Klein St. Martin
Stehengebliebener Turm einer niedergelegten Kölner Pfarrkirche – einst mit hohem Helm im Rheinpanorama, heute mit flacher Spitze.
Mitten in der Kölner Altstadt steht der Turm von Klein St. Martin – das letzte Stück einer früheren Pfarrkirche. Nachdem ihr Schiff um 1824 niedergelegt worden war, blieb allein der viergeschossige Turm zurück.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Turm einer früheren Pfarrkirche (Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen)
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, zwischen Pipinstraße und Augustinerstraße
- Baustil
- Gotik
- Benannt nach
- Martin von Tours
- Teil des
- Kölner Rheinpanoramas
- Besonderheit
- Turm beherbergte ab 1637 die Glocken von St. Maria im Kapitol
Die Orgel von Klein St. Martin, 1554 vom Meister Vitus ten Bendt erbaut, überlebte die Säkularisation und wurde nach der Kirchenschließung in die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Porz-Urbach überführt, wo sie bis 1962 in Teilen erneuert wurde – ein Instrument aus dem 16. Jahrhundert, das die Kirche selbst um fast 160 Jahre überdauerte.
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Kölner Orten.
Geschichte
Wann die Kirche zum ersten Mal errichtet wurde, ist nicht überliefert; fassbar wird sie erst durch Einträge in den Schreinsakten von 1130 bis 1140, urkundlich mit Namen ab 1172 im Zusammenhang mit der Weihe der Krypta. Um sie von der Stiftskirche Groß St. Martin abzugrenzen, setzte sich rasch der Name Klein St. Martin durch. Zwischen etwa 1460 und 1486 erhielt sie die Gestalt einer fünfschiffigen Hallenkirche samt neuem Westturm; 1489 versah sie der Baumeister Johann von Langenberg mit Gewölben.
Aufhebung und Abriss
Bis zur Säkularisation unter Napoleon im Jahr 1802 blieb Klein St. Martin in Funktion. Ein Jahr später erhielt die Gemeinde die danebenliegende Kirche St. Maria im Kapitol zugewiesen; Klein St. Martin schloss, das Schiff wechselte per Versteigerung in weltliche Hand und folgte um 1824 wegen Baufälligkeit dem Abbruch. Der Turm aber durfte für sich allein bestehen bleiben: Nachdem 1637 das Westwerk von St. Maria im Kapitol eingestürzt war, hatte man deren Glocken in den geräumigen Turm von Klein St. Martin überstellt, der sie seither beherbergte.
Vom hohen zum flachen Helm
Auf der Kölner Stadtansicht von 1531 des Anton Woensam erscheint der Turm mit hohem gotischem Knickhelm und gehörte so zu den weithin sichtbaren Marken des Rheinpanoramas. Im Zweiten Weltkrieg brannte er aus. Als Bestandteil dieses Panoramas wurde er wieder aufgebaut – nun jedoch mit einem stumpfen romanischen Helm in Form einer niedrigen Pyramide, die kaum noch über die Rheinfront hinausragt. Auf der Spitze dreht sich eine Wetterfahne von Elmar Hillebrand, die den heiligen Martin von Tours zeigt.
Kapelle im Untergeschoss
1954 entstand im Untergeschoss eine Andachtskapelle. Ihr Bronzeportal von 1963 und der Tabernakel gehen auf Heribert Calleen zurück.
Zeitstrahl
- 2. Hälfte 10. Jh.Erste Martinskirche entstand mit Einbeziehung der Rheinvorstadt in den Mauerring
- 1130–1140Erstmals durch Einträge in den Schreinsakten greifbar
- 1172–1176Erste Urkunden; Weihe der Krypta
- um 1460–1489Vollständiger Umbau zur fünfschiffigen gotischen Hallenkirche; 1489 gewölbt
- 1637Fünf Glocken von St. Maria im Kapitol nach Einsturz deren Westwerks in den Turm überstellt
- 1802Aufhebung der Kirche unter napoleonischer Säkularisation
- um 1824Kirchenschiff wegen Baufälligkeit abgerissen; Turm bleibt erhalten
- 1954Andachtskapelle im Turmuntergeschoss eingerichtet (Wiederaufbau nach Kriegszerstörung)
Karte
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





