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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Arnold Mercator · Public domain

Kloster St. Gertrud (Alt-Köln)

Ehemaliges Dominikanerinnenkloster mit Kirche an der Nordwestecke des Neumarktes, gegründet vor 1257 und 1802 aufgehoben.

Die Frauengemeinschaft siedelte sich wahrscheinlich bei einer alten Kapelle eines erzbischöflichen Hofes an. Ihre Zusammensetzung veränderte sich über die Jahrhunderte deutlich.

Auf einen Blick

Art
Ehemaliges Dominikanerinnenkloster mit Kirche
Lage
Nordwestliche Ecke des Neumarktes; Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Gegründet
Vor 1257; aufgehoben 1802
Kirche
Von der Wende des 13. zum 14. Jahrhundert
Weihungen
Altäre und Kapellen für den Evangelisten Johannes, den heiligen Augustinus und die Jungfrau Maria
Reliquien
Der heiligen Gertrud
Wusstest du?

Nachdem das Kloster 1802 im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden war, wurde das Gebäude 1808 versteigert und der Käufer ließ die einst bedeutende Klosteranlage kurzerhand abreißen, um daraus schlichte Bauplätze zu machen.

Geschichte

Eine Urkunde des Erzbischofs Konrad von Hochstaden vom August 1257 berichtet vom Umzug der Rekluse Helwigis und ihrer Mitschwestern von einer Klause an St. Katharina in der Severinstraße nach St. Gertrud am Neumarkt. Papst Clemens IV. privilegierte die Gemeinschaft am 1. August 1265; die Inkorporation in den Dominikanerorden erfolgte 1286/1287. Den Hauptaltar weihte Erzbischof Siegfried von Westerburg 1279.

Klosterleben und Besitz

Das Kloster wurde durch Ablässe und Stiftungen unterstützt, wobei sich vornehme Kölner Familien engagierten. Neu eintretende Schwestern hatten zudem eine Mitgift für ihren Unterhalt zu stiften. Im späten Mittelalter kamen die Schwestern vor allem aus dem Kölner Patriziat und aus reichen Kaufmannsfamilien, in der frühen Neuzeit aus Schöffen- und Beamtenfamilien. Als Priorinnen sind unter anderem Angehörige des Geschlechts der Overstolz bezeugt. Zum Besitz gehörten Güter in Köln und umliegenden Orten; für 1787 sind unter anderem Dansweiler, Deckstein, Junkersdorf, Lind und Widdersdorf verzeichnet. Verwaltet wurde der Besitz von der Priorin.

Reform und Ende

Im 15. Jahrhundert galt das Kloster als reformbedürftig; 1466 wurde die Reform mit Unterstützung von Rat und Erzbischof, aber gegen den Widerstand einiger Schwestern durchgesetzt. Von der Reformation blieb das Kloster unberührt. 1728 klagte der Kölner Generalvikar über die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen der Gemeinschaft; dennoch ließ die Priorin Anna Herrestorf (1769–1778, 1785–1798) aus eigenen Mitteln einen neuen Kirchenchor errichten. In den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts beanspruchte der Kölner Erzbischof Jurisdiktion und Visitationsrecht über St. Gertrud. Am 14. September 1802 verließen die letzten elf Schwestern Kirche und Kloster. Die Reliquien kamen an St. Aposteln; 1808 wurden die Gebäude versteigert und anschließend abgerissen.

Wissenswertes

Dem Kloster wird für das späte 13. und das 14. Jahrhundert Bedeutung im Zusammenhang mit der deutschen Mystik zugeschrieben. Eine Predigtsammlung, unter anderem mit Predigten des Albertus Magnus, soll mit St. Gertrud in Verbindung stehen.

Zeitstrahl

  1. vor 1257
    Gründung des Klosters St. Gertrud
  2. August 1257
    Umzug der Rekluse Helwigis mit Mitschwestern von St. Katharina nach St. Gertrud
  3. 1. August 1265
    Privilegierung der Frauengemeinschaft durch Papst Clemens IV.
  4. 1273
    Kommunität wird als monasterium s. Gertrudis bezeichnet
  5. 1279
    Weihe des Hauptaltars durch Erzbischof Siegfried von Westerburg
  6. 1286/1287
    Inkorporation in den Dominikanerorden
  7. 1466
    Reform des Klosters mit Amtsenthebungen und neuen Schwestern
  8. 14. September 1802
    Aufhebung des Klosters, letzte elf Schwestern verlassen es

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-07

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