Kloster Ad Olivas
Ehemaliges Franziskanerkloster St. Agnes (1589–1802), wo heute die Einkaufspassage Olivandenhof unweit des Kölner Neumarkts liegt; Bauten nicht erhalten.
Schon lange vor den Franziskanern lebten an diesem Ort religiöse Gemeinschaften: seit dem späten 13. Jahrhundert zunächst Begarden, danach Brüder des franziskanischen Dritten Ordens.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliger Konvent der Franziskaner-Rekollekten
- Bestehen
- 1589 bis 1802, aufgehoben infolge der Säkularisation
- Lage
- Bereich der heutigen Einkaufspassage Olivandenhof unweit des Neumarkts, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
- Patrozinium der Kirche
- heilige Agnes
- Konventsgröße
- 7 Mitglieder im Jahr 1589, 62 im Jahr 1664
- Erhaltungszustand
- Kirche und Klostergebäude nicht erhalten
1609 planten die Franziskaner-Observanten von Ad Olivas, bei einer feierlichen Prozession zur Minoritenkirche das Minoritenkloster zu übernehmen – der Erzbischof und die Mehrheit des Stadtrats waren schon gewonnen, doch der Plan wurde den Minoriten verraten und scheiterte.
Begarden und das „Haus zur Olvunde“
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts siedelten sich zwei Begarden in der Gegend zwischen Neumarkt und Breite Straße an. Diese trug den Namen „Ad Olivas“; heute verlaufen dort Am alten Posthof, Zeppelinstraße und Richmodstraße. Ihre Niederlassung hieß „Haus zur Olvunde“, auch „zum Elefanten“. 1310 wurde eine Privatkapelle zu Ehren des Heiligen Kreuzes und der heiligen Agnes gesegnet.
Weberei als Lebensgrundlage
Um 1328/29 gingen Kapelle und Wohngebäude an Franziskaner-Tertiaren über. Sie finanzierten sich vor allem durch Hausweberei mit 32 Webstühlen, an denen zwei Brüder und sieben bezahlte Weber arbeiteten. 1570 war dieser Konvent fast ausgestorben. Man versuchte, ihn mit Brüdern aus dem Tertiarenkloster in Jüchen neu zu beleben oder ihn der Benediktinerabtei Deutz zu übertragen; nachdem dieser Versuch gescheitert war, wurde er aufgehoben.
Neuanfang mit Flüchtlingen aus den Niederlanden
In den 1570er-Jahren wurden die Franziskaner im Zuge der Reformation aus den Niederlanden vertrieben. Papst Gregor XIII. wollte auch in Köln einen Konvent der Observanten, da bereits zahlreiche niederländische Observanten in die Stadt gekommen waren. Nach einer Zwischenstation in einem kleinen Haus nahe St. Ursula übernahmen sie am 28. Juni 1589 das aufgehobene Tertiarenkloster. 1609 planten sie, sich bei einer Prozession des Minoritenklosters zu bemächtigen – der Plan wurde jedoch verraten und vereitelt.
Kirche, Studium und Hospital
Ab 1598 bauten die Brüder die baufällige Kapelle zu einer Kirche aus. Weil der Konvent stetig wuchs, wurden die Gebäude mehrfach erweitert. 1610 verlegte die Kölnische Provinz ihr Ordensstudium der Philosophie und Theologie von Brühl nach Köln, ab 1659 entstand am Kloster ein Hospital. Im 17. Jahrhundert besuchten sonntags etwa 500 Menschen die Gottesdienste. Wie Kloster und Kirche aussahen, ist wegen der schlechten Quellenlage nicht bekannt.
Vom Kloster zum Einkaufszentrum
Bei der Aufhebung 1802 lebten noch 21 Patres und sechs Brüder im Konvent. Seit 1914 stand auf dem früheren Klosterareal ein Kaufhaus, heute befindet sich dort ein Einkaufszentrum.
Zeitstrahl
- um 1328/29Begarden übergeben Kapelle und Wohngebäude an Franziskaner-Tertiaren
- 1517Papst Leo X. teilt Franziskanerorden in Observanten und Minoriten
- 1570Tertiarenkonvent nahezu ausgestorben und aufgehoben
- 1589Observanten übernehmen das Tertiarenkloster, Gründung des Conventus ad Olivas
- 1598Ausbau der Kapelle zur Kirche St. Agnes beginnt
- 1659Bau eines Hospitals am Kloster beginnt
- 1680–1689Neubau weiterer Klosterteile, letzter Flügel 1689 fertig
- 1802Aufhebung des Klosters infolge der Säkularisation
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