agnes ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der nördlichen Kölner Neustadt. Nach dem Dom ist sie das größte Kirchengebäude der Stadt und gab dem umliegenden Agnesviertel ihren Namen.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Pfarrkirche, dreischiffige Hallenkirche
- Lage
- Neusser Platz, Agnesviertel, Stadtteil Neustadt/Nord
- Baustil
- Neugotik (Architekten Carl Rüdell und Richard Odenthal)
- Bauzeit
- Baubeginn 1896, Fertigstellung 1901
- Maße
- 80 m lang, 40 m breit, rund 2.340 m² Grundfläche, Turm 61 m hoch
- Patrozinium
- Agnes von Rom
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
St. Agnes wurde von einem einzigen Privatmann gestiftet – dem Immobilienunternehmer Peter Joseph Roeckerath, der die Kirche als Grabkirche für seine verstorbene Frau Agnes errichten ließ und dabei ausdrücklich verfügte, dass kein einziger Sitzplatz an wohlhabende Gemeindemitglieder vermietet werden dürfe, sondern alle Plätze für jedermann kostenlos frei sein sollten.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Entstehung
Die Kirche geht auf eine Stiftung von Peter Joseph Roeckerath aus dem Jahr 1895 zurück. Sie war als Grabkirche für seine 1890 verstorbene Frau Agnes gedacht und sollte deren Taufpatronin, die Heilige Agnes, zum Patrozinium erhalten. Nach zwei verworfenen Standorten fiel die Wahl auf die alte Weggabelung von Neusser und Niehler Straße. Roeckerath gab Vorgaben zur Gestalt: den Typus der Hallenkirche, die Turmform und den Verzicht auf Anbauten. Er bestimmte außerdem, dass die Sitzplätze allen Gemeindemitgliedern unabhängig vom Vermögen frei zur Verfügung stehen sollten und nicht vermietet werden durften.
Architektur
Das Gebäude entstand in Ziegelbauweise und wurde mit hellem Sand- und Tuffstein verblendet; Pfeiler, Bögen, Portale und das Maßwerk der Fenster heben sich durch roten Sandstein ab. Als Vorbild für den Grundriss diente die Elisabethkirche in Marburg. Wie weitere Kirchen der Kölner Neustadt ist St. Agnes nicht nach Osten, sondern auf die Ringstraße ausgerichtet. Der Turm verbindet Anregungen mehrerer gotischer Vorbilder mit achteckigen Obergeschossen, ohne ein einzelnes nachzubilden.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche schwere Schäden: 1943 stürzte das Gewölbe des Kirchenschiffs ein, 1945 zerstörten herabbrechende Teile des Chorgewölbes den Hochaltar. Der Innenraum wurde bis 1950 wieder geweiht. Ein Großbrand 1980 vernichtete den Dachstuhl; nach langer Diskussion wurde das ursprüngliche Gewölbe rekonstruiert.
Ausstattung
Der Innenraum ist schlicht historisierend ausgemalt. Im Chor finden sich Fenster nach Entwürfen von Wilhelm Buschulte. In einer der Seitenkapellen ist der Stifter Roeckerath bestattet.
Heute
St. Agnes bildet zusammen mit St. Kunibert, St. Ursula und St. Gertrud die Katholische Pfarrgemeinde St. Agnes im Bereich Köln-Mitte des Erzbistums Köln. Der Platz vor dem Eingang trägt seit 2018 den Namen „Roeckerathplatz“.
Zeitstrahl
- 1895Stiftung des Kirchenbaus durch Peter Joseph Roeckerath
- 1896Baubeginn nach Plänen von Carl Rüdell und Richard Odenthal
- 1902Einsegnung der fertiggestellten Kirche (21. Januar)
- 1913Feierliche Weihe durch den Kölner Erzbischof nach Sakristei-Fertigstellung
- 1943Schwere Kriegsschäden; Gewölbe des Kirchenschiffs stürzt ein
- 1945Erste Kölner Notkirche im östlichen Querschiff geweiht (Juli)
- 1950Gesamter Kirchenraum nach Wiederaufbau wieder geweiht (Oktober)
- 1980Großbrand des Kirchendachstuhls am 18. Juni
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Neusser Pl. 18
50670 Köln
Kontakt
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 267959283)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





