Dombrücke
Erste feste Rheinquerung in Köln seit der Römerzeit und direkte Vorgängerin der Hohenzollernbrücke — im Volksmund „Mausefalle" genannt.
seit 1859
Über den Rhein führte in Köln einst die Dombrücke, eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke und direkte Vorgängerin der heutigen Hohenzollernbrücke. Im Volksmund trug sie den Namen „Mausefalle".
Auf einen Blick
- Art
- Eisenbahn- und Straßenbrücke über den Rhein (nicht mehr vorhanden)
- Lage
- in der Längsachse des Kölner Doms, bei Rheinstromkilometer 688,5
- Eröffnet
- 3. Oktober 1859
- Bauherrin
- Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft
- Schifffahrtsöffnungen
- vier mit je 99 Metern Weite
- Breite
- 16,73 m (8,16 m Eisenbahn, 8,47 m Straße)
- Ersetzt durch
- Hohenzollernbrücke
Die Dombrücke war nach der römischen Brücke aus dem 4. Jahrhundert die erste feste Rheinquerung zwischen Basel und den Niederlanden – mehr als 1.500 Jahre lang hatten sich Menschen dort nur mit Fähren oder Pontonbrücken behelfen müssen. Im Volksmund hieß sie wegen ihrer gitterartigen Eisenkonstruktion und den verschließbaren Eisentoren an den Enden schlicht „Mausefalle" (Kölsch: „Muusfall").
Das kannst du hier erleben
- Am Rheinufer in der Längsachse des Doms stehen, wo einst die Brücke begann
- Den Blick zur Hohenzollernbrücke schweifen lassen, die heute an dieser Stelle den Rhein quert
- Sich die Geschichte der ersten festen Rheinquerung seit der Römerzeit vor Augen führen
- Den kuriosen Spitznamen „Mausefalle" und seinen käfigartigen Ursprung nachvollziehen
- Das geschäftige Treiben am Rhein mit Schiffen und Promenade beobachten
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Bau und Eröffnung
Vor dem Brückenbau trafen die Bahnstrecken beider Rheinseiten an den jeweiligen Ufern aufeinander, ohne miteinander verknüpft zu sein; wer übersetzen wollte, war auf Schiffsbrücke oder Fähre angewiesen, gleich ob Reisender oder Frachtgut. 1847 trat der Kölner Rat an König Friedrich Wilhelm IV. heran, der den preußischen Oberbaurat Lentze mit dem Entwurf betraute. Lentze sah ein Doppelbauwerk vor: stromauf die Straßenbrücke, stromab die zweigleisige Eisenbahnbrücke. 1855 hoben die Arbeiter die ersten Gruben aus, die Einweihung folgte 1859 gemeinsam mit dem ersten Kölner „Centralbahnhof". Die Brückenportale aus grauem Udelfanger Sandstein stammten von Heinrich Strack und sollen erst nach der Eröffnung vollendet worden sein.
Bauwerk
Die Eisenkonstruktion von Hermann Lohse bestand aus vier Gitterträgern, von denen jeder als Durchlaufträger zwei der Schifffahrtsöffnungen trug. Die Baukosten wurden vierzig Jahre später auf annähernd 12 Millionen Mark beziffert, was 1859 etwa 4 Millionen preußischen Talern entsprochen haben dürfte. Zu beiden Seiten flankierte je ein Reiterstandbild das Bauwerk: im Westen Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, geschaffen von Gustav Blaeser, im Osten Kaiser Wilhelm I. von Friedrich Drake.
Spitzname „Mausefalle"
Die Flanken der Gitterträger setzten sich aus dicht verschränkten diagonalen Stäben zusammen und wirkten wie ein Käfig. Weil sich die Zugänge an beiden Enden außerdem durch massive Eisentore sperren ließen, bürgerte sich für die Brücke der Beiname „Mausefalle" (Kölsch: „Muusfall") ein.
Bedeutung
Wenige Monate zuvor war bei Waldshut eine wesentlich kürzere Eisenbahnbrücke über den Rhein eröffnet worden, sodass die Dombrücke als zweite ihrer Art galt. Den Beinamen „Feste Brücke" trug sie, weil sie nach der römischen Brücke des 4. Jahrhunderts die erste dauerhafte Querung zwischen Basel und den Niederlanden war. Davor hatten im Mittelalter eine Pendelfähre („Fliegende Brücke"/Gierponte) und in preußischer Zeit die Deutzer Schiffbrücke den Übergang ermöglicht.
Umbau und Ablösung
Als man ab 1890 die Gleise im Stadtgebiet anhob, musste die Schienenführung bis zur halben Brückenlänge mitgezogen werden; vor allem der Abschnitt über der Uferstraße Frankenwerft erfuhr dabei tiefgreifende Veränderungen. Der 1894 errichtete neue Hauptbahnhof brachte ein Verkehrsaufkommen mit sich, dem die Brücke nicht mehr standhielt, sodass sie nach etwa fünf Jahrzehnten von der 1911 eröffneten Hohenzollernbrücke abgelöst wurde. Deren südlicher Teil verläuft heute ungefähr dort, wo einst der Bahnbrückenteil der Dombrücke lag.
Zeitstrahl
- 1847Kölner Stadtrat bittet König Friedrich Wilhelm IV. um Genehmigung zum Brückenbau
- 18556. Juni: Beginn der Erdarbeiten
- 18553. Oktober: Grundsteinlegung der Dombrücke
- 18593. Oktober: Einweihung der Dombrücke, gleichzeitig Eröffnung des Centralbahnhofs
- 1890Höherlegung der Gleise im Stadtgebiet, Teilumbau der Brücke notwendig
- 1894Neubau des Hauptbahnhofs; Dombrücke genügt dem gewachsenen Verkehr nicht mehr
- 1911Ersatz durch die neu eröffnete Hohenzollernbrücke nach ~50 Jahren Betrieb
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-23, rev 263824653)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26
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