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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Mercator · Public domain

Kloster Herrenleichnam

Aus einer Kapelle zum Hostienwunder hervorgegangenes Augustiner-Chorherrenstift am Klingelpütz in der Kölner Altstadt-Nord.

Am Klingelpütz in Köln bestand mit dem Kloster Herrenleichnam ein Augustiner-Chorherrenstift. Den Ausgangspunkt bildete eine Kapelle, die an ein Hostienwunder erinnerte.

Auf einen Blick

Art
ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift
Lage
am Klingelpütz, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Ursprung
1331 gestiftete Kapelle Corporis Christi
Stift gegründet
1426
Aufhebung
1787
Benannt nach
Fronleichnam
Wusstest du?

Die Klosterkirche wurde 1802 versteigert und nur drei Jahre später abgerissen – doch ihre mittelalterlichen Glasfenster überlebten: Fragmente wurden in den Kölner Dom eingebaut, wo sie noch heute als sogenanntes Gnadenstuhlfenster im nördlichen Querhaus zu sehen sind.

Das kannst du hier erleben

  • Auf den Spuren des verschwundenen Klosters durch die Altstadt-Nord schlendern
  • Die bewegte Geschichte vom Hostienwunder bis zum Abriss nachvollziehen
  • Den historischen Ort am Klingelpütz erkunden und Eindrücke fotografieren
  • Im Kölner Dom das erhaltene Gnadenstuhlfenster aus der alten Klosterkirche bewundern

Geschichte

Den Ausgangspunkt des Konvents bildete die Kapelle Corporis Christi, die man 1331 zum Gedenken an ein Hostienwunder ins Leben rief. 1404 gab die Stifterfamilie das Patronat an die Stadt Köln ab, die von da an einen amtierenden Priester einsetzte. Spenden Kölner Bürger ermöglichten zwischen 1421 und 1423 einen deutlichen Ausbau der durch Wallfahrten besuchten Kapelle. Erzbischof Dietrich II. von Moers half mit, sodass 1426 an dieser Stelle ein Augustiner-Chorherrenstift entstand. 1451 schloss sich der Konvent der Windesheimer Kongregation an.

© Anonym Unknown author · Public domain

Bauten

Im Anschluss an die Stiftsgründung entstand ein größeres Gotteshaus; dessen Hauptaltar empfing 1435 die Weihe. Um das Areal zu vergrößern, kaufte man 1454 Grund vom Gereonsstift hinzu und versah das Kirchenschiff auf beiden Seiten mit angesetzten Kapellen. Im Süden kam 1503 eine den sieben Freuden Mariae geweihte Kapelle hinzu.

Ende und Spuren

1787 löste der Kölner Rat den Konvent auf, wozu der päpstliche Nuntius sein Einverständnis gab. Anfangs nutzte man Kirche und Kloster als Gefängnis und Hospital; 1802 wurde die Kirche versteigert und 1805 niedergelegt. Zwischen 1822 und 1836 ließ der preußische Staat auf dem Grund ein Gefängnis errichten. Reste der mittelalterlichen Farbverglasung kamen nach dem Abriss an den Kölner Dom, wo sie im nördlichen Querhaus oberhalb der Sakristei als sogenanntes Gnadenstuhlfenster Verwendung fanden.

Zeitstrahl

  1. 1331
    Kapelle Corporis Christi gestiftet zur Erinnerung an ein Hostienwunder
  2. 1404
    Stifterfamilie überträgt Patronat der Kapelle an die Stadt Köln
  3. 1421–23
    Kapelle durch Stiftungen Kölner Bürger wesentlich vergrößert
  4. 1426
    Augustiner-Chorherrenstift durch Erzbischof Dietrich II. von Moers eingerichtet
  5. 1435
    Hauptaltarweihe der neu errichteten Klosterkirche
  6. 1451
    Konvent in die Windesheimer Kongregation aufgenommen
  7. 1503
    Große Kapelle der sieben Freuden Mariae geweiht
  8. 1787
    Konvent durch Kölner Rat mit päpstlicher Zustimmung aufgehoben
  9. 1802
    Kirche versteigert; 1805 niedergelegt
  10. 1822–36
    Preußischer Staat errichtet auf dem Klostergelände ein Gefängnis

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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