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© Chris06 · CC0

St. Bonifatius (Köln-Nippes)

Neuromanische Basilika von 1914 in Köln-Nippes, die als einzige Jugendstilkirche Kölns gilt.

seit 1914

Im linksrheinischen Kölner Stadtteil Nippes steht mit St. Bonifatius ein neuromanischer Sakralbau, der bis heute zur katholischen Gemeinde St. Engelbert und St. Bonifatius zählt.

Auf einen Blick

Stadtteil
Köln-Nippes (linksrheinisch)
Bauzeit
1912–1914
Architekt
Adolf Nöcker
Baustil
Neuromanik mit Jugendstil-Elementen
Patrozinium
Heiliger Bonifatius
Weihe
19. März 1914 durch Erzbischof Felix von Hartmann
Denkmalschutz
seit 10. Januar 1983 (Nr. 1247), zusammen mit dem Pfarrhaus
Gemeinde
St. Engelbert und St. Bonifatius (römisch-katholisch)
Wusstest du?

Als Josef Frings 1946 zum Kardinal ernannt worden war, feierte er seine erste Kardinalsmesse nicht im kriegsbeschädigten Kölner Dom, sondern in St. Bonifatius – sein Wappen im Hochchor erinnert bis heute daran.

Das kannst du hier erleben

  • Die einzige Jugendstilkirche Kölns entdecken
  • Das goldene Mosaik des Hauptaltars betrachten
  • Die 1928er „Bach-Orgel“ mit 3188 Pfeifen bestaunen
  • Das Wappen von Kardinal Frings im Hochchor suchen
  • Die Schöpfungsfenster in den Seitenschiffen ansehen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Geschichte

Der erste Spatenstich erfolgte am 2. September 1912, gebaut wurde nach Entwürfen von Adolf Nöcker, der bereits 1905 das benachbarte Pfarrhaus errichtet hatte. Die Baukosten summierten sich auf 300.000 Reichsmark, und die fertige Kirche fügte sich rechts an das Pfarrhaus sowie in die Häuserzeile der Gneisenaustraße ein. Beide Weltkriege überstand das Gebäude weitgehend ohne Schäden. Ein besonderer Moment fiel in das Jahr 1946: Nachdem Josef Frings am 18. Februar in Rom zum Kardinal erhoben worden war, feierte er seine erste Kardinalsmesse nicht im beschädigten Dom, sondern hier in St. Bonifatius. An dieses Ereignis erinnert noch heute sein Wappen im Hochchor gegenüber der Sakristeitür.

© HOWI · CC BY 3.0

Architektur

Die dreischiffige Basilika fasst rund 1800 Personen und verfügt über 500 Bankplätze. Sechs Rundsäulen tragen die Decke des Hauptschiffs, das in einer großen Apsis mündet, während die Seitenschiffe in kleineren Apsiden auslaufen. Der Haupteingang wird von drei Rundbögen gerahmt, darüber wachen vier große Engelsfiguren mit Schwertern. Am Fassadengiebel erhebt sich eine steinerne Kreuzigungsgruppe mit der goldfarbenen Inschrift ECCE AGNUS DEI QUI TOLLIS PECCATA MUNDI. Unter der Uhr des Glockenturms mahnt eine weitere goldene Inschrift: UNA EX HIS TUA ERIT – „Eine von ihnen wird deine sein“. Rechts vom Eingang liegt eine Gedächtniskapelle von 1921, die an die Gefallenen beider Weltkriege aus der Gemeinde erinnert.

© Chris06 · CC0

Ausstattung

Zur romanischen Grundstimmung treten verspielte Jugendstilformen hinzu – ein Merkmal, das St. Bonifatius als einzige Jugendstilkirche Kölns auszeichnet. Der Hauptaltar, zu dem neun Stufen führen, wird von sechs lebensgroßen Apostelfiguren gerahmt und zeigt ein goldenes Mosaik mit segnendem Gottvater und Weltkugel; der Aufbau aus getriebenen Goldplatten entstand nach einem Entwurf von Fritz Zehgruber, der auch am Dreikönigenschrein im Kölner Dom arbeitete. In den Seitenschiffen stehen der Marienaltar „von der Immerwährenden Hilfe“ und der Bonifatiusaltar mit einer nahezu lebensgroßen Figur des Kirchenpatrons; alle Altäre sind mit farbigen Marmorelementen gestaltet. Ein Triumphkreuz im Querschiff zeigt Christus mit Königskrone, in der Taufkapelle steht ein reich verziertes, achteckiges Taufbecken mit acht schwarzen Marmorsäulen. Fünf Jugendstil-Beichtstühle verteilen sich auf beide Seiten, und der Kreuzweg in der Gedächtniskapelle stammt vom Niederländer Wijnand Geraerdt.

© DenkmalKöln · CC BY-SA 3.0

Orgel und Glocken

Die Orgel wurde 1928 von Ernst Seifert auf einer 90 m² großen Bühne errichtet und am 2. April 1928 eingeweiht; wegen ihres Klangs erhielt sie den Beinamen „Bach-Orgel“. Das Membranladeninstrument mit elektrischer Traktur zählt 3188 Pfeifen – die größte misst 5,02 m, die kleinste nur 5 mm. Erweiterungen erfolgten 1938 und 1954, den Zweiten Weltkrieg überstand die Orgel unversehrt, und 1995 restaurierte Gert Weyland sie. Das erste Geläut goss 1914 die Briloner Gießerei Heinrich Humpert, doch die meisten Glocken wurden bald zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Ein 1924 nachbestelltes, 6,7 Tonnen schweres Geläut ereilte im Zweiten Weltkrieg dasselbe Schicksal. Heute läuten vier Glocken, darunter die große Bonifatiusglocke, gegossen aus der zinnfreien Briloner Sonderbronze aus Kupfer und Silicium.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Kirchenfenster

Sämtliche Fenster sind Bleiglasfenster mit Schwarzlotmalerei auf Antikglas. In den Seitenschiffen erzählen sechs Fenster die ersten sechs Tage der Schöpfung, geschaffen um 1950 von einem unbekannten Künstler. Die Firma Jacob Melchior gestaltete zwischen 1952 und 1954 die Fenster in Kapelle und Querschiff, darunter Darstellungen der Heiligen Petrus und Paulus sowie Symbole von Fisch, Sonne, Mond und Sternen. Im Obergaden finden sich neben ornamentalen Kompositionen zwei Fenster mit den Texten GEGRÜSSET SEIST DU VOLL DER GNADE und DER MEISTER IST DA ER RUFT DICH.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1912
    Erster Spatenstich am 2. September.
  2. 1914
    Erzbischof Felix von Hartmann weiht die Kirche am 19. März.
  3. 1928
    Einweihung der Seifert-Orgel am 2. April.
  4. 1946
    Kardinal Frings feiert hier seine erste Kardinalsmesse.
  5. 1983
    Eintragung als Baudenkmal (Nr. 1247) am 10. Januar.
  6. 1995
    Gert Weyland restauriert die Orgel.

Galerie

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50733 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06

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