Schauspiel Köln
Kölns traditionsreiche Sprechtheaterbühne – während der Sanierung des Offenbachplatz-Hauses gastiert sie im Mülheimer Depot.
seit 1898
Das Schauspiel Köln ist die traditionsreiche Sprechtheaterbühne der Stadt. Während sein denkmalgeschütztes Stammhaus am Offenbachplatz saniert wird, spielt das Ensemble in einer Interimsspielstätte im Mülheimer Depot.
Auf einen Blick
- Art
- Sprechtheater / Schauspielbühne
- Träger
- Teil der Bühnen der Stadt Köln (mit der Oper Köln)
- Stammhaus
- Offenbachplatz, Altstadt-Nord (Bezirk Innenstadt), denkmalgeschützt
- Plätze
- 830 im Großen Haus, 120 in der Schlosserei, 60 im Erfrischungsraum
- Architekt des heutigen Hauses (1962)
- Wilhelm Riphahn
- Interimsspielstätte
- Depot 1 und Depot 2 an der Schanzenstraße in Köln-Mülheim (seit September 2013)
Als Köln 1929 die Dreigroschenoper aufführen wollte, versuchte die konservative Zentrumspartei dies zu verhindern – erst auf Vermittlung des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer, dem späteren ersten Bundeskanzler Deutschlands, durfte das Stück in entschärfter Fassung gespielt werden.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Geschichte
Die Anfänge des Kölner Theaters reichen ins Mittelalter zurück. 1782 entstand ein erstes festes Haus in der späteren Komödienstraße; ein Nachfolgebau von 1829 fiel 1869 einem Brand zum Opfer. 1872 folgte ein Haus in der Glockengasse nach Plänen von Julius Carl Raschdorff. 1898 wurde ein Neubau als Stadttheater beschlossen – das spätere Opernhaus am Habsburgerring nach einem Entwurf von Carl Moritz. Damit verfügte Köln über zwei große Bühnen, die ab der Spielzeit 1906/07 als Opernhaus und Schauspielhaus firmierten.
20. Jahrhundert
In den 1920er Jahren holte Intendant Gustav Hartung Berliner Schauspieler wie Heinrich George nach Köln. 1929 sollte Brechts „Dreigroschenoper“ aufgeführt werden; auf Vermittlung des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer wurde das Stück entschärft und durfte gespielt werden. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser in der Glockengasse und am Habsburgerring zerstört oder schwer beschädigt. Im August 1945 spielte das Theater in Ersatzspielstätten als erstes Haus der britischen Besatzungszone wieder.
Das Haus am Offenbachplatz
1957 zogen die Bühnen in ein Mehrspartenhaus am Offenbachplatz; 1962 wurde unmittelbar daneben das heutige Schauspielhaus fertiggestellt und mit Schillers „Die Räuber“ eröffnet. Spätere Intendanten prägten das Programm: 1989 holte Klaus Pierwoß mit einer „Hamlet“-Inszenierung von Frank Castorf erstmals einen ostdeutschen Regisseur an ein westdeutsches Theater. Karin Beier verabschiedete sich im Januar 2013 mit Euripides’ „Troerinnen“.
Sanierung und Gegenwart
Ursprünglich sollte das Schauspielhaus abgerissen und neu errichtet werden. Die Bürgerinitiative „Mut zu Kultur. Inhalt vor Fassade“ setzte sich für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes ein; ein Bürgerbegehren nahm der Rat der Stadt Köln im April 2010 an. Eine Rückkehr an den Offenbachplatz war für die Spielzeit 2024/2025 vorgesehen; Ende August 2024 wurde mitgeteilt, dass auch für 2025/2026 noch im Interim geplant wird.
Zeitstrahl
- 1782Erstes festes Theaterhaus in der Schmierstraße erbaut
- 1869Nachfolgebau von 1829 durch einen Brand zerstört
- 1872Neues Haus in der Glockengasse errichtet (Architekt: Raschdorff)
- 1902Neues Stadttheater am Habsburgerring fertiggestellt (1.800 Plätze)
- 1945Im August Wiederaufnahme des Betriebs in Ersatzspielstätten nach Kriegszerstörung
- 1957Umzug ins neue Mehrspartenhaus am Offenbachplatz
- 1962Neues Schauspielhaus am Offenbachplatz eröffnet (Architekt: Riphahn)
- 2013Umzug in Interimsspielstätte Depot 1/2 in Köln-Mülheim (Spielzeit 2013/14)
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizieller Instagram-Account (@schauspiel.koeln)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 266233017)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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