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© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Museum für Vor- und Frühgeschichte

Städtisches Museum von 1907 im Bayenturm zur Regionalgeschichte – 1943 zerstört, Grundstein des Römisch-Germanischen Museums.

seit 1907

Indoor

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Köln war eine 1907 gegründete städtische Einrichtung im Bayenturm am Rheinufer der Südstadt. Seine Sammlung gab einen Überblick über die regionale Geschichte von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter.

Auf einen Blick

Art
Städtisches prähistorisches Museum
Lage
Bayenturm am Rheinufer der Südstadt (Altstadt-Süd, Innenstadt)
Gegründet
1907
Sammlung
Regionale Funde von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter
Ende
Im Juli 1943 durch einen Luftangriff zerstört
Nachfolge
Reste bildeten einen Grundstock des Römisch-Germanischen Museums
Wusstest du?

Das Museum wurde 1907 nicht von der Stadt, sondern von einer privaten Anthropologischen Gesellschaft gegründet und erst dann an die Stadt übergeben – die Eröffnungsfeier fand im prunkvollen Gürzenich statt, zu der namhafte Gelehrte aus dem In- und Ausland eingeladen wurden. Nach seiner Zerstörung 1943 bildeten die geretteten Reste den Grundstock des heutigen Römisch-Germanischen Museums.

Das kannst du hier erleben

  • Über die wechselvolle Geschichte des Bayenturms am Rheinufer staunen
  • Den Spuren der Kölner Vor- und Frühgeschichte nachgehen
  • Die Geschichte vom Museum bis zum Römisch-Germanischen Museum entdecken
  • Am Rheinufer der Südstadt entlangschlendern

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Vom Verein zum Museum

Im Jahr 1903 schlossen sich Kölner Bürger zu einer Anthropologischen Gesellschaft zusammen, die anthropologisches Wissen in der Stadt verbreiten und durch Spenden eine vorgeschichtliche Bibliothek aufbauen wollte. Mit den gesammelten Mitteln verwirklichte die Gesellschaft ihr Ziel, ein prähistorisches Museum zu gründen. Geleitet wurde sie von Carl Rademacher (1859–1935) aus Altenrath im Siegkreis.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Die Sammlung

Die ersten Ausstellungsstücke stammten vermutlich aus Ausgrabungen, die Rademacher seit 1893 leitete, darunter Grabungen auf den Grabhügelfeldern in Rath, Dellbrück und Dünnwald. Später bereicherten Funde von bandkeramischen Siedlungsplätzen im Westen der Stadt – in Müngersdorf, Vogelsang, Mengenich und Lindenthal – die Ausstellung.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Übergabe an die Stadt

Unter Oberbürgermeister Wilhelm von Becker bot die Stadt der Gesellschaft an, ihre private Sammlung zu übernehmen und den Bayenturm als Museumsgebäude herzurichten. Die Übergabe an die Stadt erfolgte am 30. Juli 1907 und war mit einer wissenschaftlichen Tagung im Festsaal Gürzenich verbunden. Rademacher leitete das nun städtische Museum; 1927 verlieh ihm die Kölner Universität die Ehrendoktorwürde. Von 1931 bis 1936 leitete Werner Buttler das Haus, ab 1939 Walter von Stokar.

© J. A. Wünsch · Public domain

Zerstörung und Nachfolge

Bei einem Luftangriff am 29. Juni 1943 brannten die Ausstellungsräume aus, und ein großer Teil der Bestände wurde vernichtet. Gerettete Reste kamen zumeist in die Severinstorburg. Aus der Römischen und der Germanischen Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums und diesen Resten entstand 1946 die Einrichtung, aus der das Römisch-Germanische Museum hervorging.

Zeitstrahl

  1. 1697
    Feuer beschädigt den Bayenturm schwer
  2. 1881
    Bayenturm entgeht dem Abriss; Gelände geht an die Stadt Köln
  3. 1895–1898
    Umfassende Restaurierung der Brandschäden am Bayenturm
  4. 1903
    Gründung der Kölner Anthropologischen Gesellschaft
  5. 1907
    Feierliche Übergabe an die Stadt; Eröffnung als städtisches Museum (29./30. Juli)
  6. 1931–1936
    Werner Buttler wird Direktor; entdeckt das Bandkeramiker-Dorf in Lindenthal
  7. 1939
    Walter von Stokar übernimmt die Museumsleitung
  8. 29. Juni 1943
    Bombentreffer zerstören die Ausstellungsräume; Großteil der Bestände vernichtet
  9. Oktober 1946
    Folgeeinrichtung gegründet; Grundstock des heutigen Römisch-Germanischen Museums

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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