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© Horsch, Willy - HOWI · CC BY 3.0

Friesentor

Um 1244 errichtetes Kölner Stadttor am heutigen Friesenplatz – die einzige Pforte der Stadtmauer mit sechskantigem Zentralbau.

seit 1244

Das Friesentor war ein um 1244 errichtetes Stadttor Kölns an der Stelle des heutigen Friesenplatzes. Unter den Toren der Stadtmauer war es das einzige mit einem sechskantigen Zentralbau.

Auf einen Blick

Art
ehemaliges mittelalterliches Stadttor (Feldpforte)
Errichtet
um 1244
Lage
westliche Ringmauer, am heutigen Friesenplatz (Altstadt-Nord, Innenstadt)
Bauform
asymmetrischer Sechskantzentralbau, sechs Etagen mit Zinnenplattform
Ausstattung
ursprünglich Zugbrücke und Fallgatter
Namensgeber
die 1165 erstmals erwähnte Friesenstraße
Wusstest du?

Das Friesentor war das einzige Stadttor Kölns mit einem fünfstöckigen asymmetrischen Sechskantzentralbau – eine architektonisch völlig eigenständige Form, die kein anderes der zwölf mittelalterlichen Kölner Stadttore besaß. Obwohl es 1473 auf Ratsbeschluss geschlossen wurde (aus bis heute unbekannten Gründen), blieb es als weitgehend vermauerter Torso mit kleinem Türdurchgang noch Jahrzehnte lang sichtbar.

Das kannst du hier erleben

  • Das mittelalterliche Stadttor von außen bestaunen
  • Die ungewöhnliche sechskantige Bauform entdecken
  • Fotos vor dem historischen Gemäuer machen
  • Auf den Spuren der mittelalterlichen Stadtmauer wandeln
  • Am lebendigen Friesenplatz eine Pause einlegen

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.

Namensherkunft

Den Namen verdankt das Tor der Friesenstraße, der Hauptstraße des Viertels, die 1165 erstmals als „platea Frisorum“ verzeichnet ist. Als Vorgängerin galt die Löwenpforte, der nordwestliche Zugang der alten Kernstadt. Zurück geht der Name auf friesische Tuchhändler, die in der Karolingerzeit den Großhandel rheinaufwärts beherrschten und sich südlich von St. Gereon niedergelassen haben sollen. Gestützt wird diese Annahme durch Namen friesischer Herkunft, die im 12. Jahrhundert in diesem Viertel häufig auftraten. Die älteste bekannte Form des Tornamens, „porta frisea“, war 1244 gebräuchlich.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Architektur

Als einziges Tor seiner Art besaß das Friesentor einen fünfstöckigen Sechskantzentralbau. Sein Mittelbau hatte keine halbrunden Flankentürme oder Eckwarten, wie sie andere Tore der Stadtmauer aufwiesen. Stattdessen war er rechteckig angelegt und feldseitig mit abgeschrägten Kanten versehen, woraus sich der sechskantige Grundriss ergab. Über dem Unterbau erhob sich ein rechteckiger Aufsatz, der ihn um ein Stockwerk mit Zinnenplattform überragte und seitliche Verteidigungsplattformen einfasste. Zur Stadtseite zeigte das Tor eine glatte, ungegliederte Fassade. Feldseitig wurde 1687 ein Zwinger angefügt, der an einem kleinen, mit einem Stufengiebel verzierten Tor endete.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Geschichte

Mit den neuen Befestigungen ab 1180 verlor die römische Mauer ihre Schutzaufgabe und diente fortan als Steinbruch. Das Friesentor zählte zu den ursprünglich zwölf Feldpforten der Stadt, wurde jedoch nicht täglich geöffnet. 1473 ordnete der Rat seine Schließung an. Zwischen 1505 und 1525 wurde der Durchgang vermauert; nur ein kleiner Türdurchgang blieb. 1528 fand kein Wagenverkehr mehr statt: Die Hauptpforte war größtenteils vermauert, allein ein kleines Pförtchen stand offen. Arnold Mercators Kölner Stadtansicht von 1570/1571 zeigt das sechsgeschossige, mit Zinnenkränzen abgeschlossene Gebäude samt dem bereits vermauerten Tor.

© Arnold Mercator · Public domain

Zeitstrahl

  1. 1165
    Friesenstraße erstmals als „platea Frisorum" urkundlich erwähnt
  2. um 1244
    Neuerrichtung des Friesentors; Name „porta frisea" belegt
  3. 1370
    Tor als „de porta Frisonum" erwähnt
  4. 1378
    Brunnen neben dem Tor angelegt
  5. 1446
    Tor in Quellen als „Vresenpforte" bezeichnet
  6. 1473
    Rat der Stadt ordnet Schließung des Tors an
  7. 1528
    Hauptpforte größtenteils vermauert, nur kleines Pförtchen geöffnet
  8. 1687
    Feldseitig wird ein Zwinger vor dem Tor angelegt

Galerie

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0 · Commons
© Architecten- und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen Köln · Public domain · Commons
© Arnold Mercator · Public domain · Commons
© Capitaine au Corps Imperial des Ingénieur-Géographes Boucher (Scan & Repro) Kateer 6. Januar 2009 · Public domain · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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